Mentales Training für zu Hause
Dienstag, 31. März 2009, 22:58 Uhr
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Vor kurzem erhielt ich einen interessanten Text, den ich Euch nicht vorenthalten möchte. Er stammt von Doreen Anette Ullrich, die ein Institut für Mentalmanagement und Braincoaching in Salzburg leitet.

Das Gehirn
Das menschliche Gehirn ist trotz unzähliger Studien immer noch das rätselhafteste Organ des Menschen.
Wie leistungsfähig es sein kann zeigt das Phänomen der Inselbegabung. Diese tritt häufig bei Menschen mit kognitiver Behinderung auf. Solche Menschen können in einem kleinen Teilbereich außergewöhnliche Leistungen vollbringen können, während in anderen Bereichen mehr oder weniger große Defizite vorliegen.

1. So kennt der durch den Film Rain Man (Dustin Hoffmann) bekannt gewordene Kim Peek neben 12.000 Büchern, ganze Telefonbücher und fast sämtliche Geschichtsdaten und Fahrpläne der USA auswendig. Er braucht sich gerade einmal eine Doppelseite eines Buchs 8 Sekunden anzusehen, um sich dann den Inhalt merken zu können.
2. In einem anderen Fall gibt es einen Rechenkünstler der zweifache Potenzen wie z.B. 64 hoch 23 ohne größere Probleme im Kopf errechnen kann.
3. In einem dritten Fall kann sich eine Person, der in den 50 er Jahren mit einem Baseballschläger verletzt wurde, detailliert an jedes noch so kleine Ereignis seit diesem Tag erinnern.

Allen diesen Personen ist aber eins gemeinsam, dass sie sich nur sehr schwer im Alltag orientieren können und mit Alltagssituationen kaum fertig werden.

Andere wiederum mit weniger kognitiven Defiziten haben ein fotografisches Gedächtnis, sind musikalische Genies wie Mozart, fantastische Schachspieler wie Bobby Fischer oder physikalische Genies wie Albert Einstein. Allen ist eins mehr oder weniger gemeinsam, dass bei ihnen mehr oder weniger eine Inselbegabung vorliegt.
Ich will hier aber nicht weiter über das interessante Phänomen der Inselbegabung eingehen, sondern nur deutlich machen, wie komplex und leistungsfähig unser Gehirn ist und über was für ein geistiges Potential es verfügt.

Die wenigsten von uns machen sich darüber Gedanken, was unser Gehirn im Alltag alleine im Straßenverkehr für uns leistet. Diese Leistung ist im Prinzip mindestens genauso hoch einzuschätzen wie, wenn es 12.000 Bücher auswendig kennt.

Nur das eine ist für uns alltäglich, weil es fast jeder kann und das andere was besonderes, weil das nur ganz wenige können. Kim Peek kann zwar zahllose Bücher auswendig wiedergeben, aber er wird sein ganzes Leben nie selbst ein Auto steuern können.

Zeichnung Gehirn! Stammhirn (Grundfunktionen), UB-Limbisches System (Emotionen, Gefühle), Großhirn (Denkhirn)-Bewusstsein

Emotionen und Unterbewusstsein
Wir fühlen uns als Mensch den Tieren überlegen, weil wir ja so rational und vernünftig denken können. Aber auch wir lassen uns zu 90 % von Gefühlen und dem Unterbewusstsein leiten. All unser Handeln ist durch Gefühle und das Unterbewusstsein bestimmt.
Leider haben wir unser Unterbewusstsein und unser Wechselbad der Gefühle nicht im Griff und so beeinflusst es unser Wohlbefinden oft sehr negativ und kann uns sogar krank machen.
Ulrich Strunz vergleicht den Intellekt mit dem Unterbewusstsein sogar mit einer Nadel, die in einem riesigen Teich des Unterbewusstseins steckt. “Der Teich ist das trübe Meer Ihrer Gefühle, Erlebnisse, Ihr Wissen, angereichert im Unterbewusstsein. Die Nadel in diesem riesigen Teich ist Ihr Intellekt …”. Diese winzige Nadel wird von diesem Meer beherrscht. Die Kunst ist nun das Nadelöhr zu finden, damit der eigene Verstand dieses Meer und dieses Wechselbad der Gefühle beherrschen kann. Der Weg durch dieses Nadelöhr kann nur über mentale Techniken führen.

Mentale Techniken
Stressabbau mit dem Formel 1 Reflex
In Stresssituationen ziehen wir den Kopf ein und die Schultern hoch und atmen tief ein. Das war der richtige Weg, wenn der Steinzeitmensch von einem gefräßigen Raubtier angegriffen wurde, weil er dann im nächsten Schritt blitzartig davonrannte, um sein bisschen Leben zu retten oder sich auch mal den Kampf stellte, wenn er ausreichend bewaffnet war.

Wenn der heutige Mensch aber von seinem Chef oder einem Kunden “angeschnauzt” wird oder im stressigen Verkehr einer Unfallsituation ausweichen muss, gibt es keine Möglichkeit davonzurennen oder gar mit der Keule zuzuschlagen.

Der Steinzeitmensch konnte bei der Flucht oder im Kampf seine Stresshormone abbauen, die ihn in der Gefahrensituation hellwach gemacht hatten und die eingeatmete Luft wieder ausatmen, weil er vermehrt Sauerstoff bei der körperlichen Belastung benötigte. Wenn die Gefahr behoben war, ließ er erleichtert die Schultern fallen und atmete mit einem Seufzer der Erleichterung tief aus.

Diesen Reflex von Schultern fallen lassen, gepaart mit Ausatmen, verbunden mit einem “Seufzer der Erleichterung” nutzen auch heute noch Formel 1 - Piloten in Gefahrensituationen aus. Natürlich kann dieser einfache Trick von jedem in Stresssituationen genutzt werden.

Also, wenn der Ehepartner zetert oder gar ein ungerechter Chef tadelt, dann heißt es einfach erst einmal tief ausatmend die Schulter fallen lassen und erst dann ruhig und mental überlegen darauf zu antworten. Schon ist so eine potentielle Stresssituation aus der Welt geräumt.

Beseitigung der inneren Gedanken - Tretmühle
Wer kennt es nicht? Der Geist führt Selbstgespräche.
Gerade vor dem Schlafengehen rollt eine Welle von Gedankenmüll über uns hinweg. Alle Sorgen und Aufregungen des Tages gepaart mit meist weniger als mehr gerechtfertigten Zukunftsängsten stürmen auf uns ein und rauben uns bitter benötigten Schlaf. Da hilft nur geistige Ablenkung.

Am besten man denkt sich irgendeinen beruhigenden Unsinn aus. Das kann ein sinnloses Wort wie “Om sum” sein, das endlos rezitiert wird, es kann das viel zitierte Schäfchenzählen sein oder sie stellen sich ein fließendes Gewässer vor, wenn sie den Kopf nach links drehen und sie schweifen durch die Weiten Russlands, wenn sie den Kopf nach rechts drehen. Die Tretmühle ist ausgeschaltet und bald schlummern sie in den schönsten Schlaf rein.

Diese Technik half mir übrigens auch schon oft beim Laufen (Salzburg Marathon), wenn hinter Kilometer xy negative Gedanken aufkommen wollten, weil es wieder mal da und dort zwickte. Neben der Technik sich vorzustellen, man sei eine fliegende Gazelle half mir als Radikalmethode, wenn alle anderen Gewehrsalven aussetzten, immer das endlose, wenn gleich stupide Rezitieren eines an sich sinnlosen aber für diesen Fall sehr sinnvollen Wortes.

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Bekenntnis zum Leben
Montag, 30. März 2009, 20:45 Uhr
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“Ich will unter Umständen kein Allerweltsmensch sein.
Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen - wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt.

Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben.

Ich lehne es ab, mir den eignen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs als die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk.
Das alles ist gemeint, wenn ich sage: Ich bin ein freier Mensch!”

Albert Schweizer

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Das eigene Leben verändern durch umgekehrte Betrachtung
Freitag, 27. März 2009, 22:26 Uhr
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Möchtest Du in Deinem Leben etwas verändern? Bereitet es Dir Schwierigkeiten, Dich aus einem unerwünschten Zustand zu lösen und Dich einem neuen zuzuwenden? Dann hätte ich einen Vorschlag für Dich: Kehre Deine Betrachtung um!

Stell Dir mal bildhaft vor, welches Leben Du wirklich führen möchtest. Lass alle Beschränkungen weg und verzichte auf alle Argumente, warum dieses oder jenes nicht gehen könnte. Was möchtest Du beruflich machen? Wie sähe diese Beziehung im Idealfall aus? Was möchtest Du in Deinem Leben noch alles erreichen? Je konkreter, desto besser! Stell Dir ein Bild vor, in dem Du Dich rundum wohl fühlst.

Ich schlage das aus folgendem Grund vor: Normalerweise befindest Du Dich in einer Situation, die Dir nicht gefällt und bemühst Dich, diesen Zustand zu verbessern. Es ist aber gar nicht so einfach, aus etwas Schlechtem was einigermaßen Vernünftiges zu machen und aus etwas einigermaßen Vernünftiges was Hervorragendes. Du hast dabei immer die Betrachtungsweise von unten nach oben und hast auch eine dementsprechende Vorstellung, dass Du Dich mühsam “nach oben arbeiten musst”.

Jetzt verlässt Du aber diese Sichtweise und betrachtest Dein Bild von oben, also von der Idealposition aus. Du siehst es aus der Perspektive, wie Du es haben willst und es gut für Dich wäre. Und dann kannst Du Dir die Frage stellen, welche eine Abweichung nach unten für Dich immer noch o.K. wäre. In vielen Dingen kann man durchaus einen Kompromiss zu schließen und trotzdem ist das Gesamtbild noch gut. An irgendeinem Punkt wirst Du dann eine Grenze finden. Wenn Du diese Grenze unterschreitest, würde Dir etwas Wesentliches fehlen. Du hast Dir jetzt einen Bereich geschaffen, den Du als Deinen künftigen Lebensbereich definierst und der liegt zwischen dieser Untergrenze und Deinem Idealbild.

Wenn es Dir jetzt noch gelingt, innerhalb dieses Bild so zu fühlen, als wenn Du es bereits als Realität erleben würdest, dann wirst Du es auch genau so erfahren. Sollte es mit dem Fühlen nicht klappen, hilft Dir vielleicht mein Beitrag “Wie und wann erfüllt sich ein Wunsch?” weiter.

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Der kaputte Arbeitsmarkt und das tote Pferd
Freitag, 13. März 2009, 16:20 Uhr
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Eine uralte Weisheit der Dakota-Indianer besagt: “Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.”

Ich stelle jetzt mal eine provokative Behauptung auf: Der Versuch, die Arbeitsmarktsituation in den Griff zu bekommen, ist wie reiten auf einem toten Pferd. Ich bin davon überzeugt, dass der Arbeitsmarkt den Bach runter gehen wird. Nun könnte man annehmen, wenn die Arbeitslosigkeit weiter zunimmt, führe dieses zu einer Verarmung. Dies sehe ich allerdings nicht so und reiche gleich noch eine abenteuerliche Behauptung rein: Wenn wir vom toten Pferd absteigend und neue Wege gehen, wird genau das nicht passieren.

Erst einmal sollten wir uns vom alten Forderungen wie „Arbeit für alle“ verabschieden und nach neuen Wegen Ausschau halten. Das Engagement einiger Leute für das „bedingungslose Grundeinkommen“ geht meiner Meinung nach in die richtige Richtung. Wir müssen umdenken und einen Paradigmenwechsel vorantreiben. Oft kann sogar ein einziges Ereignis, mit dem man vorher nicht gerechnet hat, alle bisherigen Vermutungen und Sorgen über den Haufen schmeißen.

Um 1870 gab es in London eine Prognose, die auf ernsthaften Berechnungen beruhte: Weil der Droschkenverkehr so zunimmt, werden die Strassen von London in weniger als 30 Jahren einen halben Meter hoch mit Pferdemist belegt und unpassierbar sein. Dies mag ja rein rechnerisch gestimmt haben. Womit die Jungs aber nicht gerechnet haben war die Erfindung des Autos.

Jetzt spinne ich mal ein wenig rum und schreibe einfach, wie ich mir Deutschland im Jahr 2020 vorstelle:

Klein- und Mittelständische Unternehmer werden der Motor unserer Wirtschaft sein. Der Anteil der Großkonzerne an der erbrachten Wirtschaftleistung wird maximal die Hälfte von dem betragen, wie das zum jetzigen Zeitpunkt der Fall ist. Das “bedingungslose Grundeinkommen” wird sich bis 2020 längst etabliert haben und wirkt als Katalysator für unternehmerische Kreativität.

Ich gehe davon aus, dass in nächster Zeit die Arbeitslosigkeit und die Zahl der wirtschaftlichen Krisen zunehmen wird, aber dann ein Umdenkprozess stattfindet. Etwa 2012 / 2013 wendet sich das Blatt und führt zu einem kontinuierlichen Aufstieg, der unser Land bis 2020 auf ein hohes Niveau führt, von dem alle profitieren.

You may say I’m a dreamer,
but I’m not the only one.
I hope someday you’ll join us
and the world will be as one.
(John Lennon)

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