Wenn man den Erfolg unserer westlichen Lebensweise in Bezug auf diese beiden Ziele einmal etwas kritischer anschaut, dann fällt auf, dass wir hier keine nennenswerten Fortschritte gemacht haben. Wir haben viel Wohlstand in den äußeren Umständen erreicht, und dennoch sind wir nach aktuellen wissenschaftlichen Vergleichen zwischen den Ländern dieser Welt genauso unglücklich wie die Menschen in sehr armen Ländern.
Um dies zu verstehen, ist es notwendig, sich einmal anzuschauen, worin menschliches Leid eigentlich genau besteht. Wir kennen körperliches Leid in Form von Schmerzen, Übelkeit und anderen körperlichen Missempfindungen. Dann gibt es natürlich das seelische Leid, das aus leidvollen Emotionen wie Depressionen, Enttäuschungen, emotionalen Verletzungen, Einsamkeit, Sorgen, Kummer und Ängsten usw. besteht. Und als dritte Instanz, die man jedoch im Grunde genommen den ersten beiden wieder zuordnen kann, kennen wir Leid, das sich auf unseren Geist bezieht wie Burnout, Demenz, Parkinson, Alzheimer usw.
Gehen wir noch etwas tiefer in unserer Analyse, um den Punkt besser nachvollziehen zu können, an dem wir schrauben können, um all dieses Leid zu reduzieren und stattdessen unser Wohl zu fördern.
Körperliches und geistiges Leid kann durch Krankheitserreger, Gifte, Verletzungen, mangelnde Vitalstoffzufuhr, Bewegungsmangel und Stress verursacht werden. Wir tun viel, um Krankheitserregern und Giften aus dem Weg zu gehen oder sie aus unserem Körper zu vertreiben. Auch können wir auf unsere Ernährung und auf ausreichende Bewegung achten. Die größten Schwierigkeiten bereitet uns in unserer Kultur jedoch der Stress, der in allen Statistiken konkurrenzlos Platz 1 unter den Krankheitsursachen einnimmt.
Doch was ist Stress eigentlich? Aus neurobiologischer Sicht ist Stress lediglich ein Funktionsmodus des Körpers, der auf das Erbringen von notwendigen Höchstleistungen ausgerichtet ist. Mit notwendig meine ich lebensnotwendig! Es gibt viele verschiedene Stresszustände. Sie alle haben eines gemeinsam. Es geht immer darum, einen lebensgefährlichen Missstand abzustellen oder zu vermeiden.
Ist ein vorliegender Missstand für das Emotionalgehirn zu komplex, schaltet es für diese Aufgabe das Großhirn mit ein. Und das tut es natürlich mit den Mitteln, die ihm dazu zur Verfügung stehen – mit leidvollen Gefühlen, also seelischem Leid. Das Großhirn ist bemüht, diese leidvollen Gefühle so schnell wie möglich loszuwerden und beginnt dadurch unverzüglich mit seiner Arbeit.
Nun gibt es in unserer Kultur für uns nur sehr selten tatsächlich lebensgefährliche Missstände. Eigentlich hätten wir also gar keinen Grund, unseren Körper in einen Stressmodus zu zwingen und unsere Seele leiden zu lassen. Und dennoch tun wir es. Und zwar sehr, sehr viel häufiger, als das jedes Tier auf dieser Welt tut. Unser Emotionalgehirn selbst würde nur leidvolle Gefühle erzeugen, wenn unsere Grundmotive nicht erfüllt sind. Wenn wir also nicht genug zu essen oder keinen warmen Schlafplatz haben oder einsam sein müssen, was für ein Rudeltier in freier Wildbahn einen echten lebensgefährlichen Missstand darstellt.
Das Problem ist das Zusammenspiel zwischen Großhirn und Emotionalgehirn, das ich in Robin und das Positive Fühlen ja bereits ausführlich erörtert habe. Unser Großhirn wurde geschaffen, um Lebensumstände zu beurteilen und Lösungen zu finden, deren Komplexität das Emotionalgehirn alleine überfordern. Daher hält sich das Emotionalgehirn kritiklos an die Beurteilung des Großhirns, denn es geht davon aus, dass das Großhirn tatsächlich seinen Job macht und Missstände nur als solche beurteilt, wenn sie tatsächlich eine Gefahr für unser Überleben darstellen. Doch unser Großhirn macht seinen Job leider nicht richtig. Es beurteilt alles Mögliche als Missstand, was in Wirklichkeit gar keiner ist. Und damit fordert es das Emotionalgehirn ständig dazu auf, einen Stressmodus zu starten, damit diese „unechten“ Missstände mit Höchstleistung abgestellt werden können.
Bitte nimm das Wort „Missstand“ nicht wörtlich. Wann immer du etwas als wirklich schlecht, echt scheiße, untragbar, unfair, nicht in Ordnung usw. beurteilst, ist das für dein Emotionalgehirn ein Missstand, der abgestellt oder vermieden werden muss.
Unser Emotionalgehirn ruft also sozusagen den Notstand aus, wenn wir etwas (mit welchen Worten auch immer) als Missstand beurteilen. Alle Energie wird in die Bewältigung der anliegenden Aufgabe gesteckt. Dabei werden dem Immunsystem, sowie allen anderen körperlichen Selbstheilungskräften die Energie entzogen, um sie den Muskeln zur Verfügung zu stellen, die wir für den Kampf oder für die Flucht brauchen. Dies hat sich in vielen Millionen Jahren Evolution stets bewährt. Und zwar deshalb, weil diese Stresszustände nur sehr selten und auch nur für kurze Zeit notwendig waren. Dem Körper wurden zwar in dieser Zeit kleinere Schäden zugefügt, aber die konnten danach, wenn man wieder in Sicherheit war, leicht repariert werden.
Wir fügen unserem Körper durch die unglaubliche Häufigkeit, mit der wir etwas fälschlicherweise als Missstand beurteilen, so viele kleine Schäden zu, dass sie sich mit der Zeit zu sehr großen Schäden summieren. Und jedes Mal, wenn das Emotionalgehirn meint, dass das Abstellen eines Missstandes die Mithilfe des Großhirns erfordert, erleiden wir noch zusätzlich leidvolle Gefühle. Das geschieht jedes Mal, wenn die Beurteilung des Großhirns sich auf falsche Missstände bezieht, die das Emotionalgehirn nicht versteht. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn das Großhirn seine schlechten Gefühle oder eine Krankheit als Missstände beurteilt. Das würde kein Tier tun, denn es denkt über seine Gefühle oder Krankheiten gar nicht nach. Daher versteht das Emotionalgehirn diese Missstandsbeurteilung auch nicht. Es sorgt daher als erstes einmal für einen Stressmodus und zusätzlich für leidvolle Gefühle, ohne eigentlich genau zu verstehen, um welchen Missstand es sich hier eigentlich handeln soll.
Wir haben also leidvolle Gefühle, weil wir zuvor leidvolle Gefühle fälschlicherweise als Missstand beurteilt haben. Wir machen uns krank, weil wir unsere Krankheiten als Missstand beurteilen. Das ist in höchstem Maße bescheuert, und dennoch ist es so.
Das ist der wahre Grund, warum Horst gestorben ist und warum jeden Tag Tausende von Menschen auf dieser Welt nach einem gequälten Leben den Freitod wählen. Sie fügen ihrer Seele, ihrem Geist und ihrem Körper mit ihren unzähligen falschen Missstandsbeurteilungen unwissentlich so viel Leid zu, bis sie es irgendwann nicht mehr aushalten können und nur noch wollen, dass es aufhört.
Die falsche Missstandsbeurteilung ist die Gefahrenstelle am Fluss, die so schnell wie möglich gesichert werden muss, damit das Leiden auf dieser Welt ein Ende haben kann. Jesus konnte uns von diesem Leid nicht erlösen, denn das kann aus neurobiologischer Sicht nur jeder einzelne für sich selbst tun.
Es geht jedoch bei dieser Gefahrenstelle nicht nur um unser eigenes Leid. Der Mensch ist ein empathisches Wesen. Wir sind des Mitgefühls nicht nur fähig, wir sind ihm auch ausgesetzt. Wenn 10 Menschen gute Stimmung haben und ein elfter kommt mit sehr leidvollen Gefühlen hinzu, dann hören 10 auf mit ihrer guten Stimmung und nehmen emotional Anteil an dem Leid des einen. Das lässt sich dank unserer Spiegelneuronen gar nicht vermeiden, denn so sind wir in unserem tiefsten Inneren als soziale Wesen gestrickt.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass wir bei unseren falschen Missstandsbeurteilungen das Gefühl haben, es gelte Meldepflicht. Wir haben den inneren Drang, andere über bestimmten Missständen zu informieren, um sie unbewusst entweder davor zu schützen oder ihre Unterstützung zu erbitten.
An dieser Stelle möchte ich betonen, dass es allen Menschen so ergeht. Hier macht es sicherlich keinen Sinn, uns selbst zu verurteilen, weil wir so sind wie wir sind. Niemand hat uns eine Gebrauchsanweisung für unser Gehirn mitgegeben. Wir alle haben aus Unwissenheit über die Funktionsweise unserer beiden Gehirne sehr viel Leid über uns selbst und andere gebracht. Es tut weh, sich das eingestehen zu müssen, daher neigen wir dazu, diese Wahrheit gerne verdrängen zu wollen. Aber es würde noch sehr viel mehr wehtun, wenn wir das aus falscher Eitelkeit nicht ändern würden und weiterhin uns selbst und andere mit falschen Missstandsbeurteilungen verletzen. Es ist also Mut und innere Stärke angesagt, um der Wahrheit ins Auge zu blicken.
Wir sind also nicht nur für unser eigenes Leid verantwortlich, wenn wir etwas fälschlicherweise als Missstand beurteilen, sondern auch für das vieler anderer Menschen. Und je stärker die Verbundenheit zu diesen Menschen ist, desto mehr trifft das zu. Wir machen sie krank und unglücklich mit unseren eigenen falschen Missstandsbeurteilungen, unseren Ablehnungsmaßnahmen und Verurteilungen. Manche sogar so sehr, dass sie sich selbst das Leben nehmen. Am allermeisten sind unsere eigenen Kinder davon betroffen, denn die übernehmen völlig kritiklos unsere Beurteilungen.
Dabei könnte das alles so einfach sein. Wir müssten einfach nur aufhören, Dinge als Missstände zu beurteilen, die in Wirklichkeit gar keine lebensgefährlichen Missstände oder Gefahren darstellen und stattdessen anfangen, alles so positiv wie möglich zu beurteilen. Anstatt etwas als schlecht, scheiße oder nicht in Ordnung zu beurteilen, könnten wir es beispielsweise als verbesserungswürdig oder als Verbesserungspotenzial ansehen. Sofort kämen wir in einen positiven Funktionsmodus. Wir könnten überlegen, wie wir es verbessern wollen und was wir dafür tun können. Dabei würde uns unser Emotionalgehirn sofort unterstützen und uns in einen fähigen und motivierten Funktionsmodus bringen, indem sich glücklich zu fühlen, keine Kunst mehr darstellt.
Und wenn man etwas nicht als verbesserungswürdig ansehen kann, dann sollte man sich zumindest klar machen können, dass das alles wirklich nicht so schlimm ist. Schlimm wäre es nur, wenn es tatsächlich ein lebensgefährlicher Missstand wäre, doch das ist es in Wirklichkeit bei exakter Überprüfung vielleicht jedes Millionste Mal. Ich habe diesen Sachverhalt ja bereits in Robin und das Positive Fühlen ausführlich dargestellt.
Es ist also klar, was zu tun ist. Und jeder kann es tun. Jeder kann Ereignisse, Verhaltensweisen, Eigenschaften oder Umstände so positiv „wie möglich“ beurteilen. Mehr ist nicht notwendig. Versuch dich jedoch nicht selbst zu verarschen mit allzu positiven Beurteilungen, die du dir selbst nicht abkaufst. Beurteile alles so positiv wie möglich, aber nicht positiver! Du musst dir selbst glauben können. Scheiße bleibt Scheiße, auch wenn man sie mit Goldfarbe ansprüht und ein Blümchen reinsteckt. Aber Scheiße ist kein lebensgefährlicher Missstand! Scheiße ist mit anderen Worten „nicht so schlimm.“
An dieser Stelle möchte ich betonen, dass es nicht genügt, nur die falschen Missstandbeurteilungen zu lassen, denn dies würde in unserem Gefühl lediglich Neutralität auslösen und kein Wohl. Neutralität genügt jedoch nicht, um Leid zu vermeiden, so seltsam das auch klingen mag. Depressionen werden beispielsweise in der Regel nicht durch schlechte Gefühle ausgelöst, sondern durch den Mangel an guten Gefühlen! Unsere Selbstheilungskräfte werden in unseren Zellen erst dann aktiviert, wenn wir uns tatsächlich gut fühlen, wie Bruce Lipton (Neurobiologe) es in seinem Buch „Intelligente Zellen“ eingängig aufzeigt. Kurze Zusammenfassung: Schlechte Gefühle machen krank. Neutrale Gefühle lassen alles so, wie es ist. Erst glückliche Gefühle starten den Selbstheilungsprozess.
Der Mangel an guten Gefühlen ist also bereits Leid. Und das bedeutet, dass es wie gesagt nicht genügt, die Missstandsbeurteilungen einfach nur wegzulassen. Sie müssen in positive Beurteilungen umgewandelt werden, wenn man Leid vermeiden und Wohlgefühle erleben will. Das ist der einzige Weg.
Nun weiß ich aus Erfahrung, dass man mit seinen Fehlbeurteilungen nicht aufhört, nur weil man das alles verstanden hat. Die meisten Beurteilungen trifft nicht unser Bewusstsein sondern unser Unterbewusstsein. Wir haben in unserem Leben unzählige Dinge als Missstände beurteilt. All diese Beurteilungen sind in unserem Unterbewusstsein abgespeichert und werden sofort wieder aktiviert, wenn unsere Lebensumstände uns den Anlass dazu geben.
Wie gesagt, alles, was wir jemals gedacht und getan haben, baute darauf auf, Missstände loszuwerden oder zu vermeiden und stattdessen Wohl zu erleben. Es kommt also eine Menge Arbeit auf uns zu, denn alle unsere negativen Beurteilungen müssen mit der Zeit in positive umgewandelt werden. Daran führt kein Weg vorbei. Das muss man sich klar machen, wenn man seinem inneren Schweinehund nicht erliegen will. Wenn man all diese falschen Beurteilungen nicht ins Positive umkehrt, hat man keine Chance, sein Leid loszuwerden und auch anderen Menschen kein Leid mehr zuzufügen und wirklich durch und durch glücklich zu werden.
Doch wenn man es genau betrachtet, dann ist der Aufwand bei dieser Arbeit trotzdem noch unendlich viel kleiner als der Aufwand, den wir derzeit jeden Tag unsinnigerweise betreiben, um falsche Missstände zu vermeiden oder loszuwerden. Doch für das Vermeiden oder Loswerden von falschen Missständen haben wir bereits starke Notwendigkeiten in unserem Unterbewusstsein geschaffen, sodass wir uns hier nicht mehr überwinden müssen. Wir handeln einfach und empfinden es als selbstverständlich. Dennoch kostet uns dies natürlich unendlich viel Kraft und Energie. Energie, die wir völlig sinnlos verschleudern und in Wirklichkeit sogar gegen unser Wohl einsetzen.
Dem christlichen Glauben zur Folge war Jesus auf der Erde, um uns Menschen von unserem Leid zu erlösen. Und tatsächlich, es hat sich viel an unserer Lebensqualität geändert in den letzten 2000 Jahren. Wir haben genug zu essen, ein warmes Dach über dem Kopf, unsere Freiheit ist uns gesetzlich gesichert, Gewalttaten sind unter Strafandrohung verboten, wir haben freie Partnerwahl, freie Wahl unserer Religion usw. usw. Doch sind wir wirklich von unserem Leid erlöst?
Wieso ist dann die Selbstmordrate in Europa deutlich höher als in den meisten Entwicklungsländern, obwohl es uns doch eigentlich sehr viel besser geht als denen? Und wieso gibt es bei uns sehr viel mehr Menschen, die an Depressionen leiden als dort?
Wir haben in unserer Kultur tatsächlich kaum noch einen Grund, unter echten Missständen zu leiden. Und dennoch tun wir es! Und das unter „Missständen“, die aus der Sicht eines Menschen, der unter Hunger und Folter leidet, lächerliche Lappalien sind. Doch für uns sind sie schlimm! So schlimm, dass sich viele Menschen deswegen sogar das Leben nehmen.
Einer dieser Menschen war Horst, der vor 22 Jahren ein guter Bekannter von mir war. Horst war eher unauffällig. Ein netter Kerl, der keiner Seele etwas zu Leide tun konnte. Eines Tages sprach er mich auf ein emotionales Problemchen an, das ihm auf dem Herzen lag. Es war nichts Besonderes. Etwas, wofür ich damals maximal 2 Stunden rechnete, um es wieder in Ordnung zu bringen. Ich vereinbarte also einen Termin für den nächsten Tag mit ihm.
In dieser Nacht bekam er die Pistole eines Freundes in die Hand und jagte sich ohne auch nur einen Augenblick zu zögern eine Kugel durch den Kopf. Er starb in den Armen seines Freundes, der völlig außer sich und voller Schuldgefühle war, weil er ihm die geladene Pistole in die Hand gegeben hatte.
Ich war geschockt, als ich den nächsten Tag davon hörte. Wieso hatte er das nur getan? Wegen den lächerlichen Problemchen, die er mir am Tag zuvor anvertraut hatte? War ihm nicht bewusst gewesen, wie viel Schmerz und Leid er bei all den Menschen hinterlassen würde, die ihn liebten? Seine Frau war am Ende, seine Eltern und Geschwister genau wie seine Freunde völlig fertig. Ich konnte nicht glauben, dass ihm das alles gleichgültig gewesen sein soll. Nicht Horst!
Obwohl Horst nur ein guter Bekannter von mir war, setzte mir dieses Ereignis monatelang zu. Selbst heute nach 22 Jahren denke ich noch häufig daran zurück. Ich wollte verstehen, was ihn dazu gebracht hatte. Und ich wollte dafür sorgen, dass dies in meinem Umfeld kein zweites Mal geschah.
Ohne es bewusst zu merken, kümmerte ich mich fortan um alle Menschen in meinem Umfeld, die irgendwie traurig oder deprimiert aussahen. Ich ließ alles stehen und liegen, um ihnen schnellstmöglich zu helfen, ihre emotionalen Probleme in den Griff zu kriegen. Dabei rieb ich mich selbst völlig auf.
Nach ca. einem Jahr sagte meine Mutter dann besorgt um meine Gesundheit einen Satz zu mir, der den ganzen Schmerz, den ich seit Horst Freitod in mir trug, mit einem Schlag zum Ausbruch brachte. „Bodo, du kannst nicht alle Frauen heiraten, die sich das Leben nehmen wollen!“
Ich war völlig fertig, als ich diese Worte hörte, denn mir wurde sofort klar, dass ich wirklich nicht alle Menschen retten konnte, die sich etwas antun wollen. Ich kam mir vor wie der Mann, der jemand um Hilfe rufen hört, der in den Fluss gefallen ist. Er springt ins Wasser und schleppt einen fast Ertrunkenen ans Ufer. Danach hört er auf einmal wieder jemand um Hilfe schreien. Erneut springt er ins Wasser und kommt dem Unfallopfer zu Hilfe. Kaum ist er am Ufer schreit auch schon der nächste. Und noch bevor er diesen auch wieder ans Ufer gebracht hat, schreit schon wieder einer und dann noch einer und noch einer.
Völlig am Ende seiner Kräfte muss der Mann sich eingestehen, dass er nicht alle retten kann. Er muss einige ertrinken lassen und flussaufwärts rennen, um zu schauen, wieso so viele Menschen ins Wasser fallen. Er muss die Ursache der Gefahr finden und die Gefahrenstelle sichern, sonst werden noch viel mehr Menschen sterben.
Ich erkannte in diesem Augenblick, dass ich ebenfalls flussaufwärts rennen musste. Ich musste die Ursache finden, deretwegen Menschen Suizid begehen. Ich fand diese Ursache sofort, denn es gibt nur einen Grund, warum Menschen das tun. Sie tun es, weil sie keine Hoffnung mehr sehen - keine Hoffnung auf ein glückliches oder halbwegs leidfreies Leben. Solange sie noch hoffen können, bleiben sie am Leben, egal wie schlecht es ihnen geht. Horst hatte die Hoffnung offensichtlich verloren, ohne jemals zuvor irgendjemand etwas davon zu sagen. Niemand erkannte die tiefe Traurigkeit in ihm. Erst als er Tod war, wurde vielen Menschen klar, dass Horst tatsächlich seit langer Zeit todunglücklich gewesen war.
Seit diesem Tag versuche ich, Menschen Hoffnung zu geben. Es ist zu meiner Lebensaufgabe geworden. Anfangs dachte ich noch, dass es genügen würde, ihnen bei der Lösung ihrer emotionalen Probleme zu helfen. Doch nach mehreren Suizidversuchen in meinem neu gesuchten Umfeld, die ich gerade noch vereiteln konnte, musste ich erkennen, dass die Problemlösung keine Lösung war. Im Gegenteil! Ich half vielen Menschen mit den NLP-Methoden, die ich gelernt hatte, ihre Probleme in Rekordzeit zu lösen. Doch nach wenigen Tagen hatten sie schon wieder neue Probleme und fühlten sich erneut schlecht. Ich half ihnen, auch diese zu lösen, und dann die danach und die danach ebenfalls usw.
Mit der Zeit machte sich Unmut bei ihnen breit. Was nützte es, die Probleme zu lösen, wenn es einem nach wenigen Tagen schon wieder genauso schlecht ging? Mit einem Wort: Sie verloren die Hoffnung, dass das Lösen ihrer Probleme sie aus dem Leid herausholen und glücklich machen würde. Es war durch meine Hilfe für sie also alles noch schlimmer geworden: Als sie noch dachten, das Lösen ihrer Probleme würde sie glücklich machen, hatten sie wenigstens noch Hoffnung. Jetzt hatte ich ihnen diese auch noch genommen.
Daraufhin hängte ich meine Karriere als Therapeut an den Nagel und wurde Glückstrainer. Ich musste herausfinden, wie das mit dem Glück tatsächlich funktionierte, denn das Lösen der Probleme machte definitiv nicht glücklich sondern nur sehr kurzzeitig weniger unglücklich. Und wenn es mir gelingen würde, einen Weg zum Glück zu finden, der für jeden gangbar war, könnte ich damit den Menschen Hoffnung geben und unzählige Menschenleben retten. Ich arbeitete unermüdlich, denn mir war klar, dass weiterhin Menschen ins Wasser fallen würden, solange die Gefahrenstelle nicht richtig gesichert war.
Vor 15 Jahren erkannte ich dann, dass die Realitätsgestaltung vielen Menschen Hoffnung gab. Also stürzte ich mich erstmalig in meiner damals noch eher unspirituellen Laufbahn auf die Esoterik. Anfangs sah es richtig gut aus, denn viele Ereignisse stellten sich wunschgemäß ein, was vielen Menschen Hoffnung gab. Ich gab meine Erkenntnisse also in Form meiner Bücher und Seminare an andere Menschen weiter. Doch seltsamerweise wurden genau die Leute, bei denen die Realitätsgestaltung am besten funktionierte, nach anfänglicher Euphorie mit den Jahren immer unzufriedener und unglücklicher. Wie konnte das sein?
Bei meinen Recherchen stieß ich dann auf eine Erklärung, die ich zunächst nicht wahrhaben wollte, vor deren Wahrheit ich jedoch letztendlich die Augen nicht verschließen konnte. Es stellte sich bei den erfolgreichen Realitätsgestaltern mit der Zeit das gleiche Phänomen ein, unter dem auch die meisten Stars leiden, die alles erreicht haben, was sie sich jemals zuvor gewünscht haben, um dann erkennen zu müssen, dass all der Ruhm, all die Beliebtheit und der Reichtum sie nicht glücklich machen können. Es gibt keine Berufsgruppe bei der die Selbstmordrate auch nur annähernd an die der Musik- oder Filmstars herankommt. Die Stars in den USA werden im Durchschnitt gerade einmal 35 Jahre alt. In Europa ist es ein wenig besser, da liegt das Durchschnittsalter bei 45 Jahren. Diese Leute sterben nicht an Altersschwäche! Sie sterben, weil sie alles haben, was man zum Glücklichsein braucht und es dennoch nicht schaffen, glücklich zu sein. Sie sterben, weil sie dadurch die Hoffnung verloren haben. Solange man noch unerreichte Ziele im Leben hat, von denen man hoffen kann, dass sie einen glücklich machen, ist alles in Ordnung. Wenn diese Illusion jedoch auch noch wie eine Seifenblase zerplatzt, dann wird das Eis auf einmal sehr dünn.
Zu dieser Zeit kamen dann immer mehr Ergebnisse aus der Glücksforschung in die Medien, die alle aufzeigten, dass Erfolg und tolle Lebensumstände uns nicht glücklich machten. Attraktive Menschen sind nicht glücklicher als hässliche, reiche nicht glücklicher als arme, gesunde nicht glücklicher als kranke usw. usw. Diese Berichtet zerstörten ganz massiv die Hoffnung auf Glück! Zusätzlich meinten dann auch noch viele Gehirnforscher, unser Gehirn wäre gar nicht dazu beschaffen, dass wir glücklich sind, was Benzin auf das Buschfeuer der Hoffnungslosigkeit goss.
Glücklicherweise behaupteten jedoch weiterhin alle Erfolgstrainer, Lebenshilferatgeber und Realitätsgestaltungscoaches, dass die Steigerung unserer Lebensqualität uns glücklich machen würde, denn ihre berufliche Existenz hing natürlich von dieser Behauptung ab, und so warben sie tatkräftig weiterhin mit Konzepten für mehr Geld und Wohlstand, was viele Menschen weiterhin überzeugte.
Die Glücksforschung hat noch immer Gegenwind von den Trainern und Coaches, die auf diesem Gebiet tätig sind. Doch allmählich setzt sich die Glücksforschung immer mehr durch mit ihren Beweisen, dass unsere Lebensqualität und unser Erfolg so gut wie keinen Einfluss auf unser Glück oder unser Leid haben.
Für mich war klar, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, bis es sich bis zum Letzten herumgesprochen hätte, wie es tatsächlich um unser Glück bestellt ist. Ich musste mich also mit meinen Entwicklungen beeilen, wenn ich rechtzeitig ein funktionierendes Konzept anbieten wollte. Ich musste also noch mehr Gas geben, was mir dann vor einigen Jahren ein Burnout einbrachte.
Wie du dir vermutlich denken kannst, schreibe ich das alles hier nur, weil ich dieses Konzept mittlerweile längst gefunden habe. Die Neurowissenschaften haben eine ganz klare Marschrichtung dabei vorgegeben. Wir wissen heute ganz genau, was wirklich notwendig ist, wenn man Leid vermeiden und Glück erreichen will. Da der Begriff Glück hier etwas zu zweideutig ist, möchte ich an dieser Stelle lieber den Begriff „Wohl“ verwenden. Wohl ist das genaue Gegenteil von Leid. Es gibt also zwei Arten von Gefühlen: leidvolle Gefühle und Wohlgefühle. Und das, was wir tatsächlich zu tun haben, um Wohl zu erreichen und Leid zu vermeiden, ist viel einfacher als alles, was wir bisher dafür getan haben!
Ich weiß nicht, ob dir bewusst ist, was du bisher alles getan hast, um Leid zu vermeiden und Wohl zu erreichen. Den meisten Menschen ist dies nämlich nicht bewusst. Bevor wir darüber reden, möchte ich jedoch betonen, dass ich mir das alles nicht aus den Fingern gesogen habe. Wir sprechen von neurowissenschaftlich gesicherten Tatsachen.
Was du bisher getan hast, um Leid zu vermeiden und Wohl zu erreichen, lässt sich mit einem Wort ausdrücken: alles! Jeder einzelne Gedanke, den du bisher gedacht hast, jede Entscheidung, die du in deinem Leben je getroffen hast, jedes Gefühl, das du bisher hattest, jede Überzeugung, jeder Wert, jedes Verbot, jedes Gebot, jedes Motiv… Mit einem Wort: alles!
Ich möchte noch einmal betonen, dass wir hier von gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen sprechen. Unsere gesamte Natur ist darauf ausgerichtet, Wohl zu erleben und Leid zu vermeiden. So funktioniert unser Gehirn. Alles, was wir denken, fühlen und tun, verfolgt letztendlich diese beiden Ziele, auch wenn das nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist. Dennoch ist es eine neurologische Gesetzmäßigkeit von der es keine Ausnahme gibt.
In meinem Beitrag “Das beste Buch der Welt zu Glück und Realitätsgestaltung” hatte ich Euch den kostenlosen Online Kurs von Bodo Deletz (Ella Kensington) empfohlen. Das habe ich nicht ohne Grund getan, denn Bodos Glückstipps sind wirklich sehr hilfreich. Von seinen letzten Newslettern bin ich aber dermaßen begeistert, dass ich hiermit einen “Ella-Monat” ausrufe.
Ich habe vier seiner Glückstipps ausgesucht und werde sie in meinem Blog präsentieren. Da ich finde, dass sie für einen einzelnen Blogbeitrag zu lang sind, teile ich diese vier Artikel in jeweils drei Teile auf. Es gibt also in jeder Woche ein neues Thema. Vielleicht werde ich Bodos Artikel auch ein wenig kürzen. Ihr bekommt aber am Ende des dritten Teils den entsprechenden Link, damit Ihr bei Bedarf den kompletten Text auf der Seite von Ella Kensington lesen könnt.
Sicherlich werde ich diesen Monat zusätzlich auch einige andere Beiträge einstellen. Die Ella-Artikel erkennt Ihr aber schon daran, dass in der Überschrift Teil 1, Teil 2, oder Teil 3 in Klammern dahinter steht. Morgen geht’s los mit dem Thema “Hoffnung und Erlösung“. Freut Euch drauf!
In persönlichen Gesprächen betone ich häufiger, dass ich das Thema “Glück”, bzw, “glücklich sein” nicht vom philosophischen oder esoterischen Aspekt aus betrachte, sondern das ich einen pragmatischen Ansatz habe. Es geht also in erster Linie darum, dass die Erkenntnisse anwendbar sind und im eigenen Leben funktionieren. Bei allen Glücksmethoden und -prinzipien interessieren mich außerdem die wissenschaftlichen Grundlagen. Mir macht es Spaß, mich mit Glücksforschung, Hirnforschung und Quantenphysik zu beschäftigen. Sehr faszinierend finde ich z.B. die neuronalen Prozesse im Menschen bei bestimmten Emotionen, oder wie sich ein Wechsel der Gefühle auf die Gehirnaktivitäten auswirkt.
So ähnlich habe ich mein Engagement auch einigen religiösen, bzw. spirituellen Menschen erläutert, denen der tiefere Sinn jedoch nicht einleuchtete. Ein Beispiel war ein früherer Freund, von dem ich lange Zeit nichts mehr gehört hatte und der mich vor einigen Monaten überraschend besuchte. Von seinem christlichen Standpunkt her brachte er Argumente wie “Glücklich bin ich, weil ich weiß, wo ich nach dem Tod hinkomme!”, oder “Das wahre Glück findet man nur in Jesus und man braucht diesen ganzen Firlefanz überhaupt nicht!”. Da hab ich ihm widersprochen. Auf meine eigene Spiritualität und persönlichen Glaubensüberzeugungen möchte ich hier jetzt nicht eingehen, denn das habe ich bereits in meiner Trilogie “Die Wahrheit” getan. Hier soll es darum gehen, in welche Kategorie das “Glück” hineingehört und inwiefern es einerseits mit der Frage nach dem Sinn des Lebens und andererseits mit unseren äußeren Umständen zu tun hat.
Im Buch “Die Glückstrainer” von Ella Kensington ist von insgesamt sieben Grundmotiven die Rede. Im Einzelnen heißen diese “Passen, Erwünschtsein, Schutz, Überlebenssicherung, Entscheidungsfreiheit, Macht und Sex”. Es gibt eine Grundvoraussetzung, damit man überhaupt glücklich sein kann: Jedes der sieben Motive muss erfüllt sein. Die Sache hat allerdings einen Haken: Oft sind diese Motive zwar in der Realität erfüllt, aber aufgrund eines Beurteilungsfehlers unseres Großhirns haben wir trotzdem das Gefühl, dass es bei einem oder mehreren nicht der Fall ist. Aus dieser Diskrepanz entstehen die meisten unserer Probleme. Darüber werde ich demnächst noch einen separaten Beitrag schreiben.
In der Psychologie gibt es eine Vielzahl von Modellen, in der die menschlichen Bedürfnisse und Motivationen dargestellt werden. Ein sehr bekanntes ist die 1943 veröffentlichte Bedürfnispyramide des US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow. Da ich in diesem und allen anderen mir bekannten Modellen ein paar Dinge vermisse, habe ich eine eigene Bedürfnispyramide entwickelt:
Die sieben Grundmotive von Ella Kensington finden sich ein wenig abgewandelt in meinem Model wieder. Zu den “Körperlichen Grundbedürfnissen” der ersten Ebene gehören die Motive “Überlebenssicherung” (Essen, Trinken, Atmung und Wärme), “Schutz” (vor Gewalt) und “Sex” (hier ist nicht Partnerschaft gemeint, sondern nur das körperliche Grundbedürfnis).
Die übrigen Grundmotive befinden sich auf der zweiten Ebene. “Passen” und “Erwünschtsein” habe ich hier zu “Beziehungen” zusammengefasst. “Entscheidungsfreiheit” sehe ich nur als einen Teil des Grundmotivs “Freiheit” an, zu dem ebenfalls die “Handlungsfreiheit” gehört. In “Die Glückstrainer” wird “Macht” als Grundmotiv bezeichnet. Diese Betrachtungsweise macht dann Sinn, wenn man es vom Gegenteil her sieht: der Machtlosigkeit. Da der Begriff “Macht” von vielen Menschen aber anders eingeordnet wird, nenne ich das entsprechende Grundmotiv auf der zweiten Ebene “Einfluss“. Es ist ein menschliches Grundbedürfnis, Situationen und andere Menschen beeinflussen zu können. Hätten wir dieses Motiv nicht, dann gäbe es keinen Fortschritt, keine Erziehung und keine Schulen. Die Menschheit würde immer noch unter urzeitlichen Bedingungen leben, sofern sie überhaupt überlebt hätte.
Andere Menschen beherrschen zu wollen, oder im positiven Sinn die Führungsrolle in einem Unternehmen, einer Partei oder einem Verein zu übernehmen, geht über das Grundmotiv des “Einflusses” hinaus. Diese Weiterentwicklung bezeichne ich nun als “Macht“. Sie steht auf der dritten Ebene, zusammen mit der “Anerkennung” als Bedürfnis, das sich aus den “Beziehungen” ergibt und der “Entfaltung“, die als Grundlage die “Freiheit” hat.
Auf der vierten Ebene befindet sich unsere “Identität“. Dazu gehören unsere Überzeugungen, Werte, Ethik, Leitlinien, Berufung, Individualität und der Altruismus. Dann gibt es noch eine fünfte Ebene, die ich “Transzendenz” nenne. Hier spielen persönliche Gotteserfahrungen, bzw. die Suche nach Gott oder einem höheren Wesen eine große Rolle. Es geht außerdem um Dinge wie “ein Leben nach dem Tod” und “den Sinn des Lebens”.
Viele Menschen versuchen, auf der dritten Ebene ihr Glück zu finden. Sie sind davon überzeugt, erst dann glücklich sein zu können, wenn ihnen ein bestimmter Lebensumstand begegnet.
Solltet Ihr zu diesen Leuten gehören, muss ich Euch leider enttäuschen: Seit Anbeginn der Menschheit ist es noch niemandem gelungen, durch die Veränderung der äußeren Umstände dauerhaft glücklich zu werden. Es sind zwar kurzzeitig Glücksgefühle möglich, jedoch normalisieren sich diese nach kurzer Zeit wieder. Die Euphorie nach einer Gehaltserhöhung ist nach spätestens drei Wochen vorbei und selbst das intensivste Glücksgefühl - das Verliebt sein - hält selten länger als sechs Monate an.
Wenn das Glück nicht in den äußeren Dingen zu finden ist, dann wäre es doch naheliegend, dass es sich in der fünften Ebene verbirgt. Diese Stufe unterscheidet sich von den übrigen, den “operativen Ebenen”. Kann man bis zur vierten Stufe sein Handeln und seine Entscheidungen selbst beeinflussen und steuern, so geht es auf der fünften Ebene um ein “sich öffnen” und “erfahren”. Hier ist es kein “Tun”, sondern ein “Sein”. Es gibt Menschen, die ihr Glück auf dieser Ebene suchen. Sie beten täglich stundenlang im Kloster oder meditieren in einem Ashram. Ich persönlich glaube, dass man im Moment einer Gotteserfahrung großes Glück verspüren kann.
Ist dieses Glücksgefühl von Dauer und überträgt es sich auf meine anderen Lebensbereiche? Werde ich alleine dadurch glücklich, dass ich ein bestimmtes Bekenntnis lebe? Meine Antwort: Eindeutig Nein! Wäre das so, dann würde man bei den Anhängern einer bestimmten Religion oder Weltanschauung lauter permanent glückliche Menschen finden. Die wird man aber vergeblich suchen, ob bei den Christen, den Muslimen oder den östlichen Religionen. Die vorrangige Aufgabe einer Religion liegt auch nicht darin, glücklich zu machen; sie hat einen ganz anderen Zweck: Bereits in meinen “Gedanken zum Karfreitag” habe ich beschrieben, dass “Re-ligio” wörtlich übersetzt “Rück-Verbindung” heißt. Der ursprüngliche Zustand war also “Einheit” und erfuhr dann eine Form des “getrennt seins”. Die Religion hat nun die Aufgabe, die Verbindung wieder herzustellen. Mein alter Freund hatte da etwas verwechselt. Hätte er davon gesprochen, dass sein Lebenssinn darin besteht, Gott zu finden und in Gemeinschaft mit ihm zu leben, dann wäre ich einverstanden gewesen. “Glücklich sein” dagegen, so wie ich es verstehe, passt besser in eine andere Kategorie - es gehört in die operativen Ebenen.
Die ersten beiden Stufen der Bedürfnispyramide bieten zwar kein Glück, enthalten aber die Voraussetzungen, um überhaupt glücklich sein zu können. Auf der dritte Ebene sucht man dauerhaftes Glück vergebens und auch auf der fünften steht etwas anderes im Vordergrund.
Die vierte Ebene ist es, wo wir unser eigenes Glück selbst erschaffen können. Ja, das ist kein Tippfehler! Wir erschaffen unser Glück im wahrsten Sinne des Wortes. Du bist der Schöpfer Deines eigenen Glücks, oder auch Deines Unglücks. Ich behaupte, dass jeder einigermaßen gesunde und erwachsene Mensch glücklich sein kann. Die Veranlagung dafür tragen wir bereits in uns. Von der vierten Stufe aus beeinflussen wir auch die darunterliegenden Ebenen und öffnen uns für die fünfte. Unser eigenes Potential für eine positive Realitätsgestaltung ist auf der vierten Ebene am Größten.
Leider findet man auf der vierten Ebene auch einige Dinge, mit denen wir uns selbst das Leben schwer machen. Diese “Glücksverhinderer” sind Überzeugungen, dass ich nicht glücklich sein kann, nicht will, oder nicht darf. Sie sind wie alte Programme in unserem Unterbewusstsein, die immer wieder das eigene Glück boykottieren. Diese Programme haben möglicherweise früher einmal einen Sinn gemacht. Vielleicht hatten sie in der frühen Kindheit die Funktion des Selbstschutzes. Aber jetzt, wo der Mensch erwachsen geworden ist, wird diese Art des Schutzes nicht mehr benötigt. Wird das alte Programm jedoch nicht gelöscht, läuft es immer weiter bis zum Lebensende. Es tut einfach seinen “Job” und fragt nicht danach, ob es sinnvoll ist. Die Chancen, hier aufzuräumen, sind allerdings gewaltig. Dabei muss man noch nicht einmal die Probleme aufspüren, um sie anschließend beseitigen zu können. Das alte Programm wird automatisch gelöscht, wenn es durch das passende neue Programm ersetzt wird.
Wie man sein eigenes Glück steigern kann, darüber werde ich künftig noch einige Beiträge schreiben. Auf jeden Fall empfehle ich Euch dazu schon einmal das Buch “Robin und das Positive Fühlen” von Ella Kensington.
Ich weiß, meine Überschrift ist ganz schön getrommelt, aber ich meine das tatsächlich ernst. Ich habe bisher noch nichts gefunden, was da auch nur annähernd mithalten kann, auch nicht „The Secret“, „The Master Key System“, „The Law of Attraction“ „Bestellungen an das Universum“ oder „Die Macht Ihres Unterbewusstseins“.
Die Rede ist von „Robin und das positive Fühlen“ von Ella Kensington. Über Bodo Deletz, den Autor der Ella Kensington Bücher habe ich ja bereits einen Blogbeitrag mit dem Titel Glückstraining geschrieben.
Ähnlich wie bei “Mary” ist auch im neuen Buch das Konzept in eine unterhaltsame Geschichte eingebaut. Die Technik des positiven Fühlens ist höchst effektiv und ermöglicht es, Glück und Erfolg auf einem extrem hohen Niveau zu erleben. Wenn man das positive Fühlen verinnerlicht hat, ist man in der Lage, sich innerhalb kurzer Zeit in den gewünschten emotionalen Zustand zu versetzen. Darüber hinaus werden auch Strategien zur Problemlösung angesprochen. Die meisten emotionalen Probleme resultieren auf Denkfehlern, bzw. Beurteilungsfehlern, die durch einfache Techniken gut korrigiert werden können.
Für diejenigen, die das Buch gelesen haben, bietet Bodo einen kostenlosen Online-Kurs an, damit das Konzept Schritt für Schritt im eigenen Leben umgesetzt werden kann. Dieser Kurs ist sozusagen die Fortsetzung der bisherigen Glückstipps.
Was Ella Kensington nicht anbietet, ist ein Support. Es gibt also keine Möglichkeiten Fragen beantwortet zu bekommen. Da habe ich mir gedacht, dann mache ich das eben. Ich muss aber gleich dazu sagen, dass ich nicht zu Ella Kensington gehöre. Mein Angebot daher inoffiziell und privat. Ich habe zwar 2005 die Glückstrainer-Ausbildung absolviert, arbeite aber nicht als lizenzierter Glückstrainer. Ich kenne allerdings eine Menge Glückstrainer und habe vor, einen davon zur Unterstützung als Co-Moderator mit ins Boot zu holen.
Damit Ihr die Sache in Anspruch nehmen könnt, benötigt Ihr eine Mitgliedschaft im Netzwerk XING. Die kostenlose Basismitgliedschaft reicht dafür aus. Wenn Ihr als Mitglied bestätigt seid, könnt Ihr Euch dann für meine Gruppe “Glück, Emotionen und Erfolg” anmelden. Ich richte dort ein Forum ein, wo Fragen über das positive Fühlen gestellt werden können und die Möglichkeit des Austausches gegeben ist. In der Gruppe geht es natürlich nicht ausschließlich um das positive Fühlen, sondern auch um andere Dinge, die mit Glück, Erfolg, Emotionen und Persönlichkeitsentwicklung zu tun haben.
Neben vielen Leuten, die praktische Tipps suchen, sind natürlich auch Menschen willkommen, die schon einige Erfahrungen auf diesen Gebieten haben. Ich habe auch nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen und freue mich daher über viele gute Impulse nach dem Motto: “Wir unterstützen uns gegenseitig und dann haben alle etwas davon.” Ich glaube, das wird eine super Sache und ich freue mich jetzt schon auf eine tolle Community.
In vier Beiträgen standen Personen im Mittelpunkt, die Interessantes über Glück, Erfolg, Persönlichkeitsentwicklung oder Marketing zu sagen haben. Vielleicht möchtet Ihr jetzt auch mal wissen, wer ich bin und was ich überhaupt mache.
Dass ich Seminare leite und als Coach tätig bin, wissen sicherlich viele von Euch. Falls nicht, könnt Ihr mein Profil auf der Webseite von “Erfolg durch Glück” ansehen. Außerdem bin ich Geschäftsführer der Firma Michaelis Brandschutz & Sicherheit. Früher war meine Tätigkeit im Brandschutz mein Haupterwerb und die Leitung von Seminaren meine Nebenbeschäftigung. Inzwischen ist es umgekehrt. Um mir die nötigen zeitlichen Freiräume dafür zu schaffen, habe ich mein Brandschutzunternehmen umstrukturiert. Ein Teil unserer Leistungen führen wir jetzt nicht mehr selbst aus, sondern ein Partnerunternehmen.
Auf der Webseite von Michaelis Brandschutz & Sicherheit haben wir eine Rubrik, die sich “Partner des Monats” nennt. Dort wird jeden Monat ein Kunde, Lieferant, Dienstleister oder Kooperationspartner vorgestellt, mit dem ich jeweils ein Interview führe. Der Partner des Monats August war die Firma Pipper Brandschutz Service. Es handelt sich um das Unternehmen, welches unsere ausgegliederten Leistungen weiterführt. Das Gespräch mit dem Inhaber, Heinrich Pipper, hatte noch einen zweiten Teil, allerdings mit getauschten Rollen. Dieses Mal ist Heinrich Pipper der Interviewer und ich beantworte seine Fragen zu Erfolg durch Glück.
Heinrich Pipper: “Welche Leistungen bietest Du genau an?”
Udo Michaelis: “Seminare, Workshops und Coaching, auch Unterstützung beim Marketing und in der EDV. Ich veranstalte offene Seminare, zu denen sich Einzelpersonen anmelden können. Für Firmen biete ich außerdem spezielle Personaltrainings an, um die Mitarbeiter zu höherer Motivation, Effektivität und Leistungsfähigkeit zu führen.
“Wie sehen Deine bisherigen Erfahrungen im Leiten von Seminaren aus?”
“Seit den 80er Jahren halte ich Vorträge und leite Seminare. Am Anfang waren meine Themengebiete Arbeitsmethodik, Marketing und Verkauf. Mit Glück und Erfolg beschäftige ich mich seit Ende der 90er Jahre. Durch meine Ausbildung im Jahr 2005 bei Ella Kensington, dem größten Anbieter für Glückstraining im deutschsprachigen Raum, erhielt ich die Grundlage für meine spätere Arbeit. Sie beschreibt die Wechselwirkungen von Glück und Erfolg.”
“Wie bist Du eigentlich auf den Namen ‘Erfolg durch Glück’ gekommen?”
“Ich würde mich als sehr erfolgsorientierten Menschen bezeichnen. Lange Zeit empfand ich erfolgreich zu werden als sehr mühsam. Wenn ich meine Ziele erreichte, war ich erst einmal zufrieden. Leider verpuffte dieser Effekt sehr schnell. Ich brauchte wieder ein neues Ziel und noch eins und noch eins. Irgendwann war ich nur noch ein Getriebener. Dann passierte etwas, das mein bisheriges Leben auf den Kopf stellte. Ich entdeckte, wie ich unabhängig von äußeren Erfolgen glücklich sein konnte. Jetzt war der Druck weg, unbedingt bestimmte Ziele erreichen zu müssen. Auf einmal war es viel leichter, Erfolg zu haben. Ich bin davon überzeugt, dass nichts leichter und schneller zum Erfolg führt, als glücklich zu sein.”
“Wir sollten also nicht versuchen, erfolgreich zu sein, um hinterher glücklich zu werden, sondern genau umgekehrt?”
“Exakt! Seit den neunziger Jahren wird das Glück wissenschaftlich erforscht. Man hat Verhaltensmerkmale von überwiegend glücklichen Menschen mit denen verglichen, die eher unglücklich waren. Die Unglücklichen meinten, sie müssten erst dieses oder jenes haben, um glücklich sein zu können. Die Glücklichen dagegen besaßen die Fähigkeit, weitgehend unabhängig von äußeren Gegebenheiten glücklich zu sein. Als glücklicher Mensch ist Deine Leistungsfähigkeit um bis zu 200 % größer, Dein Gefühl von Fähigkeit nimmt zu und Du entwickelst Dich zu einer charismatischen Persönlichkeit.
“Habe ich als glücklicher Mensch überhaupt noch genug Antrieb, Dinge anzupacken und zu verändern?”
“Auf jeden Fall! Glücklich zu sein heißt ja nicht, lethargisch in einer Hängematte zu dümpeln. Der Wunsch sich weiter zu entwickeln ist uns angeboren. Das sieht man schon bei kleinen Kindern. Wenn sie beim Versuch laufen zu lernen auf die Nase fallen, stehen sie wieder auf und probieren es so lange, bis sie es können. Glückliche Menschen haben sogar einen viel effektiveren Antrieb. Sie sind nicht mehr überwiegend fluchtmotiviert, sondern zielmotiviert. Fluchtmotivierte Menschen wollen von etwas weg. Wenn man zielmotiviert ist, will man zu etwas hin. Wenn es mir nur darum geht, etwas zu vermeiden, bringe ich nicht die Energie auf, um den unerwünschten Zustand auch wirklich verlassen zu können. Fluchtmotivierte Menschen wissen zwar, was sie nicht möchten, aber nicht was sie eigentlich wollen. Die Zielmotivation entfaltet da wesentlich mehr Power.”
“Was unterscheidet Deine Seminare von anderen?
“Bei den meisten Erfolgsseminaren geht es um Techniken und Methoden, welche die Effizienz steigern sollen: Wie optimiere ich meine Verkaufsgespräche, dass die Leute auch wirklich kaufen? Wie führe ich meine Mitarbeiter, dass sie meine Ziele zu ihren eigenen machen? Wie kriege ich in kürzerer Zeit mehr geschafft? Der Gedanke, der dahinter steht, ist immer der Gleiche: Drück’ auf diesen Knopf und Du wirst jenes Resultat erhalten. Die Praxis zeigt aber, dass es nicht so einfach funktioniert. Ich habe immer wieder erlebt, wie Menschen die besten Methoden und Tricks angewandt haben und trotzdem gescheitert sind. Ich bin überzeugt davon, dass die Persönlichkeit eines Menschen viel entscheidender ist, als reine Erfolgstechniken. Wenn ein Mensch innere Blockaden besitzt, dann nutzt ihm keine Erfolgsmethode, keine Suggestion und kein ‘Tschaka - du schaffst es!’ Es geht jetzt darum, diese Blockaden zu lösen und den Zugang zu den bisher nicht genutzten Ressourcen zu finden. Ich setzte hier aber keine klassische Therapie ein, sondern andere wirkungsvolle Instrumente. Wenn mir meine inneren Programme keinen Stress mehr machen, kann ich durch ein gezieltes Training meine Emotionen bewusst steuern. Meine Seminarteilnehmer werden in die Lage versetzt, sich innerhalb kurzer Zeit in den gewünschten ‘Emotionsmodus’ zu bringen, der für die jeweilige Situation am sinnvollsten ist.”
“Für wen sind Deine offenen Seminare?”
“Die Seminare sind für diejenigen konzipiert, die glücklich sein möchten, ihren Erfolg in mindestens einem Lebensbereich steigern wollen und bereit sind, etwas dafür zu unternehmen. Die größte Gruppe der Teilnehmer besteht aus Inhabern von Kleinbetrieben und Freiberuflern, also Unternehmern. Es gibt aber Selbstständige, die ich nicht als ‘Unternehmer’, sondern als ‘Unterlasser’ bezeichne. Die Jammerer, die in der Opferrolle bleiben wollen und immer nur anderen Leuten die Schuld für ihre Misere geben, sind auf meinen Seminaren falsch. Auf der anderen Seite gibt es auch viele Nichtselbstständige, die unternehmerisch denken und handeln. Sie sind bereit, ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen und positiv zu verändern. Viele von ihnen engagieren sich ehrenamtlich in kirchlichen oder sozialen Projekten und in Vereinen. Deshalb mache ich meine Zielgruppe nicht am beruflichen Status fest. Mich interessiert mehr die Einstellung der Teilnehmer.
“Was motiviert Dich?”
“Wenn ich erleben darf, dass Menschen alte Pfade verlassen, um entschlossen ihren Weg des Glücks und des Erfolges zu gehen. Natürlich freut es mich, wenn ich durch meine Impulse dazu beitragen kann. Neben meinen Seminaren und Coachings biete ich eine weitere Möglichkeit an - sogar kostenlos: Ich betreibe seit Mitte August 2008 einen eigenen Weblog. Neben eigenen Praxistipps veröffentliche ich auch Interviews, oder schreibe über kompetente Persönlichkeiten, die Hilfreiches über Glück, Erfolg, Persönlichkeitsentwicklung oder Marketing zu sagen haben. Ich selbst habe auf deren Webseiten und Plattformen so hervorragende Impulse bekommen, die ich gerne weitergeben möchte.
“Mir ist aufgefallen, dass Du Deine Leser im Blog mit ‘Du’ ansprichst, während Deine Webseite im förmlichen ‘Sie’ geschrieben ist. Gibt es dafür einen besonderen Grund?”
“Zu vielen, mit denen ich länger zu tun habe, entsteht ein sehr persönlicher Kontakt. Manchmal ergebenen sich daraus sogar freundschaftliche Beziehungen. Da der Blog zunächst für solche Menschen bestimmt war, nannte ich ihn auch ‘Blog für Freunde’. Natürlich lesen immer mehr meinen Blog, die mich kaum oder gar nicht kennen. Ich habe einfach entschieden, alle meine Leser wie Freunde zu behandeln und auch so mit ihnen zu kommunizieren. Deshalb wähle ich als Ansprache das persönliche ‘Du’. Bei der Webseite hielt ich das ‘Sie’ für sinnvoller, besonders wenn sich jemand über die Angebote für Firmen informieren möchte und über eine Suchmaschine auf die Seite kommt. Bei beruflichen Erstkontakten duze ich auch nicht gnadenlos drauf los. Wer mich duzen möchte, der darf das, aber keiner muss.”
“You can say you to me!”
“Kennst Du die Fortsetzung dieses Kohl-Witzes?”
“Nein.”
“Der amerikanische Präsident Bush hat erfahren, dass Altbundeskanzler Kohl der englischen Königin das ‘Du’ mit den Worten ‘you can say you to me’ angeboten hatte. Als mächtigster Mann der Welt musste er natürlich noch einen draufsetzen: er bot ihr das ‘double you’ an.”
“Der war gut. Hast Du noch einen auf Lager.”
“Über Bush gibt es lustige Sachen. Besonders gelacht habe ich über ein Video, das ich mal im Internet gefunden habe. Ich hänge den Clip an unser Interview und wünsche viel Spaß.
Wie in meinem zweiten Beitrag versprochen, beginne ich nun eine Serie, in der Euch ich einige herausragende Persönlichkeiten vorstellen werde. Es handelt sich durchweg um kompetente Menschen, die Hilfreiches zu den Themen Glück, Erfolg, Persönlichkeitsentwicklung oder Marketing zu sagen haben.
Es geht los mit Bodo Deletz und der Ella Kensington AG, dem größten Anbieter von Glücksseminaren und Glückstrainings im deutschsprachigen Raum. Ich selbst habe an mehreren Seminaren von Bodo teilgenommen. 2005 absolvierte ich die Glückstrainerausbildung. Die theoretische Ausbildung schloss ich damals ab, das anschießende Praxiscoaching habe ich wegen umfassender beruflicher Veränderungen abgebrochen. Es war die letzte Staffel, die Bodo noch selbst leitete. Anschließend wurden Claudia Pretzl und Stefan Moerder als Ausbildungsleiter eingesetzt. Die beiden habt Ihr ja schon in meinem Beitrag “Glückliche Menschen erreichen bis zu 200 % ihrer normalen Leistungsfähigkeit” kennen gelernt. Ich hatte mich vor 2005 bereits einige Jahre mit den Themen Glück und Erfolg auseinander gesetzt. Die Grundlage für meine spätere Arbeit entstand aber eigentlich erst durch diese Ausbildung.
Bodo Deletz beschäftige sich zunächst mit autogenem Training, Mentaltraining, Hypnose und Selbsthypnose, bevor er sich dem Neurolinguistischen Programmieren (NLP) zuwandte. Nach 10 Jahren therapeutischer Arbeit mit NLP fiel ihm auf, dass er mit seiner Therapie zwar das Unglück seiner Klienten reduzieren konnte, sie aber nicht glücklicher machte. Als er anfing, sich für Neurobiologie zu interessieren, stieß er auf einen wichtigen Sachverhalt: Glück ist nicht das Gegenteil von Unglück. Das menschliche Gehirn verfügt über zwei separate neuronale Systeme für Glück und Unglück. Diese beiden Systeme sind immer gleichzeitig aktiv. Wir können also zur selben Zeit Glück und Unglück empfinden. Mal überwiegt das Glück und mal das Leid, je nachdem, welches der beiden Systeme gerade aktiver ist. Seine therapeutische Arbeit bezog sich bisher immer auf das Unglückssystem, indem er eine vorübergehende Reduzierung der Aktivität bewirkte. Da für ihn inzwischen die Steigerung des alltäglichen Glücksempfindens sehr viel bedeutender war, als die Reduzierung des Unglücks, hängte er seinen Beruf als Therapeut an den Nagel und wurde Glückstrainer.
Die Ella Kensington Seminare wurden mittlerweile von etwa 30.000 Teilnehmern besucht. Inzwischen hat Bodo Deletz sieben Bücher veröffentlicht und schreibt gerade sein achtes. Als Autor erscheint jedoch nicht sein Name auf dem Cover, sondern “Ella Kensington”. Bis heute wurden von seinen Büchern mehr als 750.000 Exemplare verkauft.
Alle sieben Bücher sind sicherlich empfehlenswert. Drei davon möchte ich aber besonders hervorheben:
Mary - Um sich auf lockere und heitere Weise mit dem Gedankengut von Ella Kensington vertraut zu machen, ist der Roman “Mary” meiner Meinung nach am besten geeignet. Es handelt von einem Mann namens Michael, der auf einem Sommercamp seiner “Traumfrau” begegnet. Bei den Versuchen, sich ihr zu nähern, steht er sich immer wieder selbst im Weg und erschafft sich ein Problem nach dem anderen. Dann gibt es noch die Geschichte in der Geschichte: Seine “Traumfrau” erzählt in mehreren Episoden von einem energetischen Wesen, das den Wunsch hat, als Mensch auf die Erde zu kommen. Es möchte unbedingt erfahren, wie es ist, Probleme zu haben. Die Situation, die sich dabei ergeben sind so ulkig, dass ich beim Lesen einige Male schallend gelacht habe. Wenn Ihr Euch das Buch besorgt, solltet Ihr darauf achten, die neueste Auflage zu erwischen. Bodo hat “Mary” öfters aktualisiert. Die Rahmenhandlung bleibt zwar unverändert, doch die Dinge über das glücklich sein, hat er dem aktuellen Erkenntnisstand angepasst. Es ist auch möglich, das Buch direkt im Online Shop von Ella Kensington zu bestellten.
Die Glückstrainer - In diesem Buch beschreibt Bodo ein höchst effizientes Glückskonzept, das auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen der Glücksforschung aufbaut. Im ersten Teil geht es um die Grundlagen, die man benötigt, um selbst glücklich zu sein. Wie man anderen bei ihrer Glücksfindung helfen kann, findet man im zweiten Teil. Teil drei (Interventionen für Fortgeschrittene) und vier (Persönlichkeitsbildung) liefert dem Leser sehr wirkungsvolle Instrumente, die sehr gut in Beratungen und bei Coachings eingesetzt werden können.
Glücksmomente - Hier wird das Konzept aus den anderen beiden Büchern konsequent weitergeführt. Obwohl dieses Buch sozusagen die “Fortgeschrittenenversion” darstellt, wurde es als eigenständiges Werk konzipiert. Die beschriebenen Übungen kann man auch ohne Vorkenntnisse gut umsetzen. Das was Bodo in diesen Büchern geschrieben hat und was ich auf seinen Seminaren und in persönlichen Gesprächen gelernt habe, hat mich und meine Arbeit wesentlich geprägt. Einiges davon werdet Ihr noch in zukünftigen Blogbeiträgen erfahren.
Ein brandheißer Tipp, den ich Euch noch mit auf den Weg geben möchte, sind Bodos kostenlose Glückstipps. Wer seine Email-Adresse in den Verteiler eintragen lässt, bekommt jeweils den neuesten Glückstipp-Newsletter zugesandt. Ihr sollte aber auch unbedingt die bisherigen Glückstipps auf der Webseite lesen. Ich empfehle Euch, bei den älteren anzufangen. Ihr könnt eventuell mit einigen Tipps mehr anfangen, wenn Ihr die vorhergehenden kennt. Es lohnt sich auf alle Fälle!
Seit Beginn meiner Selbstständigkeit bin ich erfolgsorientiert. Ich habe ständig nach neuen Möglichkeiten Ausschau gehalten, um meinen beruflichen Erfolg zu optimieren. Einige Maßnahmen haben hervorragend geklappt, andere überhaupt nicht. Manchmal hatte ich Ziele, deren Verfehlung nicht sonderlich schlimm gewesen wäre. Klar, ich hätte sie schon gerne realisiert. Wenn ich es aber nicht schaffe, dann geht die Welt wäre davon auch nicht unter. Komischerweise habe ich dann fast immer alles bekommen, was ich mir wünschte. Wenn mir ein bestimmtes Ziel jedoch ernorm wichtig war, bin ich regelmäßig gescheitert. Ich hatte lange Zeit keine Erklärung für dieses Phänomen.
Irgendwann steckte ich fest und dachte darüber nach, warum ich mir überhaupt solche Ziele setzte, wie beispielsweise mehr Kunden, höhere Umsätze, größere Gewinne und motivierte Mitarbeiter. Mir wurde klar, dass ich zwei übergeordnete Ziele verfolgte: Zum einen wollte ich genug Geld verdienen um mein Leben so zu führen, wie ich es wollte. Das bedeutete für mich Freiheit. Das zweite, was ich anstrebte, war ein erfüllender Beruf, der mir Zufriedenheit gab. Freiheit und Zufriedenheit empfand waren für mich die entscheidenden Faktoren zum glücklich sein. Also kann man zusammenfassend sagen: Ich wollte durch Erfolg zum Glück.
Dann entdeckte ich einige interessante Bücher. Was ich dort gelesen hatte, stellte meine bisherige Sichtweise auf den Kopf - ja, im wahrsten Sinne des Wortes. Es ging darum, die Reihenfolge umzudrehen: durch Glück zum Erfolg! Auf einmal bekam ich etwas in die Hand, was tatsächlich funktionierte: das eigene Glück trainieren und so ganz nebenbei seine Zielerreichung optimieren.
Ich besuchte mehrere Seminare des größten Anbieters für Glückstraining im deutschsprachigen Raum, der Ella Kensington AG, wo ich auch eine Ausbildung zum Berater absolvierte. Dort lernte ich Claudia Pretzl und Stefan Moerder lernen. Die beiden gehörten zum Coachingteam, die uns während der Ausbildung begleiteten und unterstützten. Ich merkte sehr schnell, dass Stefan für mich ebenfalls für manche berufliche Fragestellung der richtige Mentor war. Auch in der Zeit nach dem Lehrgang habe ich in schwierigen Situationen seine für mich wertvollen Dienstleistungen gerne in Anspruch genommen. Auf der Homepage von Claudia und Stefan findet man sehr interessante Informationen und Tipps zum Thema Glück.
Udo Michaelis: “Erzählt doch am Besten erst einmal etwas über Euch.”
Stefan Moerder: “Wir sind beide staatlich geprüfte Heilpraktiker und betreiben eine Praxis in München-Schwabing. Obwohl man bei uns auch die normalen Heilpraktiker-Behandlungen bekommen kann, liegt unser Schwerpunkt eindeutig im Glückstraining. Wir bieten Einzeltraining (im persönlichen Gespräch oder telefonisch) und Workshops an. Wir arbeiten bereits seit einigen Jahren im Team von Ella Kensington mit. Vor zwei Jahren wurde uns die Verantwortung für die Ausbildung zum Glückstrainer übertragen. Für mich ist auf diese Weise ein Traum wahr geworden. Ausbilder zu sein in einem Bereich den ich liebe, ist wirklich sehr erfüllend.”
Claudia Pretzl: “Als Glückstrainerin habe ich ebenfalls meinen Traumberuf gefunden. Es macht Spaß mitzuerleben, wie Menschen sich nachhaltig positiv verändern. Ich möchte möglichst viele dabei unterstützen, ihre Träume zu leben und ihr Potential ausschöpfen. In der Ausbildung kommt noch der Multiplikationseffekt hinzu. Wir bilden Menschen aus, die anderen helfen, glücklicher zu werden.”
“Welche Elemente sind entscheidend, um sich dauerhaft positiv zu verändern?”
Stefan Moerder: “Voraussetzung für eine nachhaltige Veränderung ist ein eindeutiger Beschluss. Viele wünschen sich zwar Veränderung in ihrem Leben, warten aber immer auf die richtige Gelegenheit oder die Veränderung der Situation von außen. Sie begeben sich in eine passive Rolle und sind somit Opfer äußerer Umstände. Selbst, wenn man sagt ‘ich will mich verändern …’, reicht das nicht aus, damit wirklich was passiert. Wer jedoch beschließt, sein Glück noch heute selbst in die Hand zu nehmen, bewegt sich bereits aktiv auf sein neues Ziel zu. Der nächste Punkt ist die Motivation, das eigene Lebensglück zu steigern. Es gibt einen ganzen Maßnahmen-Katalog, um das zu erreichen. Ich kann z. B. lernen, regelmäßig meine Wahrnehmung auf die Glücksmomente zu richten, die mein Leben mir bietet. Wenn mir das wichtig genug ist, werde ich diese Momente bereits nach kurzer Zeit automatisch beachten. Sehe ich aber nicht den Nutzen, den diese Art der Wahrnehmung mir bringt, bin ich auch nicht genügend motiviert. Ich benötige jedoch ein hohes Maß an Motivation, um dauerhaft dran zu bleiben.”
Claudia Pretzl: “Dranbleiben heißt für mich auch die Bereitschaft, verändernde Prozesse immer wieder ablaufen zu lassen. Durch Wiederholungen werden die beteiligten Gehirnareale trainiert und führen zur Veränderung. Die Zentren im Gehirn, die meine Glücksgefühle verursachen, wachsen auf diese Weise. Dadurch sind Glücksgefühle immer schneller und intensiver möglich.”
“Was bringt mir das Ganze denn, wenn ich emotional total abgestürzt bin? Stehe ich z. B. geschäftlich kurz vor dem Ruin, habe ich doch nur im Kopf, wie ich mich finanziell wieder sanieren kann. Muss ich nicht erst meine Probleme lösen, bevor ich mich wieder dem Glück und meinen höheren Zielen zuwenden kann?”
Stefan Moerder: “Die Frage ist, ob Du im abgestürzten emotionalen Zustand überhaupt effektiv Deine Probleme lösen kannst. Befindest Du Dich in ständiger Angst, dass Dein Leben aus dem Ruder gerät, sinkt Dein Potential auf beispielsweise 40 %, im Extremfall sogar auf 20 % Deiner normalen Leistungsfähigkeit. Alle Ängste bauen auf einem der sieben Grundbedürfnisse auf, die jeder Mensch verfolgt. Bei uns in der westlichen Zivilisation lebenden Menschen sind alle Grundbedürfnisse zwar in der Regel erfüllt, wir empfinden das aber oft unbewusst nicht so. Deshalb reagieren Deine Instinkte unter Umständen in der Situation einer drohenden finanziellen Pleite wie in einer realen Lebensgefahr, die natürlich nicht besteht, aber trotzdem schlechte Gefühle verursacht. In Wirklichkeit geht es Deinen Instinkten aber nur darum, genug zu essen, zu trinken und einen warmen und trockenen Schlafplatz zu haben. Sie möchten Schutz vor Gewalt und noch einige wenige andere Dinge. Hinwendung zum Glück ist nur dann unmöglich, wenn Dein Überleben scheinbar akut gefährdet ist. Anders ist es, wenn Du verinnerlicht hast, dass Dein Überleben gesichert ist. Wichtig ist, dass dies auf allen Ebenen geschieht, also bewusst und unbewusst. Nun hast Du auch die Möglichkeit glücklich zu sein, wenn Du Dich in einer äußerlich schwierigen Situation befindest. Als glücklicher Mensch ist es dann auf einmal umgekehrt: Du erreichst bis zu 200 % Deiner normalen Leistungsfähigkeit.”
“Wie wirkt sich das auf mein Problem aus?”
Claudia Pretzl: “Mit Deiner erhöhten Leistungsfähigkeit hast Du Zugriff auf eigenes Wissen, welches Dir im ‘Betriebsmodus Angst’ nicht zur Verfügung steht. Du bist kreativer und ziel-, chancen- und lösungsorientiert. Du siehst nicht mehr die Probleme im Vordergrund, sondern entdeckst mehrere Möglichkeiten, wie Du etwas ändern kannst. Eine bessere Ausstrahlung und positiver Einfluss auf andere sind weitere Folgen. Es ist also grundsätzlich besser, erst glücklich zu sein und dann sein Problem anzupacken.”
“Wie sieht denn eine sinnvolle Zielsetzung für einen Unternehmer aus?”
Stefan Moerder: “Genauso wie bei einem Angestellten oder Arbeitslosen. Sie unterscheidet sich höchstens im Inhalt, nicht aber bei den Faktoren. Wie ein sinnvolles Ziel sein sollte, liste ich hier einmal auf:
-selbsterfüllbar
Es macht wenig Sinn, sich ein Ziel zu setzen, deren Erfüllung von einem anderen Menschen abhängt. Ich wäre nur wieder passiv und abwartend, anstatt selbst mein Leben in die Hand zu nehmen. Um mein Ziel zu erreichen, kann ich mir natürlich Unterstützung holen. Dann sollte ich mir aber bewusst machen, dass es immer viele Möglichkeiten gibt, diese Unterstützung zu bekommen. So bekomme ich ein Gefühl von Fähigkeit und Unabhängigkeit.
-realistisch
Realistische Ziele stärken mein Selbstbewusstsein, weil ich mich so auch fähig fühle, diese zu erreichen.
-präzise
Zwei Fragen stehen am Anfang der Zieldefinition: ‘Wo stehe ich zur Zeit?’ und ‘Wo will ich hin?’. (Anmerkung von Udo Michaelis: Die gleiche Antwort gab Uwe Taaken - Partner des Monats April 2008 auf meine Frage: ‘Was ist bei der Erreichung eines Zieles von Bedeutung?’ Die drei haben sich allerdings nicht abgesprochen - ehrlich!) Aus Standort und Zielbestimmung ergibt sich, was ich für das Erreichen tun kann und welche Vorteile mir das Ziel bringt.
-unwiderstehlich
Wenn mich mein Ziel vom Hocker haut, ist auch meine Motivation stark genug, die Sache durchzuziehen. Wenn mir klar ist, was mir am meisten Spaß macht und ich diese Dinge in meinem Leben vermehre, dann kann ich daraus eine positive Leidenschaft entwickeln.”
“Würdet Ihr sagen, wenn man nur dem glücklich sein oberste Priorität einräumt und eine richtige Zielsetzung wählt, dann läuft das eigene Leben optimal?”
Claudia Pretzl: “Wir haben hier einige Aspekte vermittelt, die zu einem glücklicheren und erfolgreicheren Leben führen können. Das sind allerdings alles nur kleine Auszüge aus einem sehr komplexen Gesamtkonzept. Unser Glückskonzept bietet für sehr viele Anwendungsgebiete die passenden Antworten. ”
“Was ist Eurer Meinung nach der wichtigste Faktor für Erfolg?”
Stefan Moerder: “Ich kann nur noch einmal wiederholen, was Claudia bereits betont hat: Mache Dir zuerst gute Gefühle und gehe erst danach Deine Probleme und Anforderungen an. Das führt schneller zum Erfolg, erhöht Deine Leistungsfähigkeit, verleiht Dir eine bessere Ausstrahlung und macht Dich zu einer attraktiven Persönlichkeit.”