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Vor kurzem erhielt ich einen interessanten Text, den ich Euch nicht vorenthalten möchte. Er stammt von Doreen Anette Ullrich, die ein Institut für Mentalmanagement und Braincoaching in Salzburg leitet.
Das Gehirn
Das menschliche Gehirn ist trotz unzähliger Studien immer noch das rätselhafteste Organ des Menschen.
Wie leistungsfähig es sein kann zeigt das Phänomen der Inselbegabung. Diese tritt häufig bei Menschen mit kognitiver Behinderung auf. Solche Menschen können in einem kleinen Teilbereich außergewöhnliche Leistungen vollbringen können, während in anderen Bereichen mehr oder weniger große Defizite vorliegen.
1. So kennt der durch den Film Rain Man (Dustin Hoffmann) bekannt gewordene Kim Peek neben 12.000 Büchern, ganze Telefonbücher und fast sämtliche Geschichtsdaten und Fahrpläne der USA auswendig. Er braucht sich gerade einmal eine Doppelseite eines Buchs 8 Sekunden anzusehen, um sich dann den Inhalt merken zu können.
2. In einem anderen Fall gibt es einen Rechenkünstler der zweifache Potenzen wie z.B. 64 hoch 23 ohne größere Probleme im Kopf errechnen kann.
3. In einem dritten Fall kann sich eine Person, der in den 50 er Jahren mit einem Baseballschläger verletzt wurde, detailliert an jedes noch so kleine Ereignis seit diesem Tag erinnern.
Allen diesen Personen ist aber eins gemeinsam, dass sie sich nur sehr schwer im Alltag orientieren können und mit Alltagssituationen kaum fertig werden.
Andere wiederum mit weniger kognitiven Defiziten haben ein fotografisches Gedächtnis, sind musikalische Genies wie Mozart, fantastische Schachspieler wie Bobby Fischer oder physikalische Genies wie Albert Einstein. Allen ist eins mehr oder weniger gemeinsam, dass bei ihnen mehr oder weniger eine Inselbegabung vorliegt.
Ich will hier aber nicht weiter über das interessante Phänomen der Inselbegabung eingehen, sondern nur deutlich machen, wie komplex und leistungsfähig unser Gehirn ist und über was für ein geistiges Potential es verfügt.
Die wenigsten von uns machen sich darüber Gedanken, was unser Gehirn im Alltag alleine im Straßenverkehr für uns leistet. Diese Leistung ist im Prinzip mindestens genauso hoch einzuschätzen wie, wenn es 12.000 Bücher auswendig kennt.
Nur das eine ist für uns alltäglich, weil es fast jeder kann und das andere was besonderes, weil das nur ganz wenige können. Kim Peek kann zwar zahllose Bücher auswendig wiedergeben, aber er wird sein ganzes Leben nie selbst ein Auto steuern können.
Zeichnung Gehirn! Stammhirn (Grundfunktionen), UB-Limbisches System (Emotionen, Gefühle), Großhirn (Denkhirn)-Bewusstsein
Emotionen und Unterbewusstsein
Wir fühlen uns als Mensch den Tieren überlegen, weil wir ja so rational und vernünftig denken können. Aber auch wir lassen uns zu 90 % von Gefühlen und dem Unterbewusstsein leiten. All unser Handeln ist durch Gefühle und das Unterbewusstsein bestimmt.
Leider haben wir unser Unterbewusstsein und unser Wechselbad der Gefühle nicht im Griff und so beeinflusst es unser Wohlbefinden oft sehr negativ und kann uns sogar krank machen.
Ulrich Strunz vergleicht den Intellekt mit dem Unterbewusstsein sogar mit einer Nadel, die in einem riesigen Teich des Unterbewusstseins steckt. “Der Teich ist das trübe Meer Ihrer Gefühle, Erlebnisse, Ihr Wissen, angereichert im Unterbewusstsein. Die Nadel in diesem riesigen Teich ist Ihr Intellekt …”. Diese winzige Nadel wird von diesem Meer beherrscht. Die Kunst ist nun das Nadelöhr zu finden, damit der eigene Verstand dieses Meer und dieses Wechselbad der Gefühle beherrschen kann. Der Weg durch dieses Nadelöhr kann nur über mentale Techniken führen.
Mentale Techniken
Stressabbau mit dem Formel 1 Reflex
In Stresssituationen ziehen wir den Kopf ein und die Schultern hoch und atmen tief ein. Das war der richtige Weg, wenn der Steinzeitmensch von einem gefräßigen Raubtier angegriffen wurde, weil er dann im nächsten Schritt blitzartig davonrannte, um sein bisschen Leben zu retten oder sich auch mal den Kampf stellte, wenn er ausreichend bewaffnet war.
Wenn der heutige Mensch aber von seinem Chef oder einem Kunden “angeschnauzt” wird oder im stressigen Verkehr einer Unfallsituation ausweichen muss, gibt es keine Möglichkeit davonzurennen oder gar mit der Keule zuzuschlagen.
Der Steinzeitmensch konnte bei der Flucht oder im Kampf seine Stresshormone abbauen, die ihn in der Gefahrensituation hellwach gemacht hatten und die eingeatmete Luft wieder ausatmen, weil er vermehrt Sauerstoff bei der körperlichen Belastung benötigte. Wenn die Gefahr behoben war, ließ er erleichtert die Schultern fallen und atmete mit einem Seufzer der Erleichterung tief aus.
Diesen Reflex von Schultern fallen lassen, gepaart mit Ausatmen, verbunden mit einem “Seufzer der Erleichterung” nutzen auch heute noch Formel 1 - Piloten in Gefahrensituationen aus. Natürlich kann dieser einfache Trick von jedem in Stresssituationen genutzt werden.
Also, wenn der Ehepartner zetert oder gar ein ungerechter Chef tadelt, dann heißt es einfach erst einmal tief ausatmend die Schulter fallen lassen und erst dann ruhig und mental überlegen darauf zu antworten. Schon ist so eine potentielle Stresssituation aus der Welt geräumt.
Beseitigung der inneren Gedanken - Tretmühle
Wer kennt es nicht? Der Geist führt Selbstgespräche.
Gerade vor dem Schlafengehen rollt eine Welle von Gedankenmüll über uns hinweg. Alle Sorgen und Aufregungen des Tages gepaart mit meist weniger als mehr gerechtfertigten Zukunftsängsten stürmen auf uns ein und rauben uns bitter benötigten Schlaf. Da hilft nur geistige Ablenkung.
Am besten man denkt sich irgendeinen beruhigenden Unsinn aus. Das kann ein sinnloses Wort wie “Om sum” sein, das endlos rezitiert wird, es kann das viel zitierte Schäfchenzählen sein oder sie stellen sich ein fließendes Gewässer vor, wenn sie den Kopf nach links drehen und sie schweifen durch die Weiten Russlands, wenn sie den Kopf nach rechts drehen. Die Tretmühle ist ausgeschaltet und bald schlummern sie in den schönsten Schlaf rein.
Diese Technik half mir übrigens auch schon oft beim Laufen (Salzburg Marathon), wenn hinter Kilometer xy negative Gedanken aufkommen wollten, weil es wieder mal da und dort zwickte. Neben der Technik sich vorzustellen, man sei eine fliegende Gazelle half mir als Radikalmethode, wenn alle anderen Gewehrsalven aussetzten, immer das endlose, wenn gleich stupide Rezitieren eines an sich sinnlosen aber für diesen Fall sehr sinnvollen Wortes.
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