Der Fluss des Lebens
Mittwoch, 24. März 2010, 17:40 Uhr
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Manchmal höre ich, dass gute und richtige Wege immer schwierig und voller Hindernisse wären. “Dieser Weg wird kein leichter sein. Dieser Weg ist steinig und schwer.” Klar enthält dieser Song von Xavier Naidoo, der die Deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2006 begleitet hat, eine tiefe Wahrheit. Wenn es darum geht, sich selbst zu finden, halten unsere eingefleischten Gewohnheiten uns oft davon ab, neue Wege zu beschreiten.

Aber wie sieht es aus, wenn Du wirklich “Dein Ding” findest und erkennst, worin Deine ganz besonderen Fähigkeiten und Begabungen liegen? Wenn der Startschuss zum Aufbruch gefallen ist, befindest Du Dich dann automatisch auf einem schweren und steinigen Weg? Ich behaupte, genau das Gegenteil ist der Fall. Schwierigkeiten und Hindernisse treten vor allem auf, bevor Du auf diesen Weg trittst.

Es gibt so vieles, was Dich von Deinem Weg abhalten kann: alte Gewohnheiten, Sicherheitsdenken, Angst vor der Ungewissheit, Ratschläge Dritter, oder die Frage “Was sollen Andere von mir denken, wenn ich meine Komfortzone verlasse und mich auf ungewohntes Terrain begebe?” Hast Du diese Widerstände aber erst einmal überwunden, dann läuft’s.

Row, row, row your boat
gently down the stream,
merrily, merrily, merrily, merrily,
life is but a dream.

Dieses irische Kinderlied aus dem 19. Jahrhundert könnte man folgendermaßen übersetzen:

Rudere, rudere, rudere dein Boot
sachte den Strom hinab,
fröhlich, fröhlich, fröhlich, fröhlich
das Leben ist ein Traum

In “Star Trek V - Am Rande des Universums” gibt es eine witzige Szene. Caiptain Kirk und Dr. McCoy sitzen am Lagerfeuer und singen dieses Lied. Mr. Spock weigert sich allerdings mitzusingen, weil das Lied keinen Sinn habe. Na ja, Spocky in allen Ehren, aber das sehe ich anders.

Wenn Du etwas tust, das nicht Deinen Neigungen und Fähigkeiten entspricht, dann gleichst Du einem Mann, der auf den Fluss des Lebens stromaufwärts fährt. Du musst einen ernormen Kraftaufwand betreiben, um Dich gegen die Strömung vorwärts zu bewegen.

Fährst Du allerdings stromabwärts, dann unterstützt Dich die Strömung. Es gibt Phasen, da befindest Du Dich in “seichten Gewässern”, wo rudern erforderlich ist. Dann gibt es wieder Streckenabschnitte, auf denen die Strömung stark ist. Dort fließt das Boot von alleine und Du kannst Dich auf das Steuern beschränken. Aber ganz egal, ob die Strömung schwach oder stark ist, sie unterstützt Dich auf jeden Fall.

Sehr passend finde ich ein Zitat von Ralph Waldo Emerson, welches ich bereits in meinen Beitrag “Geld ist schön” geschrieben habe:

“Jeder Mensch hat seine Berufung, die ihn aufwärts weist. Sein Talent ist der Ruf. Nach einer Richtung hin stehen ihm alle Wege offen. Seine Fähigkeiten sind eine schweigende Aufforderung, sich in deren Richtung immer wieder zu bewähren. Er kann sich ihnen nicht entziehen. Er gleicht einem Schiff auf einem Fluss. Er stößt auf beiden Seiten auf Hindernisse, nur auf einer einzigen nicht. Auf dieser ist jedes Hindernis hinweggeräumt und er gleitet ruhig über göttliche Tiefen hinaus ins Meer.”

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Außergewöhnlich trotz Handicap
Donnerstag, 9. Oktober 2008, 16:34 Uhr
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Manchmal erzählen mir Bekannte frustriert, sie könnten ihren Lebenstraum nicht erfüllen. Angeblich würden dazu wichtige Voraussetzungen fehlen: Man besitzt nicht genug Geld, hat den falschen Partner geheiratet oder die Gesundheit ist den Bach runter gegangen.

Im Blog “Quest” habe ich ein beeindruckendes Video gefunden. Trotz eines gravierenden Handicaps spielt ein Mann seine Gitarre auf eine wirklich erstaunliche Weise. Auch die beiden Tänzer im zweiten Video haben mich sehr berührt.

Schaut Euch die beiden Clips an, entspannt Euch, seid froh über die Möglichkeiten, die das Leben für Euch bereit hält und hört auf zu jammern.

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Stärke Deine Stärken
Donnerstag, 25. September 2008, 11:23 Uhr
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Ein deutscher Manager errichtete im Reich der Tiere ein Institut für die Ausbildung von Führungskräften. Er entwickelte ein Trainingskonzept, durch welches das Tier mit den besten Leistungen ermittelt werden sollte. An dem Trainingsprogramm nahmen der Adler, die Ente, der Hase, das Eichhörnchen und die Qualle teil. Die Tiere wurden intensiv geschult und auf ihre Abschlussprüfung vorbereitet. Alle bekamen die gleiche Aufgabenstellungen: einen Baum hochklettern, von der Baumkrone herunterfliegen, einen Teich durchschwimmen und um den Teich laufen.

Es war herrlich anzusehen, wie der Adler am ersten Trainingstag majestätisch durch die Lüfte schwebte. Die anderen Disziplinen bereiteten ihm allerdings erhebliche Schwierigkeiten. Beim Lauf um den Teich verletzte er sich einen Flügel. Das führte zu einer deutlichen Beeinträchtigung beim Fliegen. Anderen Tieren ging es ähnlich. Die Ente zerfetzte ihre Schwimmhäute beim Versuch, den Baum hochzuklettern, der Hase brach sich beim Flug von der Baumkrone seine Vorderläufe und das Eichhörnchen wäre beim Schwimmen beinahe abgesoffen. Durch ihre Blessuren waren die Tiere in ihren Spezialdisziplinen längst nicht mehr so gut wie vorher.

Nach wochenlangem hartem Training war das Programm beendet. Jetzt wurde ausgewertet und gerechnet. Wer hatte am Ende die Nase vorn? Die Tabellen vermittelten ein überraschendes Ergebnis: Klassenbester war die Qualle! Mit ihrer glitschigen, schleimigen Art erbrachte sie in allen Disziplinen halbwegs mittelmäßige Leistungen, mogelte sich durch die Prüfung und wurde so zum Sieger gekürt.

Die Qualle nahm an einem weiteren Trainee-Programm teil und bekam anschließend einen Posten im mittleren Management eines bekannten deutschen Konzerns. Die Ente bekam auf ihrem Abschlusszeugnis gerade noch eine vier im Klettern, weil sie sich immerhin bemüht hatte. Sie arbeitete weiter an ihrer Klettertechnik und bekam einen Job als stellvertretender Baumkletterer. Das Eichhörnchen bewarb sich zwar ebenfalls um diesen Posten, entsprach aber nicht den Vorstellungen des Personalchefs. Aufgrund seiner Statur hätte er wahrscheinlich nicht das erforderliche Durchsetzungsvermögen für eine derartige Tätigkeit. Es gäbe aber noch eine freie Stelle in der Schwimmabteilung. Wenn sich das Eichhörnchen dort bewährt hätte, würde man weitersehen.

Der Hase machte sich schwere Vorwürfe. So sehr er sich auch anstrengte, er bekam die Sache mit dem Fliegen einfach nicht hin. Er fühlte sich als totaler Versager, erkrankte an einer Depression und wurde in eine geschlossene Klinik eingewiesen.

Der Adler hatte nach einigen erfolglosen Versuchen die Schnauze voll von der deutschen Karieremaschinerie. Jetzt hält er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, mal als Läufer, mal als Schwimmer. Im Gegensatz zu seinen Kollegen, hat er wenigstens noch Zeit für sein Hobby. Den ganzen Tag wartet er darauf, dass es endlich 17 Uhr wird. Dann kann er endlich das machen, wofür sein Herz schlägt. Er trainiert die C-Jugend des VFL Powerflug. Mit Leidenschaft und Hingabe gibt er seine Erfahrungen an die Kids weiter. Letztes Wochenende haben “seine Jungs” ein sensationelles Unentschieden gegen den Tabellenführer erzielt - und das sogar auswärts. Innerhalb von nur acht Monaten hat er die Mannschaft vom vorletzten Platz auf eine Position im oberen Tabellendrittel geführt. Schade, dass er nie auf die Idee gekommen ist, sich als Fluglehrer selbstständig zu machen. Er wäre sicherlich mit seiner genialen, selbst entwickelten Trainingsmethode auch über die regionalen Grenzen hinaus bekannt und erfolgreich geworden. Durch seine begeisternde und mitreißende Art, hätte er dem Nachwuchs für professionellen Flugsport zu einem wahren Segen werden können.

Was wäre, wenn Ente, Hase und Eichhörnchen nach einem Weg gesucht hätten, um ihre Gaben voll zu entfalten? Sie würden ihre Berufung leben und wären eine Bereicherung für andere.

Der Hase ist durchgeknallt, weil er seinen Focus ständig auf seinen Mangel gelenkt hat. Mit der Zeit erschienen ihm seine Defizite so übermächtig, dass er sein gesamtes Leben nur noch negativ bewertet hat. Die anderen leben in ihrer stumpfen Mittelmäßigkeit, gehen widerwillig einer Arbeit nach, die sie ankotzt und haben ihre Vision begraben. Die Chance für ein erfülltes Leben haben sie nicht ergriffen.

Zum Glück handelt es sich hier nur eine erfundene Tiergeschichte und hat nichts mit Dir und Deinem Leben zu tun - oder?

Inspiriert zu dieser kleinen Geschichte hat mich der Beitrag “Wofür halten Sie sich eigentlich?” im “Depeche Mind Blog“. Mit von der Partie ist mal wieder der geniale Dr. Eckart von Hirschhausen: “Stärken zu stärken ist so viel sinnvoller, als an seinen Schwächen herumzudoktern.” Auch mit seiner nächsten Behauptung hat er recht: “Wenn man als Pinguin geboren wurde, machen auch sieben Jahre Psychotherapie aus Dir in diesem Leben keine Giraffe.”

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