Hoffnung und Erlösung (Teil 2)
Donnerstag, 9. September 2010, 09:50 Uhr
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Wenn man den Erfolg unserer westlichen Lebensweise in Bezug auf diese beiden Ziele einmal etwas kritischer anschaut, dann fällt auf, dass wir hier keine nennenswerten Fortschritte gemacht haben. Wir haben viel Wohlstand in den äußeren Umständen erreicht, und dennoch sind wir nach aktuellen wissenschaftlichen Vergleichen zwischen den Ländern dieser Welt genauso unglücklich wie die Menschen in sehr armen Ländern.

Um dies zu verstehen, ist es notwendig, sich einmal anzuschauen, worin menschliches Leid eigentlich genau besteht. Wir kennen körperliches Leid in Form von Schmerzen, Übelkeit und anderen körperlichen Missempfindungen. Dann gibt es natürlich das seelische Leid, das aus leidvollen Emotionen wie Depressionen, Enttäuschungen, emotionalen Verletzungen, Einsamkeit, Sorgen, Kummer und Ängsten usw. besteht. Und als dritte Instanz, die man jedoch im Grunde genommen den ersten beiden wieder zuordnen kann, kennen wir Leid, das sich auf unseren Geist bezieht wie Burnout, Demenz, Parkinson, Alzheimer usw.

Gehen wir noch etwas tiefer in unserer Analyse, um den Punkt besser nachvollziehen zu können, an dem wir schrauben können, um all dieses Leid zu reduzieren und stattdessen unser Wohl zu fördern.

Körperliches und geistiges Leid kann durch Krankheitserreger, Gifte, Verletzungen, mangelnde Vitalstoffzufuhr, Bewegungsmangel und Stress verursacht werden. Wir tun viel, um Krankheitserregern und Giften aus dem Weg zu gehen oder sie aus unserem Körper zu vertreiben. Auch können wir auf unsere Ernährung und auf ausreichende Bewegung achten. Die größten Schwierigkeiten bereitet uns in unserer Kultur jedoch der Stress, der in allen Statistiken konkurrenzlos Platz 1 unter den Krankheitsursachen einnimmt.

Doch was ist Stress eigentlich? Aus neurobiologischer Sicht ist Stress lediglich ein Funktionsmodus des Körpers, der auf das Erbringen von notwendigen Höchstleistungen ausgerichtet ist. Mit notwendig meine ich lebensnotwendig! Es gibt viele verschiedene Stresszustände. Sie alle haben eines gemeinsam. Es geht immer darum, einen lebensgefährlichen Missstand abzustellen oder zu vermeiden.

Ist ein vorliegender Missstand für das Emotionalgehirn zu komplex, schaltet es für diese Aufgabe das Großhirn mit ein. Und das tut es natürlich mit den Mitteln, die ihm dazu zur Verfügung stehen – mit leidvollen Gefühlen, also seelischem Leid. Das Großhirn ist bemüht, diese leidvollen Gefühle so schnell wie möglich loszuwerden und beginnt dadurch unverzüglich mit seiner Arbeit.

Nun gibt es in unserer Kultur für uns nur sehr selten tatsächlich lebensgefährliche Missstände. Eigentlich hätten wir also gar keinen Grund, unseren Körper in einen Stressmodus zu zwingen und unsere Seele leiden zu lassen. Und dennoch tun wir es. Und zwar sehr, sehr viel häufiger, als das jedes Tier auf dieser Welt tut. Unser Emotionalgehirn selbst würde nur leidvolle Gefühle erzeugen, wenn unsere Grundmotive nicht erfüllt sind. Wenn wir also nicht genug zu essen oder keinen warmen Schlafplatz haben oder einsam sein müssen, was für ein Rudeltier in freier Wildbahn einen echten lebensgefährlichen Missstand darstellt.

Das Problem ist das Zusammenspiel zwischen Großhirn und Emotionalgehirn, das ich in Robin und das Positive Fühlen ja bereits ausführlich erörtert habe. Unser Großhirn wurde geschaffen, um Lebensumstände zu beurteilen und Lösungen zu finden, deren Komplexität das Emotionalgehirn alleine überfordern. Daher hält sich das Emotionalgehirn kritiklos an die Beurteilung des Großhirns, denn es geht davon aus, dass das Großhirn tatsächlich seinen Job macht und Missstände nur als solche beurteilt, wenn sie tatsächlich eine Gefahr für unser Überleben darstellen. Doch unser Großhirn macht seinen Job leider nicht richtig. Es beurteilt alles Mögliche als Missstand, was in Wirklichkeit gar keiner ist. Und damit fordert es das Emotionalgehirn ständig dazu auf, einen Stressmodus zu starten, damit diese „unechten“ Missstände mit Höchstleistung abgestellt werden können.

Bitte nimm das Wort „Missstand“ nicht wörtlich. Wann immer du etwas als wirklich schlecht, echt scheiße, untragbar, unfair, nicht in Ordnung usw. beurteilst, ist das für dein Emotionalgehirn ein Missstand, der abgestellt oder vermieden werden muss.

Unser Emotionalgehirn ruft also sozusagen den Notstand aus, wenn wir etwas (mit welchen Worten auch immer) als Missstand beurteilen. Alle Energie wird in die Bewältigung der anliegenden Aufgabe gesteckt. Dabei werden dem Immunsystem, sowie allen anderen körperlichen Selbstheilungskräften die Energie entzogen, um sie den Muskeln zur Verfügung zu stellen, die wir für den Kampf oder für die Flucht brauchen. Dies hat sich in vielen Millionen Jahren Evolution stets bewährt. Und zwar deshalb, weil diese Stresszustände nur sehr selten und auch nur für kurze Zeit notwendig waren. Dem Körper wurden zwar in dieser Zeit kleinere Schäden zugefügt, aber die konnten danach, wenn man wieder in Sicherheit war, leicht repariert werden.

Wir fügen unserem Körper durch die unglaubliche Häufigkeit, mit der wir etwas fälschlicherweise als Missstand beurteilen, so viele kleine Schäden zu, dass sie sich mit der Zeit zu sehr großen Schäden summieren. Und jedes Mal, wenn das Emotionalgehirn meint, dass das Abstellen eines Missstandes die Mithilfe des Großhirns erfordert, erleiden wir noch zusätzlich leidvolle Gefühle. Das geschieht jedes Mal, wenn die Beurteilung des Großhirns sich auf falsche Missstände bezieht, die das Emotionalgehirn nicht versteht. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn das Großhirn seine schlechten Gefühle oder eine Krankheit als Missstände beurteilt. Das würde kein Tier tun, denn es denkt über seine Gefühle oder Krankheiten gar nicht nach. Daher versteht das Emotionalgehirn diese Missstandsbeurteilung auch nicht. Es sorgt daher als erstes einmal für einen Stressmodus und zusätzlich für leidvolle Gefühle, ohne eigentlich genau zu verstehen, um welchen Missstand es sich hier eigentlich handeln soll.

Wir haben also leidvolle Gefühle, weil wir zuvor leidvolle Gefühle fälschlicherweise als Missstand beurteilt haben. Wir machen uns krank, weil wir unsere Krankheiten als Missstand beurteilen. Das ist in höchstem Maße bescheuert, und dennoch ist es so.

Das ist der wahre Grund, warum Horst gestorben ist und warum jeden Tag Tausende von Menschen auf dieser Welt nach einem gequälten Leben den Freitod wählen. Sie fügen ihrer Seele, ihrem Geist und ihrem Körper mit ihren unzähligen falschen Missstandsbeurteilungen unwissentlich so viel Leid zu, bis sie es irgendwann nicht mehr aushalten können und nur noch wollen, dass es aufhört.

Die falsche Missstandsbeurteilung ist die Gefahrenstelle am Fluss, die so schnell wie möglich gesichert werden muss, damit das Leiden auf dieser Welt ein Ende haben kann. Jesus konnte uns von diesem Leid nicht erlösen, denn das kann aus neurobiologischer Sicht nur jeder einzelne für sich selbst tun.

Es geht jedoch bei dieser Gefahrenstelle nicht nur um unser eigenes Leid. Der Mensch ist ein empathisches Wesen. Wir sind des Mitgefühls nicht nur fähig, wir sind ihm auch ausgesetzt. Wenn 10 Menschen gute Stimmung haben und ein elfter kommt mit sehr leidvollen Gefühlen hinzu, dann hören 10 auf mit ihrer guten Stimmung und nehmen emotional Anteil an dem Leid des einen. Das lässt sich dank unserer Spiegelneuronen gar nicht vermeiden, denn so sind wir in unserem tiefsten Inneren als soziale Wesen gestrickt.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass wir bei unseren falschen Missstandsbeurteilungen das Gefühl haben, es gelte Meldepflicht. Wir haben den inneren Drang, andere über bestimmten Missständen zu informieren, um sie unbewusst entweder davor zu schützen oder ihre Unterstützung zu erbitten.

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass es allen Menschen so ergeht. Hier macht es sicherlich keinen Sinn, uns selbst zu verurteilen, weil wir so sind wie wir sind. Niemand hat uns eine Gebrauchsanweisung für unser Gehirn mitgegeben. Wir alle haben aus Unwissenheit über die Funktionsweise unserer beiden Gehirne sehr viel Leid über uns selbst und andere gebracht. Es tut weh, sich das eingestehen zu müssen, daher neigen wir dazu, diese Wahrheit gerne verdrängen zu wollen. Aber es würde noch sehr viel mehr wehtun, wenn wir das aus falscher Eitelkeit nicht ändern würden und weiterhin uns selbst und andere mit falschen Missstandsbeurteilungen verletzen. Es ist also Mut und innere Stärke angesagt, um der Wahrheit ins Auge zu blicken.

Wir sind also nicht nur für unser eigenes Leid verantwortlich, wenn wir etwas fälschlicherweise als Missstand beurteilen, sondern auch für das vieler anderer Menschen. Und je stärker die Verbundenheit zu diesen Menschen ist, desto mehr trifft das zu. Wir machen sie krank und unglücklich mit unseren eigenen falschen Missstandsbeurteilungen, unseren Ablehnungsmaßnahmen und Verurteilungen. Manche sogar so sehr, dass sie sich selbst das Leben nehmen. Am allermeisten sind unsere eigenen Kinder davon betroffen, denn die übernehmen völlig kritiklos unsere Beurteilungen.

Dabei könnte das alles so einfach sein. Wir müssten einfach nur aufhören, Dinge als Missstände zu beurteilen, die in Wirklichkeit gar keine lebensgefährlichen Missstände oder Gefahren darstellen und stattdessen anfangen, alles so positiv wie möglich zu beurteilen. Anstatt etwas als schlecht, scheiße oder nicht in Ordnung zu beurteilen, könnten wir es beispielsweise als verbesserungswürdig oder als Verbesserungspotenzial ansehen. Sofort kämen wir in einen positiven Funktionsmodus. Wir könnten überlegen, wie wir es verbessern wollen und was wir dafür tun können. Dabei würde uns unser Emotionalgehirn sofort unterstützen und uns in einen fähigen und motivierten Funktionsmodus bringen, indem sich glücklich zu fühlen, keine Kunst mehr darstellt.

Und wenn man etwas nicht als verbesserungswürdig ansehen kann, dann sollte man sich zumindest klar machen können, dass das alles wirklich nicht so schlimm ist. Schlimm wäre es nur, wenn es tatsächlich ein lebensgefährlicher Missstand wäre, doch das ist es in Wirklichkeit bei exakter Überprüfung vielleicht jedes Millionste Mal. Ich habe diesen Sachverhalt ja bereits in Robin und das Positive Fühlen ausführlich dargestellt.

Es ist also klar, was zu tun ist. Und jeder kann es tun. Jeder kann Ereignisse, Verhaltensweisen, Eigenschaften oder Umstände so positiv „wie möglich“ beurteilen. Mehr ist nicht notwendig. Versuch dich jedoch nicht selbst zu verarschen mit allzu positiven Beurteilungen, die du dir selbst nicht abkaufst. Beurteile alles so positiv wie möglich, aber nicht positiver! Du musst dir selbst glauben können. Scheiße bleibt Scheiße, auch wenn man sie mit Goldfarbe ansprüht und ein Blümchen reinsteckt. Aber Scheiße ist kein lebensgefährlicher Missstand! Scheiße ist mit anderen Worten „nicht so schlimm.“

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass es nicht genügt, nur die falschen Missstandbeurteilungen zu lassen, denn dies würde in unserem Gefühl lediglich Neutralität auslösen und kein Wohl. Neutralität genügt jedoch nicht, um Leid zu vermeiden, so seltsam das auch klingen mag. Depressionen werden beispielsweise in der Regel nicht durch schlechte Gefühle ausgelöst, sondern durch den Mangel an guten Gefühlen! Unsere Selbstheilungskräfte werden in unseren Zellen erst dann aktiviert, wenn wir uns tatsächlich gut fühlen, wie Bruce Lipton (Neurobiologe) es in seinem Buch „Intelligente Zellen“ eingängig aufzeigt. Kurze Zusammenfassung: Schlechte Gefühle machen krank. Neutrale Gefühle lassen alles so, wie es ist. Erst glückliche Gefühle starten den Selbstheilungsprozess.

Der Mangel an guten Gefühlen ist also bereits Leid. Und das bedeutet, dass es wie gesagt nicht genügt, die Missstandsbeurteilungen einfach nur wegzulassen. Sie müssen in positive Beurteilungen umgewandelt werden, wenn man Leid vermeiden und Wohlgefühle erleben will. Das ist der einzige Weg.

Nun weiß ich aus Erfahrung, dass man mit seinen Fehlbeurteilungen nicht aufhört, nur weil man das alles verstanden hat. Die meisten Beurteilungen trifft nicht unser Bewusstsein sondern unser Unterbewusstsein. Wir haben in unserem Leben unzählige Dinge als Missstände beurteilt. All diese Beurteilungen sind in unserem Unterbewusstsein abgespeichert und werden sofort wieder aktiviert, wenn unsere Lebensumstände uns den Anlass dazu geben.

Wie gesagt, alles, was wir jemals gedacht und getan haben, baute darauf auf, Missstände loszuwerden oder zu vermeiden und stattdessen Wohl zu erleben. Es kommt also eine Menge Arbeit auf uns zu, denn alle unsere negativen Beurteilungen müssen mit der Zeit in positive umgewandelt werden. Daran führt kein Weg vorbei. Das muss man sich klar machen, wenn man seinem inneren Schweinehund nicht erliegen will. Wenn man all diese falschen Beurteilungen nicht ins Positive umkehrt, hat man keine Chance, sein Leid loszuwerden und auch anderen Menschen kein Leid mehr zuzufügen und wirklich durch und durch glücklich zu werden.

Doch wenn man es genau betrachtet, dann ist der Aufwand bei dieser Arbeit trotzdem noch unendlich viel kleiner als der Aufwand, den wir derzeit jeden Tag unsinnigerweise betreiben, um falsche Missstände zu vermeiden oder loszuwerden. Doch für das Vermeiden oder Loswerden von falschen Missständen haben wir bereits starke Notwendigkeiten in unserem Unterbewusstsein geschaffen, sodass wir uns hier nicht mehr überwinden müssen. Wir handeln einfach und empfinden es als selbstverständlich. Dennoch kostet uns dies natürlich unendlich viel Kraft und Energie. Energie, die wir völlig sinnlos verschleudern und in Wirklichkeit sogar gegen unser Wohl einsetzen.

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Hoffnung und Erlösung (Teil 1)
Mittwoch, 8. September 2010, 09:50 Uhr
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Dem christlichen Glauben zur Folge war Jesus auf der Erde, um uns Menschen von unserem Leid zu erlösen. Und tatsächlich, es hat sich viel an unserer Lebensqualität geändert in den letzten 2000 Jahren. Wir haben genug zu essen, ein warmes Dach über dem Kopf, unsere Freiheit ist uns gesetzlich gesichert, Gewalttaten sind unter Strafandrohung verboten, wir haben freie Partnerwahl, freie Wahl unserer Religion usw. usw. Doch sind wir wirklich von unserem Leid erlöst?

Wieso ist dann die Selbstmordrate in Europa deutlich höher als in den meisten Entwicklungsländern, obwohl es uns doch eigentlich sehr viel besser geht als denen? Und wieso gibt es bei uns sehr viel mehr Menschen, die an Depressionen leiden als dort?

Wir haben in unserer Kultur tatsächlich kaum noch einen Grund, unter echten Missständen zu leiden. Und dennoch tun wir es! Und das unter „Missständen“, die aus der Sicht eines Menschen, der unter Hunger und Folter leidet, lächerliche Lappalien sind. Doch für uns sind sie schlimm! So schlimm, dass sich viele Menschen deswegen sogar das Leben nehmen.

Einer dieser Menschen war Horst, der vor 22 Jahren ein guter Bekannter von mir war. Horst war eher unauffällig. Ein netter Kerl, der keiner Seele etwas zu Leide tun konnte. Eines Tages sprach er mich auf ein emotionales Problemchen an, das ihm auf dem Herzen lag. Es war nichts Besonderes. Etwas, wofür ich damals maximal 2 Stunden rechnete, um es wieder in Ordnung zu bringen. Ich vereinbarte also einen Termin für den nächsten Tag mit ihm.

In dieser Nacht bekam er die Pistole eines Freundes in die Hand und jagte sich ohne auch nur einen Augenblick zu zögern eine Kugel durch den Kopf. Er starb in den Armen seines Freundes, der völlig außer sich und voller Schuldgefühle war, weil er ihm die geladene Pistole in die Hand gegeben hatte.

Ich war geschockt, als ich den nächsten Tag davon hörte. Wieso hatte er das nur getan? Wegen den lächerlichen Problemchen, die er mir am Tag zuvor anvertraut hatte? War ihm nicht bewusst gewesen, wie viel Schmerz und Leid er bei all den Menschen hinterlassen würde, die ihn liebten? Seine Frau war am Ende, seine Eltern und Geschwister genau wie seine Freunde völlig fertig. Ich konnte nicht glauben, dass ihm das alles gleichgültig gewesen sein soll. Nicht Horst!

Obwohl Horst nur ein guter Bekannter von mir war, setzte mir dieses Ereignis monatelang zu. Selbst heute nach 22 Jahren denke ich noch häufig daran zurück. Ich wollte verstehen, was ihn dazu gebracht hatte. Und ich wollte dafür sorgen, dass dies in meinem Umfeld kein zweites Mal geschah.

Ohne es bewusst zu merken, kümmerte ich mich fortan um alle Menschen in meinem Umfeld, die irgendwie traurig oder deprimiert aussahen. Ich ließ alles stehen und liegen, um ihnen schnellstmöglich zu helfen, ihre emotionalen Probleme in den Griff zu kriegen. Dabei rieb ich mich selbst völlig auf.

Nach ca. einem Jahr sagte meine Mutter dann besorgt um meine Gesundheit einen Satz zu mir, der den ganzen Schmerz, den ich seit Horst Freitod in mir trug, mit einem Schlag zum Ausbruch brachte. „Bodo, du kannst nicht alle Frauen heiraten, die sich das Leben nehmen wollen!“

Ich war völlig fertig, als ich diese Worte hörte, denn mir wurde sofort klar, dass ich wirklich nicht alle Menschen retten konnte, die sich etwas antun wollen. Ich kam mir vor wie der Mann, der jemand um Hilfe rufen hört, der in den Fluss gefallen ist. Er springt ins Wasser und schleppt einen fast Ertrunkenen ans Ufer. Danach hört er auf einmal wieder jemand um Hilfe schreien. Erneut springt er ins Wasser und kommt dem Unfallopfer zu Hilfe. Kaum ist er am Ufer schreit auch schon der nächste. Und noch bevor er diesen auch wieder ans Ufer gebracht hat, schreit schon wieder einer und dann noch einer und noch einer.

Völlig am Ende seiner Kräfte muss der Mann sich eingestehen, dass er nicht alle retten kann. Er muss einige ertrinken lassen und flussaufwärts rennen, um zu schauen, wieso so viele Menschen ins Wasser fallen. Er muss die Ursache der Gefahr finden und die Gefahrenstelle sichern, sonst werden noch viel mehr Menschen sterben.

Ich erkannte in diesem Augenblick, dass ich ebenfalls flussaufwärts rennen musste. Ich musste die Ursache finden, deretwegen Menschen Suizid begehen. Ich fand diese Ursache sofort, denn es gibt nur einen Grund, warum Menschen das tun. Sie tun es, weil sie keine Hoffnung mehr sehen - keine Hoffnung auf ein glückliches oder halbwegs leidfreies Leben. Solange sie noch hoffen können, bleiben sie am Leben, egal wie schlecht es ihnen geht. Horst hatte die Hoffnung offensichtlich verloren, ohne jemals zuvor irgendjemand etwas davon zu sagen. Niemand erkannte die tiefe Traurigkeit in ihm. Erst als er Tod war, wurde vielen Menschen klar, dass Horst tatsächlich seit langer Zeit todunglücklich gewesen war.

Seit diesem Tag versuche ich, Menschen Hoffnung zu geben. Es ist zu meiner Lebensaufgabe geworden. Anfangs dachte ich noch, dass es genügen würde, ihnen bei der Lösung ihrer emotionalen Probleme zu helfen. Doch nach mehreren Suizidversuchen in meinem neu gesuchten Umfeld, die ich gerade noch vereiteln konnte, musste ich erkennen, dass die Problemlösung keine Lösung war. Im Gegenteil! Ich half vielen Menschen mit den NLP-Methoden, die ich gelernt hatte, ihre Probleme in Rekordzeit zu lösen. Doch nach wenigen Tagen hatten sie schon wieder neue Probleme und fühlten sich erneut schlecht. Ich half ihnen, auch diese zu lösen, und dann die danach und die danach ebenfalls usw.

Mit der Zeit machte sich Unmut bei ihnen breit. Was nützte es, die Probleme zu lösen, wenn es einem nach wenigen Tagen schon wieder genauso schlecht ging? Mit einem Wort: Sie verloren die Hoffnung, dass das Lösen ihrer Probleme sie aus dem Leid herausholen und glücklich machen würde. Es war durch meine Hilfe für sie also alles noch schlimmer geworden: Als sie noch dachten, das Lösen ihrer Probleme würde sie glücklich machen, hatten sie wenigstens noch Hoffnung. Jetzt hatte ich ihnen diese auch noch genommen.

Daraufhin hängte ich meine Karriere als Therapeut an den Nagel und wurde Glückstrainer. Ich musste herausfinden, wie das mit dem Glück tatsächlich funktionierte, denn das Lösen der Probleme machte definitiv nicht glücklich sondern nur sehr kurzzeitig weniger unglücklich. Und wenn es mir gelingen würde, einen Weg zum Glück zu finden, der für jeden gangbar war, könnte ich damit den Menschen Hoffnung geben und unzählige Menschenleben retten. Ich arbeitete unermüdlich, denn mir war klar, dass weiterhin Menschen ins Wasser fallen würden, solange die Gefahrenstelle nicht richtig gesichert war.

Vor 15 Jahren erkannte ich dann, dass die Realitätsgestaltung vielen Menschen Hoffnung gab. Also stürzte ich mich erstmalig in meiner damals noch eher unspirituellen Laufbahn auf die Esoterik. Anfangs sah es richtig gut aus, denn viele Ereignisse stellten sich wunschgemäß ein, was vielen Menschen Hoffnung gab. Ich gab meine Erkenntnisse also in Form meiner Bücher und Seminare an andere Menschen weiter. Doch seltsamerweise wurden genau die Leute, bei denen die Realitätsgestaltung am besten funktionierte, nach anfänglicher Euphorie mit den Jahren immer unzufriedener und unglücklicher. Wie konnte das sein?

Bei meinen Recherchen stieß ich dann auf eine Erklärung, die ich zunächst nicht wahrhaben wollte, vor deren Wahrheit ich jedoch letztendlich die Augen nicht verschließen konnte. Es stellte sich bei den erfolgreichen Realitätsgestaltern mit der Zeit das gleiche Phänomen ein, unter dem auch die meisten Stars leiden, die alles erreicht haben, was sie sich jemals zuvor gewünscht haben, um dann erkennen zu müssen, dass all der Ruhm, all die Beliebtheit und der Reichtum sie nicht glücklich machen können. Es gibt keine Berufsgruppe bei der die Selbstmordrate auch nur annähernd an die der Musik- oder Filmstars herankommt. Die Stars in den USA werden im Durchschnitt gerade einmal 35 Jahre alt. In Europa ist es ein wenig besser, da liegt das Durchschnittsalter bei 45 Jahren. Diese Leute sterben nicht an Altersschwäche! Sie sterben, weil sie alles haben, was man zum Glücklichsein braucht und es dennoch nicht schaffen, glücklich zu sein. Sie sterben, weil sie dadurch die Hoffnung verloren haben. Solange man noch unerreichte Ziele im Leben hat, von denen man hoffen kann, dass sie einen glücklich machen, ist alles in Ordnung. Wenn diese Illusion jedoch auch noch wie eine Seifenblase zerplatzt, dann wird das Eis auf einmal sehr dünn.

Zu dieser Zeit kamen dann immer mehr Ergebnisse aus der Glücksforschung in die Medien, die alle aufzeigten, dass Erfolg und tolle Lebensumstände uns nicht glücklich machten. Attraktive Menschen sind nicht glücklicher als hässliche, reiche nicht glücklicher als arme, gesunde nicht glücklicher als kranke usw. usw. Diese Berichtet zerstörten ganz massiv die Hoffnung auf Glück! Zusätzlich meinten dann auch noch viele Gehirnforscher, unser Gehirn wäre gar nicht dazu beschaffen, dass wir glücklich sind, was Benzin auf das Buschfeuer der Hoffnungslosigkeit goss.

Glücklicherweise behaupteten jedoch weiterhin alle Erfolgstrainer, Lebenshilferatgeber und Realitätsgestaltungscoaches, dass die Steigerung unserer Lebensqualität uns glücklich machen würde, denn ihre berufliche Existenz hing natürlich von dieser Behauptung ab, und so warben sie tatkräftig weiterhin mit Konzepten für mehr Geld und Wohlstand, was viele Menschen weiterhin überzeugte.

Die Glücksforschung hat noch immer Gegenwind von den Trainern und Coaches, die auf diesem Gebiet tätig sind. Doch allmählich setzt sich die Glücksforschung immer mehr durch mit ihren Beweisen, dass unsere Lebensqualität und unser Erfolg so gut wie keinen Einfluss auf unser Glück oder unser Leid haben.

Für mich war klar, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, bis es sich bis zum Letzten herumgesprochen hätte, wie es tatsächlich um unser Glück bestellt ist. Ich musste mich also mit meinen Entwicklungen beeilen, wenn ich rechtzeitig ein funktionierendes Konzept anbieten wollte. Ich musste also noch mehr Gas geben, was mir dann vor einigen Jahren ein Burnout einbrachte.

Wie du dir vermutlich denken kannst, schreibe ich das alles hier nur, weil ich dieses Konzept mittlerweile längst gefunden habe. Die Neurowissenschaften haben eine ganz klare Marschrichtung dabei vorgegeben. Wir wissen heute ganz genau, was wirklich notwendig ist, wenn man Leid vermeiden und Glück erreichen will. Da der Begriff Glück hier etwas zu zweideutig ist, möchte ich an dieser Stelle lieber den Begriff „Wohl“ verwenden. Wohl ist das genaue Gegenteil von Leid. Es gibt also zwei Arten von Gefühlen: leidvolle Gefühle und Wohlgefühle. Und das, was wir tatsächlich zu tun haben, um Wohl zu erreichen und Leid zu vermeiden, ist viel einfacher als alles, was wir bisher dafür getan haben!

Ich weiß nicht, ob dir bewusst ist, was du bisher alles getan hast, um Leid zu vermeiden und Wohl zu erreichen. Den meisten Menschen ist dies nämlich nicht bewusst. Bevor wir darüber reden, möchte ich jedoch betonen, dass ich mir das alles nicht aus den Fingern gesogen habe. Wir sprechen von neurowissenschaftlich gesicherten Tatsachen.

Was du bisher getan hast, um Leid zu vermeiden und Wohl zu erreichen, lässt sich mit einem Wort ausdrücken: alles! Jeder einzelne Gedanke, den du bisher gedacht hast, jede Entscheidung, die du in deinem Leben je getroffen hast, jedes Gefühl, das du bisher hattest, jede Überzeugung, jeder Wert, jedes Verbot, jedes Gebot, jedes Motiv… Mit einem Wort: alles!

Ich möchte noch einmal betonen, dass wir hier von gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen sprechen. Unsere gesamte Natur ist darauf ausgerichtet, Wohl zu erleben und Leid zu vermeiden. So funktioniert unser Gehirn. Alles, was wir denken, fühlen und tun, verfolgt letztendlich diese beiden Ziele, auch wenn das nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist. Dennoch ist es eine neurologische Gesetzmäßigkeit von der es keine Ausnahme gibt.

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Der “Ella-Monat” September
Dienstag, 7. September 2010, 12:04 Uhr
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In meinem Beitrag “Das beste Buch der Welt zu Glück und Realitätsgestaltung” hatte ich Euch den kostenlosen Online Kurs von Bodo Deletz (Ella Kensington) empfohlen. Das habe ich nicht ohne Grund getan, denn Bodos Glückstipps sind wirklich sehr hilfreich. Von seinen letzten Newslettern bin ich aber dermaßen begeistert, dass ich hiermit einen “Ella-Monat” ausrufe.

Ich habe vier seiner Glückstipps ausgesucht und werde sie in meinem Blog präsentieren. Da ich finde, dass sie für einen einzelnen Blogbeitrag zu lang sind, teile ich diese vier Artikel in jeweils drei Teile auf. Es gibt also in jeder Woche ein neues Thema. Vielleicht werde ich Bodos Artikel auch ein wenig kürzen. Ihr bekommt aber am Ende des dritten Teils den entsprechenden Link, damit Ihr bei Bedarf den kompletten Text auf der Seite von Ella Kensington lesen könnt.

Sicherlich werde ich diesen Monat zusätzlich auch einige andere Beiträge einstellen. Die Ella-Artikel  erkennt Ihr aber schon daran, dass in der Überschrift Teil 1, Teil 2, oder Teil 3 in Klammern dahinter steht. Morgen geht’s los mit dem Thema “Hoffnung und Erlösung“. Freut Euch drauf!

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Von der Obdachlosen zu Millionärin
Donnerstag, 15. Juli 2010, 07:47 Uhr
Abgelegt unter: Glück und Erfolg | Tags: , , , ,

Die Amerikaner haben einen Faible für Selmadeunternehmer vom Schlage “vom Tellerwäscher zum Millionär”. Häufig wird damit folgende Message verbunden: “Jeder kann es schaffen” bzw. “Geht nicht gibt´s nicht”. Die Story von Lucinda Yates passt genau in diese Kategorie:

Als Lucinda Yates Anfang der 80er Jahre von ihrem Mann geschieden wurden und finanzielle Schwierigkeiten bekam, war sie zusammen mit ihrer Tochter obdachlos. In dieser schwierigen Zeit entwickelte sie die Geschäftsidee, kleine Schmuckstücke herzustellen und zu verkaufen. Sie überwand dadurch ihre finanzielle Krisie und etablierte sich wieder. Im Jahr 1989 kam ihr dann die Ideen, einen Metall-Pin in Form eines Hauses zu kreieren.

So war die Idee geboren, mit Hilfe diese Metall-Pins Fundsraising für die Obdachlosen zu betreiben. Die Obdachlosenheime vor Ort verkauften die Pins für 10 EUR und kauften sie für 6 EUR bei Lucinda. Die Differenz floss in die schmalen Finanztöpfe der Obdachlosenheime. Das sollte aber erst der Anfang einer amerikaweiten Erfolgsstory werden. Denn ein Immobilienmakler entdeckte diesen Pin und motivierte Immobilienmakler in ganz Amerika, diese Pins zu verkaufen, schliesslich hatten sie ja die Form eines Hauses.

Eine Million DollarWährend Linda schon im ersten Jahr mit diesen PINS einen Umsatz von 89.000 USD erzielte, steigerte sie die Erlöse in den nächsten drei Jahren auf mehr als 2.600.000 USD! Bis heute hat Linda mehr als 4 Millionen Pins verkauft und damit mehr als 24 Millionen USD Fundsraising generiert. Aus dem kleinen Schmuckladen wurde eine große Fabrik, die im Akkord diese Pins herstellte. Mittlerweile stellt die Firma 6 verschiedene Fundsraising-Pins her und beschäftigt mehr als 50 Menschen.

Gefunden im Blog von best-practice-business.

Foto © : Hartmut910 / PIXELIO

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Frauen müssen wissen: Männer brauchen klare Anweisungen

“Die meisten Frauen machen dabei die gröbsten Fehler. Sie sagen zum Beispiel: ‘Könntest Du später mal den Mülleimer runterbringen?’ Der Mann macht ‘Mhm’. Die Frau denkt jetzt, er hat ‘Mhm’ gesagt, also hat er zugestimmt und macht das jetzt gleich.
 Der Mann macht aber ‘Mhm’ und denkt: ‘Könnt‘ ich – - – - später.’

Oder die Frau sagt: ‘Siehst Du denn nicht, dass der Mülleimer voll ist?“’ Das ist ganz schlecht. Denn der Mann denkt jetzt: ‘Welcher Mülleimer? Ich seh keinen?’
 Da wo der Mann gerade ist, also im Wohnzimmer beim Fernsehen, ist auch kein Mülleimer.
 Der Mann antwortet also wahrheitsgemäß. Leider können Sie als Frau diese aufrichtige Ehrlichkeit Ihres Partners in diesem Moment nicht gut finden, sondern kriegen einen Schreianfall.

Oder Sie sagen: ‘Denkst Du bitte dran, wenn Du runter gehst, den Mülleimer mitzunehmen?’
 Das ist auch ganz schlecht. Warum? Weil das drei Sachen auf einmal sind: 
Erstens Runtergehen, Zweitens Mülleimer und drittens Mitnehmen. 
Liebe Frauen, das geht nicht. Drei Sachen auf einmal.
 Für wen oder was haltet Ihr uns?
 Was glaubt Ihr, wer wir sind?
 Einstein?”

Dieser Text stammt von Roland Kopp-Wichman, den ich schon einmal in meiner Reihe “Empfehlenswerte Blogs” vorgestellt habe. Den kompletten Artikel findet Ihr in seinem “Persönlichkeits-Blog“. Mehr Spaß, ihn einfach nur zu lesen, macht es allerdings, ihn von Roland persönlich vorgelesen zu bekommen. Über seine Gestik, Mimik und seinen sprachlichen Ausdruck habe ich mich köstlich amüsiert:

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Die Kraft der Liebe aus dem Mund eines Dreijährigen
Mittwoch, 23. Juni 2010, 08:54 Uhr
Abgelegt unter: Allgemeines, Glück und Erfolg | Tags: , , , ,

GeschwisterWie jede gute Mutter, die erneut schwanger ist, tat Karen alles was sie konnte, um ihren dreijährigen Sohn Michael auf das neue Baby vorzubereiten. Ärztliche Untersuchungen wiesen darauf hin, dass das Baby ein Mädchen sein würde. Tag für Tag, Abend für Abend, sang Michael seinem Schwesterchen in Mamis Bauch Lieder vor. Es war eine normale Schwangerschaft - bis zur Entbindung. Und dann kamen die Komplikationen. Nach langem Ringen wurde das Baby geboren - aber es schwebte in Lebensgefahr und wurde unter Sirenengeheul in die Neugeborenenintensivstation von St. Mary’s Hospital, Knoxville, Tennessee eingeliefert. Die Kinderärzte sagten der Mutter: “Es gibt sehr wenig Hoffnung. Seien sie auf das Schlimmste gefasst!”

Karen und ihr Mann, Mitglieder der Panther Creek Methodist Church in Morristown, Tenessee, hatten schon ein besonderes Zimmer in ihrem Heim für das Baby zurecht gemacht. Und jetzt mussten sie Reservierungen für einen Platz auf dem Friedhof machen. Der kleine Michael bat dauernd darum, dass er doch seine kleine Schwester sehen könne. “Ich will ihr etwas vorsingen,” erklärte er. Doch Kindern ist der Zutritt zur Intensivstation streng verboten. Doch Karen dachte, wenn Michael jetzt sein Schwesterchen nicht sieht, sieht er es vielleicht niemals. Sie zog ihm einen übergroßen Anzug an, und gemeinsam marschierten sie in die Intensivstation. Die Stationsschwester sah sofort, dass es ein kleines Kind war und fuhr sie an: “Bringen sie sofort das Kind hier raus! Hier sind keine Kinder erlaubt!”

Die sonst eher ruhige Mutter nahm ihren ganzen Mut zusammen, schaute der Stationsschwester mit festem Blick in die Augen und erklärte fest: “Er geht hier nicht weg, bis er seiner kleinen Schwester nicht etwas vorgesungen hat!” Dann ging sie gemeinsam mit Michael zum Bettchen seiner Schwester, wo das Baby drauf und dran war, den Kampf ums Leben zu verlieren. Nach wenigen Augenblicken begann Michael mit der unschuldigen und reinen Stimme eines Dreijährigen zu singen: “Du bist mein Sonnenschein, mein einziger Sonnenschein, du machst mich froh auch wenn die Wolken grau sind …”. Das kleine Baby begann sofort zu reagieren. Der rasende Puls normalisierte sich.

“Sing weiter, Michael”, ermutigte Karen mit Tränen in den Augen. Und Michael sang: “Du weißt gar nicht, Liebes, wie sehr ich dich liebe. Bitte nehmt mir meinen Sonnenschein nicht weg.” Als Michael sang, beruhigte sich das gequälte Atmen des Kindes. Jetzt waren auch die Tränen bereits auf dem Gesicht der Stationsschwester. Am nächsten Tag war das Baby so gesund, dass es nach Hause entlassen werden konnte. Die medizinischen Mitarbeiter nannten das Ganze schlicht ein Wunder.

Quelle: FFAX, Nicole und Sergio Jimenez

Diese Geschichte schickte mir Wolfgang Simson vor zehn Jahren mit seinem “DAWN-Freitagsfax”. Vor ein paar Tagen fiel mir das Fax beim Aufräumen wieder in die Hände. Auch jetzt berühren mich diese Zeilen noch genauso wie damals. Immer wenn ich das Lied höre, dass der kleine Michael seiner Schwester vorsang, denke ich unweigerlich an dieses fantastische Wunder.

Dieser alten Song wurde von vielen Superstars gesungen, z.B. von den Beatles, Bing Crosby, Ray Charles, Johnny Cash, Doris Day, Nat King Cole, Carly Simon, Will Smith, Michael Bolton und Bryan Ferry. Ich finde die Version von Elizabeth Mitchell besonders schön und habe sie Euch hier reingestellt. Genießt das Lied “You are my sunshine” an und denkt beim Hören daran, manchmal geschehen unfassbare Wunder!

Foto © :Augenblickchen / PIXELIO

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Ist Glück der Sinn des Lebens?

GlückIn persönlichen Gesprächen betone ich häufiger, dass ich das Thema “Glück”, bzw, “glücklich sein” nicht vom philosophischen oder esoterischen Aspekt aus betrachte, sondern das ich einen pragmatischen Ansatz habe. Es geht also in erster Linie darum, dass die Erkenntnisse anwendbar sind und im eigenen Leben funktionieren. Bei allen Glücksmethoden und -prinzipien interessieren mich außerdem die wissenschaftlichen Grundlagen. Mir macht es Spaß, mich mit Glücksforschung, Hirnforschung und Quantenphysik zu beschäftigen. Sehr faszinierend finde ich z.B. die neuronalen Prozesse im Menschen bei bestimmten Emotionen, oder wie sich ein Wechsel der Gefühle auf die Gehirnaktivitäten auswirkt.

So ähnlich habe ich mein Engagement auch einigen religiösen, bzw. spirituellen Menschen erläutert, denen der tiefere Sinn jedoch nicht einleuchtete. Ein Beispiel war ein früherer Freund, von dem ich lange Zeit nichts mehr gehört hatte und der mich vor einigen Monaten überraschend besuchte. Von seinem christlichen Standpunkt her brachte er Argumente wie “Glücklich bin ich, weil ich weiß, wo ich nach dem Tod hinkomme!”, oder “Das wahre Glück findet man nur in Jesus und man braucht diesen ganzen Firlefanz überhaupt nicht!”. Da hab ich ihm widersprochen. Auf meine eigene Spiritualität und persönlichen Glaubensüberzeugungen möchte ich hier jetzt nicht eingehen, denn das habe ich bereits in meiner Trilogie “Die Wahrheit” getan. Hier soll es darum gehen, in welche Kategorie das “Glück” hineingehört und inwiefern es einerseits mit der Frage nach dem Sinn des Lebens und andererseits mit unseren äußeren Umständen zu tun hat.

Im Buch “Die Glückstrainer” von Ella Kensington ist von insgesamt sieben Grundmotiven die Rede. Im Einzelnen heißen diese “Passen, Erwünschtsein, Schutz, Überlebenssicherung, Entscheidungsfreiheit, Macht und Sex”. Es gibt eine Grundvoraussetzung, damit man überhaupt glücklich sein kann: Jedes der sieben Motive muss erfüllt sein. Die Sache hat allerdings einen Haken: Oft sind diese Motive zwar in der Realität erfüllt, aber aufgrund eines Beurteilungsfehlers unseres Großhirns haben wir trotzdem das Gefühl, dass es bei einem oder mehreren nicht der Fall ist. Aus dieser Diskrepanz entstehen die meisten unserer Probleme. Darüber werde ich demnächst noch einen separaten Beitrag schreiben.

In der Psychologie gibt es eine Vielzahl von Modellen, in der die menschlichen Bedürfnisse und Motivationen dargestellt werden. Ein sehr bekanntes ist die 1943 veröffentlichte Bedürfnispyramide des US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow. Da ich in diesem und allen anderen mir bekannten Modellen ein paar Dinge vermisse, habe ich eine eigene Bedürfnispyramide entwickelt:

Bedürfnispyramide

Die sieben Grundmotive von Ella Kensington finden sich ein wenig abgewandelt in meinem Model wieder. Zu den “Körperlichen Grundbedürfnissen” der ersten Ebene gehören die Motive “Überlebenssicherung” (Essen, Trinken, Atmung und Wärme), “Schutz” (vor Gewalt) und “Sex” (hier ist nicht Partnerschaft gemeint, sondern nur das körperliche Grundbedürfnis).

Die übrigen Grundmotive befinden sich auf der zweiten Ebene. “Passen” und “Erwünschtsein” habe ich hier zu “Beziehungen” zusammengefasst. “Entscheidungsfreiheit” sehe ich nur als einen Teil des Grundmotivs “Freiheit” an, zu dem ebenfalls die “Handlungsfreiheit” gehört. In “Die Glückstrainer” wird “Macht” als Grundmotiv bezeichnet. Diese Betrachtungsweise macht dann Sinn, wenn man es vom Gegenteil her sieht: der Machtlosigkeit. Da der Begriff “Macht” von vielen Menschen aber anders eingeordnet wird, nenne ich das entsprechende Grundmotiv auf der zweiten Ebene “Einfluss“. Es ist ein menschliches Grundbedürfnis, Situationen und andere Menschen beeinflussen zu können. Hätten wir dieses Motiv nicht, dann gäbe es keinen Fortschritt, keine Erziehung und keine Schulen. Die Menschheit würde immer noch unter urzeitlichen Bedingungen leben, sofern sie überhaupt überlebt hätte.

Andere Menschen beherrschen zu wollen, oder im positiven Sinn die Führungsrolle in einem Unternehmen, einer Partei oder einem Verein zu übernehmen, geht über das Grundmotiv des “Einflusses” hinaus. Diese Weiterentwicklung bezeichne ich nun als “Macht“. Sie steht auf der dritten Ebene, zusammen mit der “Anerkennung” als Bedürfnis, das sich aus den “Beziehungen” ergibt und der “Entfaltung“, die als Grundlage die “Freiheit” hat.

Auf der vierten Ebene befindet sich unsere “Identität“. Dazu gehören unsere Überzeugungen, Werte, Ethik, Leitlinien, Berufung, Individualität und der Altruismus. Dann gibt es noch eine fünfte Ebene, die ich “Transzendenz” nenne. Hier spielen persönliche Gotteserfahrungen, bzw. die Suche nach Gott oder einem höheren Wesen eine große Rolle. Es geht außerdem um Dinge wie “ein Leben nach dem Tod” und “den Sinn des Lebens”.

Viele Menschen versuchen, auf der dritten Ebene ihr Glück zu finden. Sie sind davon überzeugt, erst dann glücklich sein zu können, wenn ihnen ein bestimmter Lebensumstand begegnet.

Liebespaar auf GänseblümchenSolltet Ihr zu diesen Leuten gehören, muss ich Euch leider enttäuschen: Seit Anbeginn der Menschheit ist es noch niemandem gelungen, durch die Veränderung der äußeren Umstände dauerhaft glücklich zu werden. Es sind zwar kurzzeitig Glücksgefühle möglich, jedoch normalisieren sich diese nach kurzer Zeit wieder. Die Euphorie nach einer Gehaltserhöhung ist nach spätestens drei Wochen vorbei und selbst das intensivste Glücksgefühl - das Verliebt sein - hält selten länger als sechs Monate an.

Siehe auch den Beitrag “Acht Wege, um am Glück vorbei zu laufen“.

Wenn das Glück nicht in den äußeren Dingen zu finden ist, dann wäre es doch naheliegend, dass es sich in der fünften Ebene verbirgt. Diese Stufe unterscheidet sich von den übrigen, den “operativen Ebenen”. Kann man bis zur vierten Stufe sein Handeln und seine Entscheidungen selbst beeinflussen und steuern, so geht es auf der fünften Ebene um ein “sich öffnen” und “erfahren”. Hier ist es kein “Tun”, sondern ein “Sein”. Es gibt Menschen, die ihr Glück auf dieser Ebene suchen. Sie beten täglich stundenlang im Kloster oder meditieren in einem Ashram. Ich persönlich glaube, dass man im Moment einer Gotteserfahrung großes Glück verspüren kann.

Ist dieses Glücksgefühl von Dauer und überträgt es sich auf meine anderen Lebensbereiche? Werde ich alleine dadurch glücklich, dass ich ein bestimmtes Bekenntnis lebe? Meine Antwort: Eindeutig Nein! Wäre das so, dann würde man bei den Anhängern einer bestimmten Religion oder Weltanschauung lauter permanent glückliche Menschen finden. Die wird man aber vergeblich suchen, ob bei den Christen, den Muslimen oder den östlichen Religionen. Die vorrangige Aufgabe einer Religion liegt auch nicht darin, glücklich zu machen; sie hat einen ganz anderen Zweck: Bereits in meinen “Gedanken zum Karfreitag” habe ich beschrieben, dass “Re-ligio” wörtlich übersetzt “Rück-Verbindung” heißt. Der ursprüngliche Zustand war also “Einheit” und erfuhr dann eine Form des “getrennt seins”. Die Religion hat nun die Aufgabe, die Verbindung wieder herzustellen. Mein alter Freund hatte da etwas verwechselt. Hätte er davon gesprochen, dass sein Lebenssinn darin besteht, Gott zu finden und in Gemeinschaft mit ihm zu leben, dann wäre ich einverstanden gewesen. “Glücklich sein” dagegen, so wie ich es verstehe, passt besser in eine andere Kategorie - es gehört in die operativen Ebenen.

Die ersten beiden Stufen der Bedürfnispyramide bieten zwar kein Glück, enthalten aber die Voraussetzungen, um überhaupt glücklich sein zu können. Auf der dritte Ebene sucht man dauerhaftes Glück vergebens und auch auf der fünften steht etwas anderes im Vordergrund.

Schlüssel zum GlückDie vierte Ebene ist es, wo wir unser eigenes Glück selbst erschaffen können. Ja, das ist kein Tippfehler! Wir erschaffen unser Glück im wahrsten Sinne des Wortes. Du bist der Schöpfer Deines eigenen Glücks, oder auch Deines Unglücks. Ich behaupte, dass jeder einigermaßen gesunde und erwachsene Mensch glücklich sein kann. Die Veranlagung dafür tragen wir bereits in uns. Von der vierten Stufe aus beeinflussen wir auch die darunterliegenden Ebenen und öffnen uns für die fünfte. Unser eigenes Potential für eine positive Realitätsgestaltung ist auf der vierten Ebene am Größten.

Leider findet man auf der vierten Ebene auch einige Dinge, mit denen wir uns selbst das Leben schwer machen. Diese “Glücksverhinderer” sind Überzeugungen, dass ich nicht glücklich sein kann, nicht will, oder nicht darf. Sie sind wie alte Programme in unserem Unterbewusstsein, die immer wieder das eigene Glück boykottieren. Diese Programme haben möglicherweise früher einmal einen Sinn gemacht. Vielleicht hatten sie in der frühen Kindheit die Funktion des Selbstschutzes. Aber jetzt, wo der Mensch erwachsen geworden ist, wird diese Art des Schutzes nicht mehr benötigt. Wird das alte Programm jedoch nicht gelöscht, läuft es immer weiter bis zum Lebensende. Es tut einfach seinen “Job” und fragt nicht danach, ob es sinnvoll ist. Die Chancen, hier aufzuräumen, sind allerdings gewaltig. Dabei muss man noch nicht einmal die Probleme aufspüren, um sie anschließend beseitigen zu können. Das alte Programm wird automatisch gelöscht, wenn es durch das passende neue Programm ersetzt wird.

Siehe auch den Beitrag “Wenn der Erfolg immer wieder verhindert wird“.

Wie man sein eigenes Glück steigern kann, darüber werde ich künftig noch einige Beiträge schreiben. Auf jeden Fall empfehle ich Euch dazu schon einmal das Buch “Robin und das Positive Fühlen” von Ella Kensington.

Siehe auch den Beitrag “Das beste Buch der Welt zu Glück und Realitätsgestaltung“.


Fotos:
“Glück” © : Stefanie Hofschlaeger / PIXELIO

“Bedürfnispyramide
” © : Udo Michaelis
“Liebespaar auf Gänseblümchen” © : Johanna Bieber / PIXELIO
“Schlüssel zum Glück”
© : Uli Carthäuser / PIXELIO

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Das 7-Tage-Wochenende
Donnerstag, 20. Mai 2010, 19:05 Uhr
Abgelegt unter: Glück und Erfolg, Marketing | Tags: , , , , ,

Stell Dir vor, Du könntest als Angestellter in einem Unternehmen arbeiten, wo Dich keiner kontrollieren würde. Es wäre völlig egal, ob Du vier oder acht Stunden am Tag arbeitest, vielleicht am einem bestimmten Wochentag komplett frei nehmen würdest, wenn Du Lust hast dafür aber am Sonntag für ein paar Stunden zur Arbeit gingest. Es ist Dir völlig freigestellt, ob Du im Firmengebäude aufläufst. Du kannst meinetwegen auch von zu Hause aus arbeiten, oder Dich in ein Cafe setzen, um etwas für Dein Unternehmen zu tun. Hältst Du Dich aber in Deiner Firma auf und hast das Bedürfnis auf eine längere Pause, dann gehst Du einfach in den Firmengarten und schläfst ein paar Stunden in der Hängematte.

Die Höhe Deines Gehaltes kannst Du selbst festlegen, genau wie Deine Kollegen das auch für sich tun. Es gibt in Deiner Firma keine Personalabteilung. Wenn Du und Deine Kollegen meinen, Verstärkung für Euer Team zu benötigen, dann stellt Ihr einfach jemanden ein. Der Glückliche könnte dann ebenfalls sein Gehalt selbst bestimmen und verfügte natürlich auch über die gleichen Freiheiten wie ihr selbst.

O.K., wenn Du jetzt genug geträumt hast, dann komm jetzt wieder zurück in Deine Wirklichkeit, denn so etwas ist natürlich völlig unrealistisch. Halt, nicht so schnell - das war überhaupt kein Phantasiebild, welches ich gerade gezeichnet habe. Es gibt tatsächlich eine Firma, in der das alles genau so passiert. Dieses Unternehmen hat dabei einen unglaublichen Erfolg. Dem Geschäftführer, der dieses fast schon anarchisch anmutende System installierte, ist es gelungen, seit seiner Übernahme der Leitung den Gewinn von 4 Millionen auf mittlerweile 220 Millionen US-Dollar zu steigern.

Anfang der Neuziger Jahre las ich das Buch “Das Semco System: Management ohne Manager” von Ricardo Semler. Schon damals war ich fasziniert von den völlig neuen Ansätzen, die das brasilianische Unternehmen Semco praktizierte. Längere Zeit habe ich mich nicht mehr mit der Firma befasst, bis ich vor kurzem auf einen interessanten Artikel stieß. Inzwischen hat sich Semco auf gigantische Weise weiterentwickelt und ich möchte ich Euch daher den Beitrag von www.sein.de nicht vorenthalten:

Die Befreiung der Arbeit: Das 7-Tage-Wochenende

Weltweit starren Manager fassungslos auf die Firma Semco: Was dort passiert, widerspricht allem, an was sie glauben. Die 3000 Mitarbeiter wählen ihre Vorgesetzten, bestimmen ihre eigenen Arbeitszeiten und Gehälter. Es gibt keine Geschäftspläne, keine Personalabteilung, fast keine Hierarchie. Alle Gewinne werden per Abstimmung aufgeteilt, die Gehälter und sämtliche Geschäftsbücher sind für alle einsehbar, die Emails dafür strikt privat und wie viel Geld die Mitarbeiter für Geschäftsreisen oder ihre Computer ausgeben, ist ihnen selbst überlassen.

Respekt als Erfolgsrezept

Was für heutige Personalchefs klingen mag, wie ein anarchischer Alptraum, ist in Wirklichkeit eine Erfolgsgeschichte. Seit das Unternehmen von Inhaber Ricardo Semler umgestellt wurde, stiegen die Gewinne von 35 Millionen auf 220 Millionen Dollar. Und nicht nur die Zahlen geben Semler recht, sondern vor allem die Mitarbeiter: Die Fluktuationsrate bei Semco liegt unter einem Prozent.

Das Rezept ist einfach: Behandele deine Mitarbeiter wie Erwachsene, dann verhalten sie sich auch so. Je mehr Freiheiten du ihnen gibst, desto produktiver, zufriedener und innovativer werden sie. Ein Unternehmen besteht aus erwachsenen gleichberechtigten Menschen, nicht aus Arbeitskräften. Jeder hat das Recht, sich frei zu entfalten und eine gesunde Balance zwischen Beruf und Privatleben zu finden. Entgegen allem, was man aktuell zu glauben scheint, machen Druck und Stress Menschen nicht produktiv, sondern ganz einfach nur kaputt. Und dabei verliert das Unternehmen letztlich genauso wie der Mensch.

Es geht Semler um ein neues Verständnis von Arbeit: Eine Firma ist ein Gemeinschaftsprojekt, im besten Fall eine geteilte Leidenschaft. Die Gesellschaft hat uns das allerdings anders beigebracht, wir sollen uns als Steinmetze, Maler und Hilfsarbeiter sehen, nicht als Kathedralen-Schöpfer. Bei Semco sind die Mitarbeiter essenzieller Teil eines Ganzen, sie sind Mit-Schöpfer, nicht bloß ein Rädchen im System. Sie haben Ideen, sie verstehen ihre Arbeit, sie wissen, was sie wert ist.

Vertrauen statt Kontrolle

Aber unsere Personalchefs glauben noch immer, dass man Angestellte kontrollieren muss, über Stechuhren, feste Arbeitszeiten, Produktivitäts-Reports und Email-Spionage. Semco hat das alles aufgegeben und die Kontrolle durch Vertrauen ersetzt - und mal im Ernst: Wer will eigentlich mit Leuten zusammenarbeiten, denen man nicht trauen kann?

Für Semler ist der Kontrollwahn der meisten Unternehmen einfach nur noch verrückt. Seine Mitarbeiter erziehen ihre Kinder und wählen Gouverneure, es sind erwachsene Menschen, die selbst am besten wissen, was sie möchten und brauchen.

Es ist völlig verrückt, diese Idee, dass die Menschen immer noch so fixiert darauf sind, wie etwas gemacht wird. Bei uns sagt keiner: ‘Du bist fünf Minuten zu spät’ oder ‘warum geht dieser Fabrikarbeiter schon wieder aufs Klo?’ [...] Wenn Du dich bei Semco im Büro umsiehst, sind da immer jede Menge leere Plätze. Die Frage ist: Wo sind diese Leute? Ich hab nicht die leiseste Idee und es interessiert mich auch nicht.

Es interessiert mich in dem Sinne nicht, dass ich nicht sicherstellen möchte, dass meine Mitarbeiter zur Arbeit kommen und der Firma eine bestimmte Anzahl Stunden pro Tag geben. Wer braucht eine bestimmte Anzahl Stunden pro Tag? Wir brauchen Leute, die ein bestimmtes Ergebnis abliefern. Mit vier Stunden, acht Stunden oder zwölf Stunden im Büro - sonntags kommen und Montags zu Hause bleiben. Es ist irrelevant für mich”, erklärt Semler seltsam einleuchtend.

Keine Hierarchie, dafür Teams

Semco ist etwas, dass es laut dem Menschenbild heutiger Manager eigentlich gar nicht geben dürfte. Und wenn doch, dann dürfte es nicht funktionieren. Tut es aber. Drei Fragen hört Semler immer wieder: Macht ihr das wirklich so? Funktioniert es ganz im Ernst? Und: Was jetzt?

Die ersten zwei sind einfach zu beantworten: “Wir machen das jetzt seit 25 Jahren, so ziemlicher jeder, den es wirklich interessiert, ist hergekommen, um zu sehen, ob es wahr ist. Und unsere Zahlen sind über jeden Zweifel erhaben”, sagt Semler selbstbewusst.

Für ihn ist war das Aufbrechen der Unternehmensstruktur von Anfang an keine Traumtänzerei, sondern vielmehr die einzig mögliche Antwort auf unsere unmenschliche Arbeitswelt. Er hat es auf die harte Tour gelernt, wachte selbst erst auf, als er kollabierte und mit Komplett-Burnout in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Das war der Punkt, an dem er beschloss, seine geistige und körperliche Gesundheit nie mehr dem Job unterzuordnen - und das auch von seinen Angestellten nicht zu verlangen. Dass der Wahnsinn ein Ende haben muss.

“Wenn man es sich genauer ansieht, muss man feststellen, dass das traditionelle System nicht funktioniert. Und das ist der Anreiz, sich nach etwas anderem umzusehen” - so einfach sieht Semler das.

Doch es fehlt vielen Unternehmern noch immer schwer, die Kontrolle loszulassen. Denn heutige Firmen sind nicht aufgebaut wie Orte des Schöpfens, sondern wie das Militär: mit einer hierarchischen Machtstruktur, mit Befehlsgebern und -empfängern. Semco hingegen ist in konzentrischen und durchlässigen Kreisen aufgebaut, es gibt keine Arbeitstitel, keine festen Büros. Niemand muss zur Arbeit kommen, ob von zu Hause, aus dem Dschungel oder einem Cafe an der Strandpromenade gearbeitet wird, ist den einzelnen Mitarbeitern und Teams selbst überlassen.

Diese Teams sind das Herzstück von Semco. Die Menschen arbeiten in Gruppen, die jeweils ein Produkt oder ein Zwischenprodukt selbstständig fertig stellen. Wie sie das machen, in welcher Zeit und mit welchem Geld, das ist ihre Sache. Wer zwischendurch schlafen will, geht einfach in den Firmengarten und legt sich für ein paar Stunden in die Hängematte - wer müde ist, macht ja eh nur Fehler.

Die Firma ohne Personalabteilung

Semco hat 3000 Mitarbeiter, aber keine Personalabteilung, da steht dem traditionellen Unternehmer der Angstschweiß auf der Stirn. Wer stellt diese Leute ein? Wer überprüft die Leistung?

Das machen die Angestellten alles selbst. Stellt ein Team fest, dass eine neue Person gebraucht wird, schreibt sie im Intranet der Firma ein entsprechendes Meeting aus. Das ist natürlich freiwillig: Alle können kommen, keiner muss.

“Wir wollen nicht, dass irgendwer in etwas verwickelt wird, was ihn nicht interessiert, deshalb sind alle Meetings freiwillig. Das heißt die Meetings werden bekanntgegeben und wer interessiert ist, kann und wird vorbeikommen und soll in dem Moment den Raum wieder verlassen, wenn es anfängt, ihn zu langweilen”, erklärt Semler die Meeting-Philosophie.

Leute, die mitten in einem Meeting gehen, weil es sie langweilt - das würde so manchen Vorgesetzten in den Wahnsinn treiben. Aber bei Semco sollen eben nur die Menschen eine Entscheidung treffen und tragen, die es unmittelbar angeht und interessiert.

Auf so einem Meeting könnte zum Beispiel beschlossen werden, dass neuer Mitarbeiter gebraucht wird und was er oder sie können muss. Dann wird gemeinschaftlich eine Annonce geschrieben, und sobald die Bewerbungen kommen, werden sie im Team aufgeteilt: Jeder, der möchte, nimmt einfach ein paar mit nach Hause und bringt die interessantesten dann wieder mit. Statt Vorstellungsgesprächen gibt es ein Gruppengespräch mit allen Kandidaten gleichzeitig - auch hier darf kommen, wer will.

Die einzigen Mitarbeiter, die regelmäßig formal bewertet werden, sind jene in Entscheidungs-Positionen - und zwar von allen anderen. Sollte einer dieser Manager wiederholt schlechte Bewertungen kriegen, geht er für gewöhnlich von selbst.

Gruppenzwang

Tatsächlich regeln die Teams fast alles unter sich. Macht jemand keinen guten Job, so wird das im Team diskutiert, oder ein Meeting einberufen. Wer sich ein hohes Gehalt zuteilt, erhöht damit auch die Erwartungen des Teams und den Leistungsdruck. Aber auch die Mitarbeiter haben mittlerweile ein anderes Verhältnis zur Arbeit: Wenn jemand einen Haufen Geld verdient, die ganze Woche eigentlich nur Golf spielt, aber trotzdem einen guten Job macht und seine Aufgaben erledigt - wen kümmert’s dann? Was zählt, ist das Ergebnis.

Eine Studie von CNN hat festgestellt, dass die Mitarbeiter bei Semco eine sehr viel gesündere Balance zwischen Privatleben und Beruf haben, sich mehr Zeit für Beziehungen, Kinder und Hobbys nehmen, aber gleichzeitig auch ungewöhnlich hohen Einsatz und bemerkenswerte Leistungen im Beruf zeigen. Nicht trotz, sondern wegen der Freiheiten. Für Semler ist das wenig verwunderlich: Menschen müssen sich entfalten können, um ihr Potenzial optimal einzubringen.

Und es funktioniert

Semler ist sich sicher: Sein Konzept funktioniert überall. Er selbst hat es in Fabriken ebenso eingesetzt, wie in IT-Büros. Tatsächlich ist es eigentlich andersherum - es funktioniert überhaupt nur so. Unsere derzeitige Arbeitswelt mit ihren Burn-Out-Syndromen, mit Mobbing, Stress, Magengeschwüren und Depressionen funktioniert nämlich eben nicht, sie ist fortgesetzter Wahnsinn.

Es wird Zeit, dass wir eine Gesellschaft erschaffen, in der Beruf wieder mit Berufung und Leidenschaft assoziiert wird, nicht mit Sklaverei und Ausbeutung. In der Menschen wieder freie Entscheidungen treffen können und mit Respekt behandelt werden. In der Privatleben und Arbeit gleichwertig sind – auch für die Vorgesetzten. Es wird Zeit für das 7-Tage-Wochenende!

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Inzwischen liegt die Anzahl meiner Blogbeiträge fast im dreistelligen Bereich. Daher ist es manchmal nicht so ganz einfach, einen Überblick zu erhalten. Das trifft natürlich besonders für die neuen Leser zu. Nun möchte ich Euch helfen, möglichst schnell die Themen zu finden, die Euch am meisten interessieren und von denen Ihr den höchsten Nutzen habt. Es gibt hier einige Features, die Euch die ganze Sache erleichtern sollen.

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Ich hoffe, ich konnte Euch einige nützliche Infos geben und wünsche Euch auch weiterhin viel Spaß beim Lesen meines Blogs.

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Der Fluss des Lebens
Mittwoch, 24. März 2010, 17:40 Uhr
Abgelegt unter: Allgemeines, Glück und Erfolg | Tags: , ,

Manchmal höre ich, dass gute und richtige Wege immer schwierig und voller Hindernisse wären. “Dieser Weg wird kein leichter sein. Dieser Weg ist steinig und schwer.” Klar enthält dieser Song von Xavier Naidoo, der die Deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2006 begleitet hat, eine tiefe Wahrheit. Wenn es darum geht, sich selbst zu finden, halten unsere eingefleischten Gewohnheiten uns oft davon ab, neue Wege zu beschreiten.

Aber wie sieht es aus, wenn Du wirklich “Dein Ding” findest und erkennst, worin Deine ganz besonderen Fähigkeiten und Begabungen liegen? Wenn der Startschuss zum Aufbruch gefallen ist, befindest Du Dich dann automatisch auf einem schweren und steinigen Weg? Ich behaupte, genau das Gegenteil ist der Fall. Schwierigkeiten und Hindernisse treten vor allem auf, bevor Du auf diesen Weg trittst.

Es gibt so vieles, was Dich von Deinem Weg abhalten kann: alte Gewohnheiten, Sicherheitsdenken, Angst vor der Ungewissheit, Ratschläge Dritter, oder die Frage “Was sollen Andere von mir denken, wenn ich meine Komfortzone verlasse und mich auf ungewohntes Terrain begebe?” Hast Du diese Widerstände aber erst einmal überwunden, dann läuft’s.

Row, row, row your boat
gently down the stream,
merrily, merrily, merrily, merrily,
life is but a dream.

Dieses irische Kinderlied aus dem 19. Jahrhundert könnte man folgendermaßen übersetzen:

Rudere, rudere, rudere dein Boot
sachte den Strom hinab,
fröhlich, fröhlich, fröhlich, fröhlich
das Leben ist ein Traum

In “Star Trek V - Am Rande des Universums” gibt es eine witzige Szene. Caiptain Kirk und Dr. McCoy sitzen am Lagerfeuer und singen dieses Lied. Mr. Spock weigert sich allerdings mitzusingen, weil das Lied keinen Sinn habe. Na ja, Spocky in allen Ehren, aber das sehe ich anders.

Wenn Du etwas tust, das nicht Deinen Neigungen und Fähigkeiten entspricht, dann gleichst Du einem Mann, der auf den Fluss des Lebens stromaufwärts fährt. Du musst einen ernormen Kraftaufwand betreiben, um Dich gegen die Strömung vorwärts zu bewegen.

Fährst Du allerdings stromabwärts, dann unterstützt Dich die Strömung. Es gibt Phasen, da befindest Du Dich in “seichten Gewässern”, wo rudern erforderlich ist. Dann gibt es wieder Streckenabschnitte, auf denen die Strömung stark ist. Dort fließt das Boot von alleine und Du kannst Dich auf das Steuern beschränken. Aber ganz egal, ob die Strömung schwach oder stark ist, sie unterstützt Dich auf jeden Fall.

Sehr passend finde ich ein Zitat von Ralph Waldo Emerson, welches ich bereits in meinen Beitrag “Geld ist schön” geschrieben habe:

“Jeder Mensch hat seine Berufung, die ihn aufwärts weist. Sein Talent ist der Ruf. Nach einer Richtung hin stehen ihm alle Wege offen. Seine Fähigkeiten sind eine schweigende Aufforderung, sich in deren Richtung immer wieder zu bewähren. Er kann sich ihnen nicht entziehen. Er gleicht einem Schiff auf einem Fluss. Er stößt auf beiden Seiten auf Hindernisse, nur auf einer einzigen nicht. Auf dieser ist jedes Hindernis hinweggeräumt und er gleitet ruhig über göttliche Tiefen hinaus ins Meer.”

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