Glück breitet sich aus
Mittwoch, 31. August 2011, 10:41 Uhr
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Nachdem ich Euch bereits zwei Kapitel aus “Das kleine Buch vom wahren Glück” von Anselm Grün präsentiert habe, kommt heute nun der dritte Teil, mit dem ich diese kleine Trilogie abschließe:

“Lernen wir uns zu freuen, so verlernen wir am besten, anderen weh zu tun.”
(Friedrich Nietzsche)

Häusliche GewaltViele Menschen geben sich Mühe, ihren Nächsten zu lieben. Der erste Schritt - so meinen sie - bestünde darin, dem anderen nicht weh zu tun. Doch je mehr sie verhindern möchten, andere zu verletzen, desto mehr verletzen sie sich selbst. Und unbewusst wir dann die Selbstverletzung dazu führen, dass sie auch den anderen nicht gut tut, dass die innere Aggressivität durch ihre freundliche Fassade hindurch dringt und verletzende Pfeile auf die Mitmenschen abschießt.

Der beste Weg, den anderen nicht zu verletzen, ist, sich zu freuen, über das glücklich zu sein, was sich uns anbietet. Wenn wir mit uns im Einklang sind, dann müssen wir uns nicht mehr dazu zwingen, andere nicht zu verletzen. Dann werden wir das Wohlwollen, das wir uns selbst gegenüber spüren, auch anderen erweisen. Dann wird die Freude, die wir in uns spüren, auch die anderen aufrichten.

Der Glückliche braucht andere nicht mehr zu verletzen. Wer verletzt ist, muss andere verletzen, um seine eigene Verletzung nicht mehr zu spüren. Wer glücklich ist, wird sein Glück dadurch ausdrücken, dass er auch anderen etwas von seiner Freude mitteilt. Die Freude strömt weiter. Das Glück breitet sich aus.

Foto ©: Gerd Altmann / PIXELIO


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Licht und Dunkel
Dienstag, 30. August 2011, 14:00 Uhr
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“Was immer geschieht, an uns liegt es, Glück oder Unglück darin zu sehen.”

Foto: Gerd AltmannDieser lebenskluge Satz stammt von Anthony de Mello. Er hat Recht. Glück ist ein innerer Zustand. Er hängt davon ab, wie wir die Welt um uns erleben. Unser Erleben hängt wiederum von der Deutung ab, die wir dem Geschehen geben. Natürlich gibt es Erfahrungen, die den Zustand inneren Friedens zerstören.

Den Tod eines lieben Menschen kann ich nicht umdeuten und darin Glück sehen. Aber wie ich mit dem Tod umgehe, das liegt doch letztlich an mir. Ich kann darin eine Herausforderung sehen, zu wachsen, meine ureigensten Quellen zu entdecken. Und dann kann ich durch die Trauer und den Schmerz des Abschieds hindurch etwas Neues in mir entdecken und zu einem Zustand gelangen, den ich mit Glück umschreiben darf.

Wenn ich dann durch einen langen Prozess der Trauerarbeit zu einer anderen Bewertung dieses Todes gekommen bin, kann ich bestätigen, was La Rouchefoucauld sagt: “Unser Glück liegt nicht in den Dingen, sondern in deren Bewertung durch uns.” Ich darf diesen Satz aber nicht als Trick benutzen, alles so zu bewerten, dass es mir positiv erscheint. Die “Macht des positiven Denkens” kann auch zur Tyrannei werden, zum Zwang, alles positiv sehen zu müssen.

Licht und Dunkel, Freude und Schmerz gehört zu meinem Leben. Erst wenn ich diese Gegensätzlichkeit annehme und mich damit aussöhne, komme ich zu einer Bewertung meines Lebens, die mich noch nicht glücklich macht, die aber die Voraussetzung dafür schafft, glücklich zu werden.

Aus “Das kleine Buch vom wahren Glück” von Anselm Grün

Foto ©: Gerd Altmann / PIXELIO

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