Wie wir wissen ist Thomas Müller Torschützenkönig und bester Nachwuchsspieler der WM. Seine Qualitäten als Wortschöpfer sind hingegen weitgehend unbekannt. Er erfand “Mexitinien”, als er gefragt wurde: “Wollen Sie lieber gegen Mexiko oder Argentinien spielen?” Müller schuf ebenfalls den Begriff “Louis-van-Löw-Fußball”, und das dürfte erst der Anfang einer ganzen Serie von Neologismen sein, der Mann ist schließlich erst 20 Jahre alt.
Carlos Dunga, der inzwischen bereits ehemaliger Nationaltrainer Brasiliens, hatte einen bemerkenswerten Spruch gebracht: “Wir müssen immer gewinnen. Und wenn wir gewinnen, dann sind wir nicht zufrieden, weil wir ein Spektakel hätten zeigen müssen. Und wenn wir ein Spektakel zeigen, sind wir auch nicht zufrieden, weil wir sieben oder acht Tore hätten machen müssen. Und wenn wir das getan haben, dann heißt es: Der Gegner war schwach.”
Gefunden habe ich diese und andere Randinformationen auf der Seite “WM von A bis Z” von “Spiegel Online“. Dort ist auch vom “Knuddel-Che” die Rede und man erfährt, dass es seit gestern in der Schweiz “Weltmeisterbesieger” T-Shirts gibt. Hier sind noch zwei weitere Kostproben:
“Italien schickte das schlechteste Team seit der Völkerwanderung, was auch damit zu tun hatte, das die meisten Spieler noch aus jener Zeit stammten. Heldenhaft übernahm Kaiser Marcello Lippi die ganze Verantwortung, stürzte sich dann aber nicht in sein Schwert, sondern fuhr in den Urlaub.”
“Wurde bei der Weltmeisterschaft in Südafrika bei 64 Gelegenheiten gespielt, von denen die allermeisten bereits vergessen sind. Als Gelegenheit zu einer vierwöchigen Weltparty funktionierte die WM weiterhin wunderbar, aber richtiger Fußball wird inzwischen in der Champions League gespielt. Oder so gefragt: Wer ist eigentlich besser? Nordkorea oder Energie Cottbus? Der 1.FC Köln oder Honduras? Borussia Mönchengladbach oder Slowenien? Der Hamburger SV oder die USA? Der FC Bayern oder Holland? Wobei es bei der letztgenannten Paarung eigentlich kaum Unterschiede gibt.”
“Wir müssen jetzt die Köpfe hochkrempeln – und die Ärmel auch.”
(Lukas Podolski)
Herzlichen Glückwunsch, Spanien! Dem Team von der iberischen Halbinsel ist es zum ersten Mal in seiner Geschichte gelungen, den Weltmeistertitel ins eigene Land zu holen. Spanien trägt sich damit als achte Nation in die Siegerliste ein, nach Brasilien (5 Mal), Italien (4 Mal), Deutschland (3 Mal), Uruguay (2 Mal), Argentinien (2 Mal), England und Frankreich. Damit hat auch das momentan beste Team der Welt die begehrte Trophäe gewonnen, auch wenn sie vielleicht nicht immer so spektakulär spielten. Den attraktivsten Fußball des Turniers bot sicherlich die Deutsche Mannschaft.
Fairerweise sollten wir allerdings zugeben, dass die Spanier im Halbfinale die überlegenere Mannschaft hatten. Sie waren taktisch hervorragend eingestellt, haben die Räume zugemacht und unseren Jungs ihr Spiel aufgezwungen. Wenn man die Anzahl der Torchancen betrachtet, dann wäre sogar ein höherer Sieg möglich gewesen. Insofern ist das einzige Manko in der spanischen Offensive die mangelnde Chancenverwertung. Ansonsten kann man das spanische Mittelfeld durchaus als “weltmeisterlich” bezeichnen. Hervorragend ist auch ihr Schlussmann Iker Casilas, der zu recht zum besten Torwart der WM 2010 gewählt wurde.
Den “Goldenen Ball” für den besten Spielers des Turniers erhielt Diego Forlán aus Uruguay. Auch dieser Entscheidung stimme ich voll und ganz zu. Forlán hatte einen entscheidenden Anteil daran, dass seine Mannschaft bei dieser WM so hervorragend abschnitt und auch im letzten Spiel gegen Deutschland einen spannenden Fight hinlegte.
Erfreulich aus Deutscher Sicht ist, dass Thomas Müller WM-Torschützenkönig wurde und außerdem die Auszeichnung für den besten Nachwuchsspieler bekam. Der Stürmer des FC Bayern steht damit am Beginn einer erstaunlichen Weltkarriere. Erst 20 Jahre ist er alt und spielte vor zwei Jahren noch in der dritten Liga. Schon einmal gab es einen Zwanzigjährigen, der eine überragenden WM spielte und dem man danach eine große Karriere prophezeite. Das war im Jahr 1966 und sein Name war Franz Beckenbauer.
“Der Junge ist schnell, hat eine gute Technik und schnappt vor allem nicht über. Der wird ein Großer!”
(Gerd Müller über Thomas Müller)
“Wenn du so gerne das Fähnchen schwenkst, dann such dir doch ‘nen Job am Flughafen.”
(Erik Meijer)
Von allen Engländern zeigte Howard Webb die beste Leistung bei der diesjährigen WM. Nein, er gehört nicht zu den Spielern und ist weder Trainer noch Betreuer. Howard Webb ist Schiedsrichter und leitete bei dieser WM bisher drei Spiele, u.a. das Achtelfinale Brasilien gegen Chile. Momentan wird dermaßen viel über schlechte Schiedsrichterleistungen diskutiert und da wollte ich einfach mal einen Referee erwähnen, der seinen Job gut gemacht hat.
Natürlich ist es unbestritten, dass einige Teams aufgrund fehlerhafter Schiedsrichterentscheidungen benachteiligt wurden. Den US-Amerikanern ist das bei dieser WM mindestens drei Mal passiert. Zwei reguläre Tore - je eines gegen Slowenien und Algerien - wurden ihnen aberkannt. Außerdem übersah das Schiedsrichtergespann die Tätlichkeit eines Algerischen Spielers und das hätte eine Rote Karte zur Folge haben müssen. Sind nun die Schiedsrichter für eine Wettbewerbsverzerrung verantwortlich, wenn die Ergebnisse durch Fehlentscheidungen verfälscht werden? Meine Antwort: Nein! Die Ursache liegt an einer anderen Stelle.
Um das Problem zu erkennen, schauen wir uns zunächst den 3:1-Achtelfinalsieg Argentiniens gegen Mexiko an. Das für gültig erklärte Abseitstor der Argentinier zur 1:0-Führung flimmerte über alle Stadionleinwände. Durch die eingespielte Zeitlupe wurde der Schiedsrichter öffentlich vorgeführt. Wie aber reagiert die FIFA? Einzige Maßnahme war eine Überprüfung der Video-Einspielungen auf den Stadion-Bildschirmen. Dort dürfen strittige Szenen nicht als Wiederholung für die Stadion-Besucher gezeigt werden. “Da ist ein Fehler passiert. Wir wollen sicherstellen, dass dies nicht mehr passiert”, kommentierte Maingot die öffentlich übermittelte Zeitlupe. Zu dem offensichtlichen Patzer des Referees sagte er kein Wort.
Schiedsrichter sind auch nur Menschen und sie machen Fehler wie alle anderen. Es existieren aber heutzutage hervorragende technische Voraussetzungen, um sie bei einer guten und sicheren Entscheidungsfindung zu unterstützen. Die Weigerung der FIFA, Dinge wie den Videobeweis und andere Hilfestellungen zuzulassen, erinnert mich an die Haltung der katholischen Kirche im Mittelalter. Vehement verteidigte sie ihr altes Weltbild, obwohl die Hinweise nicht mehr zu übersehen waren, dass die Erde doch rund ist. So ähnlich verhält sich die FIFA: Sie bleibt ihrer antiquierten Linie treu, obwohl alle Welt inzwischen sieht, was Sache ist. Lieber die eigenen Schiris wie Deppen aussehen lassen, als die erforderlichen Veränderungen in Gang zu bringen.
Das Achtelfinale ist überstanden und Deutschland hat mit einer spielerisch guten Leistung England zurück auf die Insel geschossen. In der Offensive gefiel mir vor allem Thomas Müller, im Mittelfeld setzte Sebastian Schweinschweiger die entscheidenden Impulse und Arne Friedrich hat hervorragende Abwehrarbeit geleistet. Nun kommt es genau wie 2006 zur Viertelfinalbegegnung gegen Argentinien, so wie ich es in meinem Beitrag „Fußball WM 2010 (Teil 2) - Wer wird Weltmeister?“ vorausgesagt habe.
Bei meinen Prognosen bezüglich der Achtelfinalteilnehmer lag ich zwölf Mal richtig: Mexico, Argentinien, USA, England, Deutschland, Ghana, Niederlande, Paraguay, Brasilien, Portugal, Spanien undChile überstanden die Vorrunde. Vier Mannschaften hatte ich allerdings nicht auf der Rechnung: Uruguay, Südkorea, Japan und die Slowakei.
In meinem Beitrag “Fußball WM 2010 (Teil 1) - Wer übersteht die Vorrunde?” machte ich dann noch eine detaillierte Voraussage, die auch exakt eingetreten ist: Portugal erzielte zunächst ein Unentschieden gegen die Elfenbeinküste und qualifizierte sich fürs Achtelfinale nach einem Sieg gegen Nordkorea mit einem weiteren Unentschieden gegen Brasilien, die im Schongang spielten. Ebenfalls habe ich gesagt, dass Frankreich bereits in der Vorrunde rausfliegt. Deutschland wurde Gruppenerster - das passte auch. Nur der Tipp mit zwei Siegen und einem Unentschieden war falsch. Gegen Serbien haben unsere Jungs ja bekannterweise verloren. Mit meiner Vermutung, Italien würde mit einem Sieg und zwei Unentschieden die Vorrunde überstehen, lag ich nach dem zweiten Spiel der “Squadra Azzurra” noch im grünen Bereich. Dann sind sie allerdings von der Slowakei aus dem Turnier gekickt worden. Ich hatte ja nicht allzu viel von den Italienern erwartet, aber nur zwei Punkte und Gruppenletzter - damit habe ich nicht gerechnet. Naja, immerhin haben sie als amtierender Weltmeister damit noch doppelt soviel geholt, wie der Vizeweltmeister Frankreich.
Da ich vier Mannschaften für das Achtelfinale falsch getippt habe, konnten meine vorhergesagten Teams fürs Viertelfinale auch nicht mehr passen. Mit Argentinien, Deutschland, Niederlande, Brasilien, Ghana und Spanien hatte ich recht, Uruguay ersetzt Südafrika und Paraguay hat sich anstelle von Italien als Gruppensieger durchgesetzt und spielt ebenfalls unter den besten Acht. Meine drei Favoriten Brasilien, Spanien und Deutschland sind nach wie vor auf Kurs und werden den Titel unter sich ausmachen. Da ich nach dem Ausscheiden Südafrikas einen Ersatz brauche, tippe ich auf Uruguay als Halbfinalist.
Ach ja, in meinem Beitrag “Fußball WM 2010 (Teil 3) - Uwe Seeler nervt in Südafrika” hatte ich noch den Spruch gebracht, dass Miroslav Klose vielleicht gegen England ein Tor mit dem Hinterkopf erzielen würde. Tatsächlich hat der Miro das 1:0 geschossen, auch wenn es nicht in “Uwe Seeler Manier” geschah. Es gab und gibt für alle Zeiten eben nur einen echten “Uns Uwe”.
“Nein, liebe Zuschauer, das ist keine Zeitlupe, der läuft wirklich so langsam.”
(Werner Hansch)
“Erst wenn der Schnee geschmolzen ist, siehst du, wo die Kacke liegt.”
(Rudi Assauer)
Da sagte doch neulich jemand nach dem Eröffnungsspiel: “Diese ‘Uwe-Seeler-Tröten’ gehen mir echt auf den Zeiger!” Mir war klar, dass er damit diese Dinger meinte, die im Kollektiv verwendet, den akustischen Eindruck eines gewaltigen und überdimensionalen Insektenschwarms hervorriefen. Aber wieso ‘Uwe Seeler’? Es kann doch wohl nicht sein, dass diese Instrumente nach unserem legendären ‘Uns Uwe’ benannt wurden. Obwohl - verdient hätte er es natürlich. Die Älteren werden sie sich sicher erinnern, wie er mit der Deutschen Mannschaft bei der WM 66 als Spielführer Vizeweltmeister wurde. Unvergessen bleibt auch sein Tor bei der WM 70 im Viertelfinale gegen England. Mit seinem Hinterkopf erzielte er den Ausgleich zum 2:2 und erzwang damit die Verlängerung. Das Spiel gewann Deutschland schließlich mit 3:2 durch ein Tor von Gerd Müller.
“Tatsächlich”, dachte ich dann im Spiel Uruguay gegen Frankreich, “auch der Reporter hat gerade von ‘Uwe-Seeler-Tröten’ gesprochen. Nach einiger Zeit bemerkt ich allerdings, dass es sich um einen Hörfehler gehandelte. Diese Geräte heißen nicht “‘Uwe-Seelers”, sondern “Vuvuzelas”. Diese lustige Verwechselung soll schon mehreren Leuten passiert sein.
Die Deutsche Mannschaft hat ihr Auftaktspiel zur WM gegen Australien bravourös gemeistert. 4:0, das ist schon mal eine deutliche Ansage. Von allen Spielern hat mir am Besten Thomas Müller gefallen. Aber auch Phillip Lahm, Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira und Mesut Özil haben eine überzeugende Leistung gebracht. Lukas Podolski hat mit seinem Tor zum 1:0 mal wieder gezeigt, dass er bei der Deutschen Nationalmannschaft im entscheidenden Moment treffen kann. Während ich so etwas von Poldi durchaus erwarte, muss ich zugeben, dass ich die Aufstellung von Miroslav Klose kritisiert habe. Was er in letzter Zeit gezeigt hatte, was ja wirklich nicht berauschend. Aber jetzt, wenn es um etwas geht, schlägt er wieder zu. Respekt Jogi, für den richtigen Riecher.
Allerdings sollte man diesen Sieg auch nicht überbewerten. Deutschland hatte das Glück, ihr erstes Spiel gegen den wahrscheinlich schwächsten Gegner in der Gruppe bestreiten zu können, um dann von Spiel zu Spiel immer mehr gefordert zu werden. Von allen Mannschaften, die bisher bei dieser WM gespielt haben, war die Deutsche definitiv die beste. Ansonsten hat Argentinien ganz ordentlich gespielt und mit einigen Abstrichen auch Mexico, Südkorea und Ghana.
Gerade ist das Spiel der Niederlande gegen Dänemark zu Ende gegangen. Bis zur Hereinnahme von Eljero Elia war das ein ziemlich müdes gekicke. Erst der beim HSV spielende Stürmer brachte Schwung ins Spiel der Holländer, das dieses schließlich mit 2:0 gewannen. Ein einziger guter Spieler wird wahrscheinlich nicht reichen, um die nächsten Spiele ebenfalls zu gewinnen.
Genauso sieht es auch bei der Englischen Mannschaft aus. Man muss Wayne Rooney wirklich bescheinigen, dass er sich für seine Mannschaft richtig ins Zeug gelegt hat und sein Siegeswille war deutlich erkennbar. Aber was war nur mit seinen Kollegen los? Angesichts dessen, was man in der Gruppe C gesehen hat, brauchen wir uns fürs Achtelfinale keine Sorgen zu machen. Selbst wenn es gegen England gehen sollte: Die Truppe von der Insel bereitet nicht gerade Angst und Schrecken. Vielleicht gelingt dann ja unserem Miro ein schönes Tor mit dem Hinterkopf zu erzielen wie einst Uwe Seeler - ob mit oder ohne Tröte.
“Zwei Chancen, ein Tor - das nenne ich hundertprozentige Chancenauswertung.”
(Roland Wohlfahrt)
“Wenn sich jemand dehnen will, soll er nach Dänemark fahren. Bei mir wird gelaufen.”
(Eduard Geyer)
Aus meinem letzten Beitrag wisst Ihr jetzt also, welche Teams das Achtelfinale erreichen werden. Schauen wir uns nun an, was danach kommt. Für die Gruppe E hatte ich Euch prophezeit, dass die Niederlande und Kamerun die Vorrunde überstehen werden. Die Holländer gehören für mich zwar nicht zu den Top-Favoriten auf den Weltmeistertitel, ich schätze sie allerdings schon um einiges stärker ein, als bei der letzten WM.
Damals haben sie sich mit zwei knappen Siegen und einem Unentschieden glanzlos für das Achtelfinale gegen Portugal qualifiziert - ein brutales Klopperspiel bei dem man den Eindruck hatte, dass der Schiedsrichter früher einmal Profi-Kartenspieler gewesen sein muss. Die Akteure durften insgesamt 16 (in Worten sechzehn) bunte Kartons betrachten: achtmal in leuchtendem Gelb und viermal als modische Zweierkombination in Gelb und Rot. Das Spiel selbst haben die Holländer dann mit 1:0 verloren - verdientermaßen … glücklicherweise … Jubel, Jubel …♪♪♫♫ ♫♪ ohne Holland, fahr’n wir zur … nee, das gehört zu einer anderen WM … sorry, da sind doch glatt die Pferde mit mir durchgebrannt - aber gefreut hatte ich mich damals trotzdem! In diesem Jahr werden sie bis ins Viertelfinale kommen, aber danach ist Schluss mit lustig!
Wenn es gut läuft, könnte es dem Gastgeberland gelingen, bis ins Halbfinale zu kommen. Als Voraussetzung dafür sehe ich allerdings, dass sie Gruppensieger werden. Bei ihrer starken Gruppe könnte die Sache natürlich auch schon nach der Vorrunde vorbei sein, oder im Achtelfinale, falls sie gegen Argentinien antreten müssen. Bei zwei rein afrikanischen Duellen hätten sie aber gute Chancen auf ein Weiterkommen - gegen Nigeria im Achtelfinale und gegen Ghana im Viertelfinale, falls es denen gelingen sollte, vorher England zu schlagen.
Richtig spannend könnte auch ein Achtelfinalspiel zwischen Spanien und Portugal werden. Ich glaube, dass die Spanier ihren iberischen Nachbarn rauskicken, anschließend die Italiener nach Hause schicken werden und dann gegen Deutschland im Halbfinale stehen. Die Deutschen werden es vorher in ihrem Viertelfinale gegen Argentinien äußerst schwer haben. Das wird ein ähnlich hartes Ding wie vor vier Jahren, als Deutschland erst nach Elfmeterschießen gewann.
Im Halbfinale gibt es folgende Begegnungen:
Südafrika - Brasilien
Deutschland - Spanien
Nachdem die Spieler aus Südafrika so weit gekommen sind, ist ihre Euphorie nicht mehr zu bremsen und sie sehen sich schon als Weltmeister. Möglicherweise war Brasilien bis zu diesem Zeitpunkt nicht in allen bisherigen Spielen so überzeugend und hat das ein oder andere Match mehr ergebnisorientiert gespielt, als Zauberfußball zu bieten. Doch jetzt, im entscheidenden Moment, hebeln die Männer vom Zuckerhut und der Copacabana das Gastgeberland gekonnt aus, die ihnen ins offene Messer rennen.
Im anderen Halbfinale muss sich Deutschland erneut den Spaniern beugen, wie schon vor zwei Jahren im EM-Finale. Zm Trost erkämpfen sich unsere Jungs im “kleinen Finale” den dritten Platz. Dieses letzte Spiel wird für unsere Jungs eine klare Angelegenheit, weil die Mannschaft aus Südafrika ihre Niederlage aus dem Halbfinale immer noch nicht verkraftet hat und sich nicht mehr zum letzten Ansturm aufbäumen kann.
Das Finale bestreiten somit Brasilien und Spanien. Wer wird nun Weltmeister?
Ich stelle mir das ungefähr so vor: Die Spanier gehen aufgrund ihrer überragenden Leistungen in den vorhergehenden Spielen als leichter Favorit ins Endspiel. Die Brasilianer haben zwar die meisten ihrer Spiele ebenfalls souverän gestaltet, aber manchmal eher glanzlos und ergebnisorientiert. Am Anfang des Finales ist es auch die spanische Mannschaft, die mehr Druck macht und feldüberlegen ist. Nach einer erfolglosen Drangperiode fangen sich dann die Iberer ein Kontertor ein und sind dann etwas von der Rolle. In der Folgezeit verkrampfen sie sich mehr und mehr. Brasilien bekommt das Spiel immer besser in dem Griff - und wird Weltmeister!
Nun greife ich noch ein wenig in die Statistik-Kiste, aus der ich weitere Begründungen liefere, warum es diesmal Brasilien packen wird: Seit Beginn der Fußball-Weltmeisterschaften gab es nur Weltmeister, die entweder aus Südamerika, oder aus Europa stammten. Der Weltmeister kam grundsätzlich auch von dem Kontinent, wo die WM stattfand - mit einer Ausnahme: Brasilien ist es als einziger Mannschaft bisher zwei Mal gelungen, diese Regel zu durchbrechen. 1958 haben sie in Schweden den Titel gewonnen und 2006 waren sie in Südkorea und Japan erfolgreich. 2010 findet zum ersten Mal in der Geschichte eine Fußball WM in Afrika statt. Vielleicht gelingt es erstmals einer afrikanischen Mannschaft, bis ins Halbfinale vorzudringen. Für das Finale oder sogar den Weltmeistertitel sind die afrikanischen Teams allerdings noch nicht reif genug. Also kommt der Weltmeister von einem fremden Kontinent. Da die europäischen Mannschaften nie außerhalb Europas den Titel geholt haben und Argentinien und Uruguay dieses bisher auch nur auf dem eigenen Kontinent gelungen ist, bleibt also nur Brasilien übrig.
“Es ist nichts scheißer als Platz zwei.”
(Erik Meijer)
“Fußball ist ein Spiel von 22 Leuten, die rumlaufen, den Ball spielen, und einem Schiedsrichter, der eine Reihe dummer Fehler macht und am Ende gewinnt immer Deutschland.”
(Gary Lineker)
♪♪♫
Jetzt geht’s lo - hos …
♪♪♫♫♪♪
Olé Olé Olé Olé …
Zu den total abgefahrenen Fußballfans gehöre ich eigentlich nicht. Wenn ich gerade nichts Besonderes zu tun habe, sehe ich mir am Samstag schon mal die Sportschau an, oder schaue das ein oder andere Champions-League-Spiel. Aber alle vier Jahre packt mich der Wahnsinn. Falls es irgendwie geht, sehe ich mir bei einer WM alle Spiele an. Dazu gehören auch so Kracher wie Algerien gegen Slowenien oder Hammerspiele wie Neuseeland vs. Slowakei. In diesem Beitrag verrate ich Euch, welche Mannschaften die Vorrunde überstehen werden. Im nächsten Artikel erfahrt Ihr dann, wer ins Viertelfinale, Halbfinale und ins Finale kommen wird und wie der künftige Weltmeister heißt. Woher ich das jetzt schon weiß?
Nun ja, ich bin halt ein gefürchteter Ergebnis-Tipper und habe bei früheren Weltmeisterschaften schon ganz ordentlich abräumt. Bei der WM 1998 hatte ein Modehaus meines damaligen Wohnortes Höxter einen Wettbewerb veranstaltet, bei dem alle Spiele der Vorrunde getippt werden mussten. Einige Tausend Leute haben sich an diesem Wettbewerb beteiligt, aber ich war derjenige, der den ersten Preis gewonnen hatte: einen Einkaufsgutschein im Wert von 500 DM. Bei der letzten WM hatte einer meiner Lieferanten bundesweit zu einem Gewinnspiel eingeladen. Ich war tatsächlich nur einer von Zweien, der Italien richtig als Weltmeister voraussagten. Außerdem hatte ich sämtliche Mannschaften richtig getippt, die sich für das Viertelfinale qualifizierten und auch gesagt, dass Deutschland Dritter wird. (Angebermodus aus!) Zwei Mal lag ich knapp daneben. Auf Platz vier sah ich die Mannschaft aus England. Die Jungs von der Insel verloren allerdings ihr Viertelfinale gegen Portugal nach Elfmeterschießen. Dann hatte ich noch auf Brasilien als Vizeweltmeister getippt, die aber ihr Viertelfinalspiel gegen die Franzosen vergeigten.
Bevor ich zur WM 2010 komme, erklär ich Euch noch, was mich dazu veranlasst hat, das hier zu schreiben. Palloo Petrov hat in seinem Weblog DeLuXe einen Blog-Karneval zur Fußball WM 2010 gestartet. Wir Blogger sollen einen Beitrag darüber verfassen, wer Weltmeister wird und warum. Bei dieser Aufgabenstellung fühle ich mich allerdings hoffnungslos unterfordert. Deshalb kommt heute meine komplette Vorhersage, welche Teams das Achtelfinale erreichen werden. Der zweite Teil erscheint am Montag. Dann verrate ich Euch alle Sieger der Spiele ab dem Viertelfinale und natürlich den kommenden Weltmeister. Einen dritten Teil zur Fußball WM 2010 habe ich für den 14.06.2010 vorgesehen - einen Tag nach dem ersten WM-Match der deutschen Mannschaft gegen Australien.
Nun sehen wir uns erst einmal die schwer berechenbare Gruppe A an. Dort spielen Franzosen zusammen mit Südafrika, Mexiko und Uruguay. Ich schätze alle ungefähr gleich stark ein. Vielleicht hängen die Urus minimal zurück, aber im Prinzip kann Jeder Jeden schlagen. Mein Tipp: Die “L’Equipe tricolor” bleibt auf der Strecke und das Gastgeberland qualifiziert sich neben Mexiko fürs Achtelfinale. Die Franzosen, die sich nur knapp durch ein “Handballtor” für die WM qualifizierten, ziehen bei diesem Turnier keinen Fisch von der Roste. Mit einen Durchschnittsalter der Spieler von ungefähr 53 Jahren (na ja, ein bisschen übertrieben, aber es geht zumindest in die Richtung) fehlt ihnen die entscheidende Spritzigkeit. Trainer Raymond Domenech wird außerdem auf einige angeschlagene Leistungsträger verzichten müssen, weil diese Schwierigkeiten haben, sich mit ihrem Rollstuhl auf dem Rasen voranzubewegen, oder ihr Altenpfleger keinen Bock hat, ständig darauf zu achten, dass sie auch regelmäßig ihr Doppelherz zu sich nehmen.
Eine spannende Geschichte könnte es auch in der Gruppe G geben. Gleich beim ersten Spiel zwischen der Elfenbeinküste und Portugal gibt es möglicherweise eine Vorentscheidung. Ich denke, dass der Sieger dieser beiden Mannschaften neben Brasilien weiterkommt. Mein Tipp für dieses Spiel ist ein Unentschieden und am Ende hat Portugal die Nase vorn. Falls die Brasilianer die Sache bereits vorzeitig im Sack haben sollten, spielen sie vielleicht im Schongang und Portugal könnte dann im letzten Spiel gegen die “Seleção” noch den entscheidenden Punkt holen.
Und was macht Deutschland? Die holen sich mit zwei Siegen und einem Unentschieden gegen Ghana den Gruppensieg. Später könnte es dann genau wie 2006 zu einem Viertelfinale gegen Argentinien und einem Halbfinale gegen Italien kommen. Letzteres halte ich allerdings für unwahrscheinlich, denn in diesem Jahr gehören die Italiener meiner Meinung nach nicht zu den Favoriten.
Die Vorrunde wird die “Squadra Azzurra” allerdings überstehen: Mit einem Sieg, zwei Unentschieden und einem Torverhältnis von 1:0, oder so ähnlich.
So könnten die Achtelfinal-Paarungen aussehen:
Südafrika - Nigeria
England - Ghana
Deutschland - USA
Argentinien - Mexico
Niederlande - Paraguay
Brasilien - Chile
Italien - Kamerun
Spanien - Portugal
Ich bin mal gespannt, wie oft ich richtig liege!
“In jedem Kader gibt es fünf richtig blöde Spieler. Von denen würde einer auf jeden Fall unter der Brücke landen, wenn er nicht Fußball spielen würde.”
(Hans Meyer)
Dieses Spiel fand in Hessen statt. Nach Ablauf der regulären Spielzeit am 27.01.2008 stand es 2:1 für die SPD. Alle Treffer fielen durch Eigentore. Diese drehte das Spiel in der Nachspielzeit zugunsten der CDU. Ja genau, nicht die CDU hat das Spiel gedreht, sondern die SPD durch zwei weitere Eigentore von Ypsilanti.
Nach dem Schlusspfiff gab es ein gellendes Pfeifkonzert der Zuschauer. Einige wenigen Anhänger im CDU-Fanblock schwenkten ihre Fahnen und freuten sich über den Sieg ihrer Mannschaft. Von den überwiegend neutralen Zuschauern in der Hessen-Arena wurden diese aber kaum wahrgenommen. Fast alle waren sich darüber einig: Keine der Mannschaften hätte den Sieg verdient gehabt, denn beide spielten wie Absteiger.
Nach einer farblosen ersten Halbzeit ging es mit 0:0 in die Kabine. Was die Akteure in der zweiten Spielhälfte boten, war teilweise unzumutbar: extrem viele Fehlpässe, gravierende Probleme bei der Abstimmung, grobe Fouls und massenweise Geschenke an den Gegner, die in den bereits erwähnten Eigentoren gipfelten, bestimmten den Spielverlauf.
Auch die Einwechselung von Thorsten Schäfer-Gümbel für die SPD kurz vor Ende des Spiels, änderte nichts mehr an der katastrophalen Niederlage seiner Mannschaft. Obwohl er als Edel-Reservist bisher nur auf der Ersatzbank saß, sollte er in den letzten Minuten als Spielmacher im offensiven Mittelfeld das Ruder noch einmal herumreißen. Eine Aufgabe, die ihn hoffnungslos überforderte.
Bleibt zu hoffen, dass uns solche Gurkenspiele in Zukunft erspart bleiben. Ansonsten spielen die Mannschaften vielleicht bald vor leeren Rängen. Soweit der Spielbericht - ich schalte zurück in die angeschlossene Sendezentrale.
Die SPD ist innerhalb eines Jahres von 36,7 % auf 23,7 % gestürzt. Die CDU bekam ihre Quittung ja bereits vorher, denn sie hat ihre Eigentore ja auch schon eher geschossen: Von 48,8 % bei der Wahl 2003 fiel sie 2008 auf 36,8 %. Die einen verloren also 13 und die anderen 12 Prozentpunkte. Eine Signalwirkung ist allerdings äußerst interessant: Die FDP verbesserte sich von 7,5 % bei der Wahl 2008 auf 16,2 %, die Grünen machten aus 9,4 % immerhin 13,7 %. Eine bemerkenswerte Tendenz, die noch krasser ausfällt, wenn man sich mal ansieht, was in den letzten 10 Jahren passiert ist. 1999 erreichte die FDP 5,1 % und die Grünen 7,2 %. Obwohl die Linkspartei zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht vertreten war und sich inzwischen auch ihren Teil vom Kuchen abgeschnitten hat, erzielte die FDP mehr als das Dreifachen und Die Grünen knapp das Doppelte ihres damaligen Ergebnisses.
Falls die beiden große Parteien auch in Zukunft weiter so einen großen Mist bauen, können wir uns möglicherweise bald auf vielleicht völlig neue Konstellationen freuen. Es ist schon vieles in der Geschichte passiert, was man vorher für unmöglich hielt. Wer weiß, vielleicht gibt es ja in 4 oder 8 Jahren eine Regierungskoalition aus FDP, den Grünen und einer Partei, die heute vielleicht noch gar nicht existiert - und Arminia Bielefeld wird Deutscher Meister!