Das 7-Tage-Wochenende
Donnerstag, 20. Mai 2010, 19:05 Uhr
Abgelegt unter: Glück und Erfolg, Marketing | Tags: , , , , ,

Stell Dir vor, Du könntest als Angestellter in einem Unternehmen arbeiten, wo Dich keiner kontrollieren würde. Es wäre völlig egal, ob Du vier oder acht Stunden am Tag arbeitest, vielleicht am einem bestimmten Wochentag komplett frei nehmen würdest, wenn Du Lust hast dafür aber am Sonntag für ein paar Stunden zur Arbeit gingest. Es ist Dir völlig freigestellt, ob Du im Firmengebäude aufläufst. Du kannst meinetwegen auch von zu Hause aus arbeiten, oder Dich in ein Cafe setzen, um etwas für Dein Unternehmen zu tun. Hältst Du Dich aber in Deiner Firma auf und hast das Bedürfnis auf eine längere Pause, dann gehst Du einfach in den Firmengarten und schläfst ein paar Stunden in der Hängematte.

Die Höhe Deines Gehaltes kannst Du selbst festlegen, genau wie Deine Kollegen das auch für sich tun. Es gibt in Deiner Firma keine Personalabteilung. Wenn Du und Deine Kollegen meinen, Verstärkung für Euer Team zu benötigen, dann stellt Ihr einfach jemanden ein. Der Glückliche könnte dann ebenfalls sein Gehalt selbst bestimmen und verfügte natürlich auch über die gleichen Freiheiten wie ihr selbst.

O.K., wenn Du jetzt genug geträumt hast, dann komm jetzt wieder zurück in Deine Wirklichkeit, denn so etwas ist natürlich völlig unrealistisch. Halt, nicht so schnell - das war überhaupt kein Phantasiebild, welches ich gerade gezeichnet habe. Es gibt tatsächlich eine Firma, in der das alles genau so passiert. Dieses Unternehmen hat dabei einen unglaublichen Erfolg. Dem Geschäftführer, der dieses fast schon anarchisch anmutende System installierte, ist es gelungen, seit seiner Übernahme der Leitung den Gewinn von 4 Millionen auf mittlerweile 220 Millionen US-Dollar zu steigern.

Anfang der Neuziger Jahre las ich das Buch “Das Semco System: Management ohne Manager” von Ricardo Semler. Schon damals war ich fasziniert von den völlig neuen Ansätzen, die das brasilianische Unternehmen Semco praktizierte. Längere Zeit habe ich mich nicht mehr mit der Firma befasst, bis ich vor kurzem auf einen interessanten Artikel stieß. Inzwischen hat sich Semco auf gigantische Weise weiterentwickelt und ich möchte ich Euch daher den Beitrag von www.sein.de nicht vorenthalten:

Die Befreiung der Arbeit: Das 7-Tage-Wochenende

Weltweit starren Manager fassungslos auf die Firma Semco: Was dort passiert, widerspricht allem, an was sie glauben. Die 3000 Mitarbeiter wählen ihre Vorgesetzten, bestimmen ihre eigenen Arbeitszeiten und Gehälter. Es gibt keine Geschäftspläne, keine Personalabteilung, fast keine Hierarchie. Alle Gewinne werden per Abstimmung aufgeteilt, die Gehälter und sämtliche Geschäftsbücher sind für alle einsehbar, die Emails dafür strikt privat und wie viel Geld die Mitarbeiter für Geschäftsreisen oder ihre Computer ausgeben, ist ihnen selbst überlassen.

Respekt als Erfolgsrezept

Was für heutige Personalchefs klingen mag, wie ein anarchischer Alptraum, ist in Wirklichkeit eine Erfolgsgeschichte. Seit das Unternehmen von Inhaber Ricardo Semler umgestellt wurde, stiegen die Gewinne von 35 Millionen auf 220 Millionen Dollar. Und nicht nur die Zahlen geben Semler recht, sondern vor allem die Mitarbeiter: Die Fluktuationsrate bei Semco liegt unter einem Prozent.

Das Rezept ist einfach: Behandele deine Mitarbeiter wie Erwachsene, dann verhalten sie sich auch so. Je mehr Freiheiten du ihnen gibst, desto produktiver, zufriedener und innovativer werden sie. Ein Unternehmen besteht aus erwachsenen gleichberechtigten Menschen, nicht aus Arbeitskräften. Jeder hat das Recht, sich frei zu entfalten und eine gesunde Balance zwischen Beruf und Privatleben zu finden. Entgegen allem, was man aktuell zu glauben scheint, machen Druck und Stress Menschen nicht produktiv, sondern ganz einfach nur kaputt. Und dabei verliert das Unternehmen letztlich genauso wie der Mensch.

Es geht Semler um ein neues Verständnis von Arbeit: Eine Firma ist ein Gemeinschaftsprojekt, im besten Fall eine geteilte Leidenschaft. Die Gesellschaft hat uns das allerdings anders beigebracht, wir sollen uns als Steinmetze, Maler und Hilfsarbeiter sehen, nicht als Kathedralen-Schöpfer. Bei Semco sind die Mitarbeiter essenzieller Teil eines Ganzen, sie sind Mit-Schöpfer, nicht bloß ein Rädchen im System. Sie haben Ideen, sie verstehen ihre Arbeit, sie wissen, was sie wert ist.

Vertrauen statt Kontrolle

Aber unsere Personalchefs glauben noch immer, dass man Angestellte kontrollieren muss, über Stechuhren, feste Arbeitszeiten, Produktivitäts-Reports und Email-Spionage. Semco hat das alles aufgegeben und die Kontrolle durch Vertrauen ersetzt - und mal im Ernst: Wer will eigentlich mit Leuten zusammenarbeiten, denen man nicht trauen kann?

Für Semler ist der Kontrollwahn der meisten Unternehmen einfach nur noch verrückt. Seine Mitarbeiter erziehen ihre Kinder und wählen Gouverneure, es sind erwachsene Menschen, die selbst am besten wissen, was sie möchten und brauchen.

Es ist völlig verrückt, diese Idee, dass die Menschen immer noch so fixiert darauf sind, wie etwas gemacht wird. Bei uns sagt keiner: ‘Du bist fünf Minuten zu spät’ oder ‘warum geht dieser Fabrikarbeiter schon wieder aufs Klo?’ [...] Wenn Du dich bei Semco im Büro umsiehst, sind da immer jede Menge leere Plätze. Die Frage ist: Wo sind diese Leute? Ich hab nicht die leiseste Idee und es interessiert mich auch nicht.

Es interessiert mich in dem Sinne nicht, dass ich nicht sicherstellen möchte, dass meine Mitarbeiter zur Arbeit kommen und der Firma eine bestimmte Anzahl Stunden pro Tag geben. Wer braucht eine bestimmte Anzahl Stunden pro Tag? Wir brauchen Leute, die ein bestimmtes Ergebnis abliefern. Mit vier Stunden, acht Stunden oder zwölf Stunden im Büro - sonntags kommen und Montags zu Hause bleiben. Es ist irrelevant für mich”, erklärt Semler seltsam einleuchtend.

Keine Hierarchie, dafür Teams

Semco ist etwas, dass es laut dem Menschenbild heutiger Manager eigentlich gar nicht geben dürfte. Und wenn doch, dann dürfte es nicht funktionieren. Tut es aber. Drei Fragen hört Semler immer wieder: Macht ihr das wirklich so? Funktioniert es ganz im Ernst? Und: Was jetzt?

Die ersten zwei sind einfach zu beantworten: “Wir machen das jetzt seit 25 Jahren, so ziemlicher jeder, den es wirklich interessiert, ist hergekommen, um zu sehen, ob es wahr ist. Und unsere Zahlen sind über jeden Zweifel erhaben”, sagt Semler selbstbewusst.

Für ihn ist war das Aufbrechen der Unternehmensstruktur von Anfang an keine Traumtänzerei, sondern vielmehr die einzig mögliche Antwort auf unsere unmenschliche Arbeitswelt. Er hat es auf die harte Tour gelernt, wachte selbst erst auf, als er kollabierte und mit Komplett-Burnout in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Das war der Punkt, an dem er beschloss, seine geistige und körperliche Gesundheit nie mehr dem Job unterzuordnen - und das auch von seinen Angestellten nicht zu verlangen. Dass der Wahnsinn ein Ende haben muss.

“Wenn man es sich genauer ansieht, muss man feststellen, dass das traditionelle System nicht funktioniert. Und das ist der Anreiz, sich nach etwas anderem umzusehen” - so einfach sieht Semler das.

Doch es fehlt vielen Unternehmern noch immer schwer, die Kontrolle loszulassen. Denn heutige Firmen sind nicht aufgebaut wie Orte des Schöpfens, sondern wie das Militär: mit einer hierarchischen Machtstruktur, mit Befehlsgebern und -empfängern. Semco hingegen ist in konzentrischen und durchlässigen Kreisen aufgebaut, es gibt keine Arbeitstitel, keine festen Büros. Niemand muss zur Arbeit kommen, ob von zu Hause, aus dem Dschungel oder einem Cafe an der Strandpromenade gearbeitet wird, ist den einzelnen Mitarbeitern und Teams selbst überlassen.

Diese Teams sind das Herzstück von Semco. Die Menschen arbeiten in Gruppen, die jeweils ein Produkt oder ein Zwischenprodukt selbstständig fertig stellen. Wie sie das machen, in welcher Zeit und mit welchem Geld, das ist ihre Sache. Wer zwischendurch schlafen will, geht einfach in den Firmengarten und legt sich für ein paar Stunden in die Hängematte - wer müde ist, macht ja eh nur Fehler.

Die Firma ohne Personalabteilung

Semco hat 3000 Mitarbeiter, aber keine Personalabteilung, da steht dem traditionellen Unternehmer der Angstschweiß auf der Stirn. Wer stellt diese Leute ein? Wer überprüft die Leistung?

Das machen die Angestellten alles selbst. Stellt ein Team fest, dass eine neue Person gebraucht wird, schreibt sie im Intranet der Firma ein entsprechendes Meeting aus. Das ist natürlich freiwillig: Alle können kommen, keiner muss.

“Wir wollen nicht, dass irgendwer in etwas verwickelt wird, was ihn nicht interessiert, deshalb sind alle Meetings freiwillig. Das heißt die Meetings werden bekanntgegeben und wer interessiert ist, kann und wird vorbeikommen und soll in dem Moment den Raum wieder verlassen, wenn es anfängt, ihn zu langweilen”, erklärt Semler die Meeting-Philosophie.

Leute, die mitten in einem Meeting gehen, weil es sie langweilt - das würde so manchen Vorgesetzten in den Wahnsinn treiben. Aber bei Semco sollen eben nur die Menschen eine Entscheidung treffen und tragen, die es unmittelbar angeht und interessiert.

Auf so einem Meeting könnte zum Beispiel beschlossen werden, dass neuer Mitarbeiter gebraucht wird und was er oder sie können muss. Dann wird gemeinschaftlich eine Annonce geschrieben, und sobald die Bewerbungen kommen, werden sie im Team aufgeteilt: Jeder, der möchte, nimmt einfach ein paar mit nach Hause und bringt die interessantesten dann wieder mit. Statt Vorstellungsgesprächen gibt es ein Gruppengespräch mit allen Kandidaten gleichzeitig - auch hier darf kommen, wer will.

Die einzigen Mitarbeiter, die regelmäßig formal bewertet werden, sind jene in Entscheidungs-Positionen - und zwar von allen anderen. Sollte einer dieser Manager wiederholt schlechte Bewertungen kriegen, geht er für gewöhnlich von selbst.

Gruppenzwang

Tatsächlich regeln die Teams fast alles unter sich. Macht jemand keinen guten Job, so wird das im Team diskutiert, oder ein Meeting einberufen. Wer sich ein hohes Gehalt zuteilt, erhöht damit auch die Erwartungen des Teams und den Leistungsdruck. Aber auch die Mitarbeiter haben mittlerweile ein anderes Verhältnis zur Arbeit: Wenn jemand einen Haufen Geld verdient, die ganze Woche eigentlich nur Golf spielt, aber trotzdem einen guten Job macht und seine Aufgaben erledigt - wen kümmert’s dann? Was zählt, ist das Ergebnis.

Eine Studie von CNN hat festgestellt, dass die Mitarbeiter bei Semco eine sehr viel gesündere Balance zwischen Privatleben und Beruf haben, sich mehr Zeit für Beziehungen, Kinder und Hobbys nehmen, aber gleichzeitig auch ungewöhnlich hohen Einsatz und bemerkenswerte Leistungen im Beruf zeigen. Nicht trotz, sondern wegen der Freiheiten. Für Semler ist das wenig verwunderlich: Menschen müssen sich entfalten können, um ihr Potenzial optimal einzubringen.

Und es funktioniert

Semler ist sich sicher: Sein Konzept funktioniert überall. Er selbst hat es in Fabriken ebenso eingesetzt, wie in IT-Büros. Tatsächlich ist es eigentlich andersherum - es funktioniert überhaupt nur so. Unsere derzeitige Arbeitswelt mit ihren Burn-Out-Syndromen, mit Mobbing, Stress, Magengeschwüren und Depressionen funktioniert nämlich eben nicht, sie ist fortgesetzter Wahnsinn.

Es wird Zeit, dass wir eine Gesellschaft erschaffen, in der Beruf wieder mit Berufung und Leidenschaft assoziiert wird, nicht mit Sklaverei und Ausbeutung. In der Menschen wieder freie Entscheidungen treffen können und mit Respekt behandelt werden. In der Privatleben und Arbeit gleichwertig sind – auch für die Vorgesetzten. Es wird Zeit für das 7-Tage-Wochenende!

<vorhergehender Beitrag nächster Beitrag>

<Zur Startseite

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de



Damit dieser Blog für Euch von hohem Nutzen ist …

Inzwischen liegt die Anzahl meiner Blogbeiträge fast im dreistelligen Bereich. Daher ist es manchmal nicht so ganz einfach, einen Überblick zu erhalten. Das trifft natürlich besonders für die neuen Leser zu. Nun möchte ich Euch helfen, möglichst schnell die Themen zu finden, die Euch am meisten interessieren und von denen Ihr den höchsten Nutzen habt. Es gibt hier einige Features, die Euch die ganze Sache erleichtern sollen.

-Für eine schnelle Übersicht könnt Ihr in der Kurzversion alle Artikel kurz anlesen und danach entscheiden, ob Ihr diesen Beitrag komplett lesen wollt. Dabei habt Ihr die Möglichkeit, mit dem ersten oder mit dem letzten Artikel zu beginnen.

-Falls Ihr alle Beiträge sofort vollständig lesen möchtet, habt Ihr ebenfalls die Möglichkeit, wahlweise mit dem ersten oder mit dem letzten Artikel anzufangen.

-Damit Euch nichts durch die Lappen geht, könnt Ihr alle neuen Beiträge mittels RSS-Feed abonnieren und Euch in meinen Newsletter eintragen.

Die Kurzversion vom “Blog für Glück und Erfolg” enthält im Gegensatz zur Vollversion keine Bilder oder Videos und ist nur mit einem simplen Layout ausgestatten. Beginnend mit dem neusten Beitrag, findet Ihr dort die ersten Zeilen aus den jeweiligen Artikeln. Wenn Ihr auf das Wort “weiterlesen” am Ende des Kurzbeitrages klickt, öffnet sich ein neues Fenster mit dem kompletten Artikel aus der Vollversion. Als erstes wird oben der neueste Beitrag aufgeführt und dann geht es rückwärts, bis man am Ende zum ältesten Artikel gelangt. Die Kurzversion findet Ihr hier.

Auf meiner Homepage findet man die ganze Sache in umgekehrter Reihenfolge. Nach einem Eingangstext ist dort ebenfalls jeweils der Anfang jedes Artikels aufgeführt. Hier fängt es allerdings mit dem ältesten Beitrag an. Zur Homepage geht es hier.

Wie bei den meisten Blogs üblich, erscheint auch beim “Blog für Glück und Erfolg” in der Vollversion der jeweils neueste Beitrag in vollständiger Form ganz oben, darunter dann der vorletzte Artikel, usw. Will man die Sache umdrehen und mit dem ältesten Artikel anfangen, kann man in der linken Spalte ganz oben auf “Ältesten Beitrag zuerst zeigen” klicken.

Bei interessanten Blogs möchte man möglichst nichts verpassen und mitbekommen, wenn ein neuer Artikel veröffentlicht wird. Es allerdings ziemlich aufwändig, wenn man jeden Tag nachsieht, ob es etwas Neues gibt. Um das zu vereinfachen, kann man neue Artikel per RSS-Feed abonnieren. Ich selbst nutze dafür den Google-Reader, aber es gibt dafür natürlich auch andere Möglichkeiten. Wenn Ihr Euch darüber informieren wollt, schaut einfach mal hier.

Last but not least empfehle ich Euch, meinen monatlich erscheinenden Newsletter zu abonnieren. Dort präsentiere ich die wichtigsten Blogartikel des Vormonats und es gibt noch einige weitere Impulse, die in meinem Blog nicht zu finden sind. Anmelden könnt Ihr Euch, indem Ihr oben auf der Homepage in der linken Spalte Namen und Email-Adresse eingebt. Ihr bekommt dann eine Mail und müsst den Bestätigungslink anklicken. Erst dann wird Eure Mailadresse aktiviert. Die älteren Newsletter findet Ihr im Archiv. Falls Ihr irgendwelche Fragen habt, könnt Ihr gerne eine Email an michaelis@erfolgdurchglueck.de schreiben. Gerne könnt Ihr dafür auch das Formular verwenden, das Ihr unter Kontakt findet.

Ich hoffe, ich konnte Euch einige nützliche Infos geben und wünsche Euch auch weiterhin viel Spaß beim Lesen meines Blogs.

<vorhergehender Beitrag nächster Beitrag>

<Zur Startseite

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de



Ist Deutschland eine “Servicewüste”?
Donnerstag, 28. Januar 2010, 10:45 Uhr
Abgelegt unter: Allgemeines, Glück und Erfolg, Marketing | Tags: , ,

TonerMit den Tintenstrahldruckern ist das so eine Sache. Oft haben diese einen geringen Anschaffungspreis und anschließend muss man ordentlich für Verbrauchsmaterialien hinblättern. Ein Bekannter gab mir den Tipp, die Patronen selbst zu füllen. Seit er das machen würde, betrügen seine Kosten für Tinte nur noch etwa ein Viertel. “Schön”, dachte ich, “es kann ja nicht schaden, das mal auszuprobieren.” Bei der ersten Befüllung machte ich eine Riesenschweinerei. Nach der zweiten Füllung hatte ich den Bogen raus. Wenige Monate später streikte mein Drucker und ich brachte ihn zur Reparatur. In der Werkstatt stellte man fest, dass die Druckertinte das Innenleben meines Druckers verklebt hätte. Die Kosten für Reinigung und Wartung des Gerätes lagen bei ca. 70 % des Anschaffungspreises. Dumm gelaufen!

Einige Jahre später habe ich mir einen Laserdrucker angeschafft. Als die Toner-Kartuschen gewechselt werden mussten, ließ ich mir von einem Versandhandel für Druckerzubehör ein Angebot erstellen. Man empfahl mir die drei Farbkartuschen als “kompatible Replikate”. Mit knapp 300 Euro wären sie ca. 60 Euro billiger als die Orginal-Kartuschen. Nach einiger Zeit machte der Drucker ein seltsames Geräusch, druckte aber weiterhin einwandfrei. Irgendwann ging der Drucker nicht mehr. Zum Glück war die Garantie noch nicht abgelaufen. Ich setzte die alten Orginal-Kartuschen ein und schaltete den Drucker an. Interessanterweise funktionierte der Drucker mit den alten Kartuschen auf einmal wieder. Die neuen Kartuschen waren wohl doch nicht so kompatibel.

Zum Glück gehört für mich das Thema “Probleme mit Druckerzubehör” der Vergangenheit an. Auf verschiedenen Netzwerktreffen lief mir Andreas Reinkensmeier über den Weg. Mit ihm habe ich jemanden gefunden, der mich in Druckerfragen berät und mir das benötigte Material liefert. Ich bekomme gute Qualität zu einem vernünftigen Preis und dazu einen erstklassigen Service - eine Kombination, die ich zu schätzen weis.

Udo Michaelis: “Andreas, wie sieht Dein beruflicher Werdegang aus?”

Andreas ReinkensmeierAndreas Reinkensmeier: “Ich habe an der FH Braunschweig/Wolfenbüttel am Standort Salzgitter Verkehrswirtschaft studiert und bin seitdem Diplom-Kaufmann.

Nach einigen Jahren beruflicher Tätigkeit in verschiedenen Verkehrsunternehmen, habe ich mich 2005 zusammen mit einem damaligen Arbeitskollegen im Bereich IT-Service und Consulting selbstständig gemacht.

Ein Bereich der Firma war der Vertrieb von Druckerzubehör, wie Tintenpatronen und Tonerkartuschen etc., um den ich mich hauptverantwortlich gekümmert habe. Von Anfang an lag mir die Kundenzufriedenheit immer sehr am Herzen. Nachdem ich meine Gesellschaftsanteile aus persönlichen Gründen im Sommer 2008 verkauft habe, bin ich dieser Branche aber weiterhin treu geblieben. Das erarbeitete Fachwissen wollte ich nicht aufgeben, da mir die Tätigkeit sehr viel Spaß macht. Ich habe ein Angebot der Bonner Firma Matador Drucktechnik GmbH, angenommen und bin ich hier auch wieder Gesellschafter und Geschäftsführer und für den Vertrieb von Druckerverbrauchsmaterialien zuständig.”

“Wie sieht der Leistungsbereich der Matador Drucktechnik GmbH aus?”

“Unser Unternehmen bietet den Kunden hochwertiges Verbrauchsmaterial für alle Drucker, Faxgeräte und Kopierer. Da wir nicht nur Distributor und Händler für originale und kompatible Druckerverbrauchsmaterialien sind, sondern auch Hersteller für kompatible Toner, habe ich jetzt auch direkt die Möglichkeit, auf die Produktqualität Einfluss zu nehmen. Das ist natürlich im Hinblick auf die Kundenzufriedenheit ein ganz wichtiger Maßstab.

Bei der Produktion ‘Made in Germany’ haben wir uns auf einige Artikel, wie z.B. OKI Farbtoner, Kyocera-Toner, Samsung-Toner, Brother-Toner und einige andere Toner spezialisiert.

Alle anderen Artikel, die wir nicht selbst fertigen, kaufen wir bei befreundeten Herstellern in Deutschland und Europa zu.

Da wir sowohl bei unseren eigenen Artikeln als auch bei den zugekauften Produkten sehr auf die Qualität achten, können wir unseren Kunden auf alle Artikel eine 24-monatige Qualitätsgarantie gewähren.

Als eingetragener Handwerksbetrieb (Handwerkskammer Köln) bietet die Matador Drucktechnik GmbH im Nahbereich (PLZ-Bereich 53xxx) Reparaturen und Wartungen von Druckern, Faxgeräten und Kopierern vor Ort an, die in unserer Fachwerkstatt schnell und kostengünstig durchgeführt werden. Für alle anderen Kunden besteht die Möglichkeit der Einsendung. Wir haben uns vorgenommen diesen Service weiter auszubauen, um auf lange Sicht hin auch Kunden außerhalb des Rheinlandes und NRW diesen Vor-Ort-Service bieten zu können.”

“Viele sprechen von der ‘Servicewüste Deutschland’. Ist es in unserem Land wirklich so dramatisch?”

“Ich habe dies früher auch nie so schlimm gesehen, aber mittlerweile bin ich überzeugt, dass es tatsächlich stimmt: Deutschland ist in vielen Bereichen eine ‘Servicewüste’.

Nach dem lange Zeit in den letzten Jahren immer nur auf billig, billig, billig geachtet wurde, wurde leider vergessen auch mal auf den Service zu achten.

Ein gutes Beispiel außerhalb meiner Branche: 2005 war ich in den USA. Mein Gepäck war verspätet angekommen und wurde von der Fluggesellschaft am gleichen Abend nach 22 Uhr noch in meine Unterkunft gebracht. Der Lieferant hat mir meine Koffer bis ins Zimmer getragen. Das fand ich einen bemerkenswerten Service. Aber noch viel mehr wusste ich diesen Service zu schätzen, nachdem ich wieder in Deutschland zurück war. Durch die Streichung des Anschlussfluges von Frankfurt nach Hannover, kam ich erneut getrennt von meinem Gepäck zuhause an. Die gleiche Fluggesellschaft stellte mir mein Gepäck ca. 30 Stunden nach meiner Landung in Hannover zu. Der deutsche Lieferant klingelte unten an der Haustür, rief hoch, dass mein Gepäck da sei und ging zurück zu seinem Auto. Ich folgte ihm in der Annahme, dass er meine Koffer nun sicher ausladen würde. Er machte die Klappe auf, zeigt auf meine Koffer und wartete. Ich habe die Koffer also 50 Meter bis nach Hause tragen müssen. Das war ja an sich nicht schlimm, da ich kein Problem mit dem Koffertragen habe, aber im direkten Vergleich mit dem amerikanischen Lieferanten fiel mir sofort nur das Wort ‘Servicewüste’ ein.”

“Was sollten die Unternehmen verändern?”

“Genau dieses ‘billig-Denken’ sollten viele Unternehmen ändern und sich mal ernsthafte Gedanken über die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Kunden machen. Will mein Kunde wirklich nur den billigsten Drucker und die billigsten Tintenpatronen, oder vielleicht doch ein vernünftiges Gerät, das zwar günstig ist, aber trotzdem seinen Bedürfnissen gerecht wird? Möchte mein Kunde wirklich nur die billigste Transfereinheit für seinen Laserdrucker bei mir bestellen, oder will er vielleicht doch etwas Beratung und Service?

Ich möchte unseren Kunden nicht nur einen Toner für ihren Drucker verkaufen, damit sie wieder fleißig drucken können. Denn das kann jeder und solche Anbieter gibt es an jeder Ecke. Nein, wichtig finde ich, dass die Matador Drucktechnik GmbH auch bei technischen Fragen zum Gerät weiterhelfen kann oder wir ihnen auch mal einen Tipp geben, bei dem der Kunde vielleicht Geld spart und seine alte Trommel oder die alte Transfereinheit weiternutzen kann, auch wenn es mich in diesem Fall Umsatz kostet. Dann habe ich vielleicht in dem konkreten Fall keine neue Transfereinheit verkauft, habe aber einen Kunden glücklich gemacht, der mir das durch eine langjährige Kundenbindung sicher danken wird.

Um langfristig erfolgreich zu sein, sollten viel mehr Unternehmen vom sturen Blick auf den Umsatz und den Profit umschwenken und auch mal lernen auf die Kundenwünsche zu hören.”

“Welche Möglichkeiten habe ich, die Kunden an mein Unternehmen zu binden?”

“Klar gibt es viele ‘neu-modische’ Kundenbindungsstrategien, wie z.B. Kundenkarten, aber was bringt es mir, wenn mein Kunde die 5. oder sogar 15. Kundenkarte mit sich herumschleppt, aber beim nächsten Einkauf gar nicht mehr daran denkt oder mit der Kundenkarte der Konkurrenz einkauft? Indem ich versuche beim Kundengespräch, egal ob persönlich oder telefonisch, den tatsächlichen Wunsch des Kunden herauszuhören oder zu erfragen, kann ich ganz leicht herausfinden, was mein Kunde wirklich will und wie ich ihm optimal weiterhelfen kann, um ihn zufrieden zu stellen. Und wenn ich diesen Wunsch des Kunden kenne, muss ich versuchen mein Ziel optimal zu erreichen, nämlich die Erfüllung dieses Kundenwunsches und somit die totale Kundenzufriedenheit. Wie in der vorherigen Frage schon beschrieben, kann man mit kleinen Service-Dienstleistungen oder einem kleinen Tipp einen Kunden schon sehr leicht glücklich machen, begeistern und ihn so langfristig an sich binden.”

“Wie erreiche ich diese Kundenbegeisterung?”

“Das ist einfach beantwortet: Indem ich die Kundenwünsche zur vollen Zufriedenheit des Kunden erfülle und dem Kunden vielleicht etwas mehr Service biete, als er anderswo gewöhnt ist, kann ich ganz leicht den Kunden begeistern und an mich, an meine Dienstleistung und an mein Unternehmen binden. Um zu meinem Koffer-Beispiel zurück zu kommen: Ich war begeistert über den amerikanischen Lieferanten und würde ihn und die Fluggesellschaft jederzeit weiterempfehlen und wieder nutzen. Ich habe mir von dem Gepäckservice gleich eine Visitenkarte geben lassen, ihm Trink-Geld gegeben und während meines USA-Urlaubs fleißig Werbung gemacht. Mit nur ein wenig mehr Service als üblicherweise angeboten, kann man den Kunden sehr für seine Dienstleistung gewinnen und gerade in unserem Bereich langfristig an das Unternehmen binden.”

“Kannst Du ein Beispiel geben, wie ein ‘Kauferlebnis’ aussehen kann, bei dem sich der Kunde wohl fühlt?”

“Da fällt mir auf Anhieb ein Kunde ein, der mich im Dezember kurz vor Weihnachten anrief. Sein Drucker meldete ihm, dass er dringend den blauen Toner und die schwarze Trommel tauschen müsse. Er hatte unser Angebot bei Ebay gefunden und rief mich nun völlig aufgelöst an. Da seinem Gerät dies wie meist üblich erst viel zu spät ‘einfiel’ und er mitten im Weihnachtsgeschäft war, fragte er mich nun, ob er die Vorkassenzahlung irgendwie umgehen könnte und ob die Artikel denn vorrätig seien. Ich habe ihm sofort sagen können, dass der Toner lagernd wäre und er selbstverständlich auch gern sofort bei mir telefonisch bestellen könne. Da war der Anrufer schon erstmal etwas erleichtert. Als nächstes machte ich ihm den Vorschlag, dass er seine Trommel ruhig noch weiterbenutzen könnte, um mehrere 100 Euro zu sparen. Hierfür erklärte ich ihm kurz am Telefon welche Tasten er zu drücken habe, damit er die Trommel noch etwas länger nutzen konnte. Natürlich kann man dies nicht unbegrenzt wiederholen, aber meist lassen sich die Trommeln so noch einige weitere tausend Seiten benutzen. Der Anrufer war überglücklich und konnte am nächsten Tag fleißig weiterdrucken. Diese Tricks funktionieren aber auch nur bei einigen Druckern, aber es sind ganz einfache Tipps, mit denen man den Kunden glücklich machen kann.

In einem anderen Unternehmen hätte der Verkäufer vermutlich auf die Aussage des Anrufers hin, ihm Toner und Trommel verkauft, deutlich mehr Umsatz gemacht, aber dem Kunden lediglich ein ‘normales Kauferlebnis’ beschert. Den Unterschied macht also lediglich ein kleines bisschen mehr Service aus, das dazu führt, dass der Kunde sich beim nächsten Kauf wieder an mich erinnern wird.”

“Welchen Stellenwert hat Deiner Meinung nach die Art und Weise, wie ich Kundenreklamationen bearbeite?”

“Reklamationen sind immer ärgerlich. Sowohl für den Kunden, der sich damit beschäftigen muss, aber natürlich auch für den Händler, für den jede Reklamation ein zusätzlicher Zeitaufwand, meist viel Ärger und vor allem Einbußen bei der Kundenzufriedenheit bedeutet. Daher versuchen wir durch umfangreiche Qualitätskontrollen bei unseren eigenen Artikeln und durch stichprobenartige Kontrollen der zugekauften Artikel allen Reklamationen schon vorweg vorzubeugen. Da man aber nie 100%ig vor Reklamationen geschützt ist, kann es natürlich immer mal vorkommen, dass ein Kunde eine Ware reklamiert. Sollte ein Kunde also mit der gelieferten Ware mal nicht zufrieden sein, versuche ich die verloren gegangene Kundenzufriedenheit erst recht wiederherzustellen. Denn einem Kunden ist in einem solchen Fall weder mit unnötig langen Schuldzuweisungen oder der weit verbreiteten Hinhalte-Taktik weitergeholfen. Ich versuche bei einem solchen Anruf möglichst schnell zu erörtern, ob ich ihm telefonisch mit einem Trick weiterhelfen kann, so dass seine Ausfallzeit des Gerätes möglichst gering ist, oder ob wir den Artikel austauschen müssen. Im letzteren Fall ist es im ersten Moment egal, ob es nun ein Handhabungsfehler des Kunden, ein Produktfehler aus der Herstellung oder gar ein Transportschaden von DPD oder DHL war. Wichtig ist erstmal, dass der Kunde schnellstmöglich einen Ersatz bekommt. Wenn dies in die Wege geleitet ist, versuche ich den Fehler dem Kunden fachmännisch zu erklären und organisiere den Rücktransport des defekten Artikels meist auf unsere Kosten zurück zur Matador Drucktechnik GmbH. Bisher war das Feedback der Kunden danach meist sehr zufrieden stellend, da sie anderes gewohnt sind und positiv über unsere schnelle und unkomplizierte Reklamationsabwicklung überrascht sind.”

“Was bedeutet für Dich unternehmerischer Erfolg?”

“Tja, selbstverständlich will auch mein Kühlschrank mit Lebensmitteln gefüllt werden, für die ich Geld benötige und auch meine Miete will bezahlt sein. Von daher spiegelt sich im Endeffekt auch mein Erfolg jeden Monat als Monatsergebnis unseres Unternehmens wider. Um diesen Erfolg dauerhaft sicherzustellen und auszubauen, definiert sich mein unternehmerischer Erfolg aber auch über die Kundenzufriedenheit jedes einzelnen Kunden. Und hierbei ist es egal, ob der Kunde eine Tintenpatrone für 8 Euro oder 10 Toner für mehrere 100 Euro kauft. Wichtig für mich ist, dass ich nach jedem Verkauf ehrlich in den Spiegel schauen kann und weiß, dass ich alles mir mögliche getan habe, um den Kunden zufrieden zu stellen und ihn so zu begeistern, dass er beim nächsten Kauf wieder an mich denkt und dann auch wieder bei mir anruft. Und wenn mir das gelingt oder wenn dieser zufriedene Kunde dann vielleicht noch einigen Freunden, Kollegen oder Bekannten von seinem positiven Kauferlebnis berichtet, dann wird sich zwangsläufig langfristig genau dieser unternehmerische Erfolg auch im Monatsergebnis des Unternehmens widerspiegeln.

Und gerade bei meinem Unternehmenswechsel im letzten Jahr wurde ich vielfach in genau dieser Ansicht bestätigt, indem viele meiner früheren Kunden sich über Google, Xing etc. meine neuen Kontaktdaten besorgten, mich anschrieben oder anriefen und mir auch weiterhin ihre Kundentreue aussprachen. Mein zu der Zeit oft gehörter Lieblingssatz war letztes Jahr ‘Ach, Herr Reinkensmeier, schön, dass ich Sie endlich wieder gefunden habe, ich habe doch immer so gern bei Ihnen bestellt, weil Sie immer sofort wissen, was ich benötige.’ Ein solcher Satz bestätigt mich in meiner Ansicht, wie wichtig Kundenzufriedenheit ist, und ehrlich gesagt, macht er einen Verkäufer und erst recht einen Unternehmer sehr, sehr glücklich.”

<vorhergehender Beitrag nächster Beitrag>

<Zur Startseite

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de



Ein bemerkenswertes Rhythm’n'Blues Festival
Mittwoch, 27. Januar 2010, 10:48 Uhr
Abgelegt unter: Allgemeines, Marketing | Tags: , , , ,

Rhythm'n'Blues FestivalDiesen Artikel zu schreiben, hat für mich als Musikfreak einen besonderen Reiz. Die qualitativ hervorragenden Lautsprechersysteme, die Bowers & Wilkins entwickelt, produziert und vertreibt, sind allerdings nicht der einzige Grund dafür. Am 25. Oktober 2008 findet im Gerry Weber Event & Convention Center, Halle (Westf.) das jährliche Rhythm’n'Blues Festival statt.

Das ostwestfälische Unternehmen B & W Germany Group GmbH, Halle (Westf.) ist eine Tochtergesellschaft der englischen B&W Group Ltd., einem weltweit anerkannten Hersteller und Vertrieb von Premium-Lautsprechersystemen und anderen Produkten der High-End-Unterhaltungselektronik. Die B&W Group Germany GmbH als deutsche Vertriebstocher versorgt vom Standort Halle/Westfalen aus ein selektives Distributionsnetz von ca. 200 ausgesuchten Fachhändlern in Deutschland und Österreich mit den vielfach preisgekrönten Produkten der Marken B&W Bowers & Wilkins, ROTEL und Classé Audio. Das Unternehmen Bowers & Wilkins ist in über 60 Ländern der Welt mit eigenen Vertriebsgesellschaften und freien Distributionspartnern erfolgreich vertreten. Die Marke B&W rangiert unter den Top 3 der internationalen Premium-Lautsprecherhersteller und kann sich im Premium-Segment auch in Deutschland als Marktführer bezeichnen. Mehr als 5 Mio. private Musikliebhaber besitzen Lautsprecher von B&W. Aber auch viele der weltweit renommiertesten Tonstudios, wie z.B. die Londoner Abbey Road Studios oder die Skywalker Sound Studios von George Lucas in West Marin Country, Kalifornien vertrauen bei Ihren Referenz-Lautsprechermonitoren auf die Top-Modelle von Bowers & Wilkins.

Mein Gesprächspartner ist Oliver Settertobulte, Strategic Marketing Manager bei B & W. Ein interessantes Interview über ein großartiges Event, welches sein Unternehmen in Kooperation mit der Gerry Weber Management & Event OHG veranstaltet.

Udo Michaelis: “Wie lange gibt es schon das Rhythm’n'Blues Festival?”

Oliver SttertobulteOliver Settertobulte: “Das erste Festival fand 2003 statt. Die Idee bestand allerdings schon länger. Bereits unsere englische Muttergesellschaft war von 1987 bis 1990 aktiv am berühmten Montreux Jazz Festival beteiligt, zuletzt sogar mit einem eigenen Festival innerhalb des gesamten Events. Der damalige Firmenchef, Robert Trutz, hatte sich immer schon im Bereich der Live-Musik engagiert. Was lag also näher, als an diese traditionsreiche musikalische Vergangenheit anzuknüpfen und ein eigenes B&W-Festival auf die Beine zu stellen. Der Erfolg des B&W Rhythm’n’Blues Festivals bestätigt die Richtigkeit dieser Entscheidung. Denn schließlich ist unser B&W-Festival mittlerweile zu einem der größten Indoor-Blues-Festivals in ganz  Europa herangewachsen und bietet jedes Jahr erstklassiges, Musik-Entertainment auf internationalem Niveau.”

“Aus welcher Motivation heraus engagiert sich B & W so professionell im musikalischen Bereich?”

Fast Eddy's Blue Band“Unsere Lautsprecher bieten ein Höchstmaß an Klangqualität, welche immer zuerst dem Klang des Originals verpflichtet ist. Mit unserem Festival möchten wir den Leuten deshalb auch vermitteln, wie echte, ‘handgemachte’ Musik klingt, um aufzuzeigen, wie nah wir unserem Ziel der absolut authentischen Klangreproduktion bereits gekommen sind. Außerdem bietet uns ein solches Festival die Möglichkeit, unserer Passion und unserer Liebe zur Musik auf eine Art und Weise Ausdruck zu verleihen, die weit über unser tägliches Geschäft hinausgeht.”

“Wieso gerade Rhythm’n'Blues?”

Sydney Ellis & Her Yes Mama Band“Erst einmal ist es uns wichtig, authentische, sprich handgemachte Musik zu präsentieren und keine Sounds, die völlig verfremdet aus dem Computer kommen. Für uns bei B&W sollte Musik eine Seele haben und echte Emotionen zum Ausdruck bringen - auch wenn man damit nicht immer unbedingt der Breitenpopularität Rechnung trägt.
Deshalb präsentieren wir lieber Künstler, die mittels Musik Ihre Gefühle und ihre Energie authentisch rüber bringen – einfach Künstler, die Musik auch leben. Wir finden, dass gerade der Blues diese Aspekte hervorragend repräsentiert. Außerdem ist es gerade der Blues, der so unendlich viele andere Musikstile inspiriert und hervorgebracht hat. So gibt es kaum einen Rockmusiker, der seine musikalischen Wurzeln nicht im Blues begründet sieht. Deshalb hört man auf unserem Festival ja auch nicht nur den klassischen Blues, sondern lernt immer wieder die unterschiedlichsten Facetten dieser musikalischen Stilrichtung kennen.

“Wie erklärt sich die ständig wachsende Popularität des Rhythm’n'Blues Festivals?”

Dr. Mablues & The Detail Horns“Mit dem Gerry Weber Event & Convention Center steht uns eine hervorragende Festival-Location zur Verfügung, die in ihrer Art und Ausstattung schon etwas Besonderes ist. Jedes Jahr sind die auftretenden Musiker begeistert von dem tollen Ambiente, dem Sound und der lockeren, familiären Atmosphäre. Und wie man sieht, kommen Sie gerne wieder. Die Live-Acts für das erste Festival mussten wir noch aktiv suchen. Doch inzwischen bekommen wir jährlich 70 bis 100 Blindbewerbungen von Künstlern aus dem In- und Ausland. Es fällt uns daher nicht schwer, jedes Jahr musikalische Top-Qualität zu liefern. Und selbst absolute Größen des Musikbusiness, wie Udo Lindenberg oder Peter Maffay, wurden schon als Gäste gesichtet, was sicherlich auch zur stark wachsenden Popularität unseres Festivals beigetragen hat.
Durch sie ist z.B. auch schon der ein oder andere interessante Kontakt zu erstklassigen Musikern entstanden, die wir dann auch live auf der Bühne begrüßen konnten oder werden. Jüngstes Beispiel hierfür ist z.B. Carl Carlton, einer der diesjährigen Top-Acts. Carl Carlton ist Gittarist, sowohl in der Band von Peter Maffay, als auch in Udo Lindenbergs Panikorchester und wird in diesem Jahr mit seinem Soloprojekt Carl Carlton and The Songdocks die Bühne im Event-Center entern.
Ich muss zugeben, dass wir ein wenig stolz darauf sind, dass wir mit Carl in diesem Jahr eine Weltpremiere präsentieren können. Er wird nämlich auf unserem Festival bereits einige Stücke aus seinem neuen Album spielen, dass eigentlich erst am 31.10. veröffentlicht wird. Diese Songs waren also bisher noch nicht in der Öffentlichkeit zu hören und bei uns gibt es sie zum ersten Mal live.”

“Treten neben den Top-Acts treten auch eher unbekannte Künstler auf?”

Richie Arndt & The Bluenatics“Ja und Nein! Denn völlig unbekannt - zumindest in der Blues-Szene - war noch keiner unserer Künstler. Dennoch hat unser Festival den ein oder anderen Nachwuchskünstler noch mal richtig nach vorne gebracht. Ein schönes Beispiel hierfür ist Ana Popovic. Im Jahr 2004 hatte Ana unseren Gast Udo Lindenberg derart begeistert, dass er sie spontan für einige Gigs seiner Live-Tour engagierte. Und vorletztes Jahr gab es dann ja auch einen überraschenden gemeinsamen Auftritt von Udo und Ana auf unserem Festival. Sie sehen, es profitieren also nicht nur die Zuschauer von unserer Veranstaltung, sondern auch die Musiker. Es freut uns natürlich sehr, wenn unser Engagement solch positive Ergebnisse hat. Auch in diesem Jahr werden wir wieder ein echtes Ausnahmetalent auf der Bühne haben. Henrik Freischlader, ein von den Kritikern hoch gelobtes Talent an der Gitarre wird bei Richie Arndt & The Bluenatics mitspielen. Und wer weiß, vielleicht erleben wir ihn dann ja bald auch einmal mit seiner eigenen Band auf einem der nächsten B&W Rhythm’n’Blues Festivals hier in Halle/Westfalen.
B&W – Listen and you’ll see”

<vorhergehender Beitrag nächster Beitrag>

<Zur Startseite

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de



Qualität oder “Billigkram”?
Dienstag, 26. Januar 2010, 10:25 Uhr
Abgelegt unter: Allgemeines, Marketing | Tags: , ,

Brandschutzhaus MarsbergVieles, was man im Leben unternimmt, ist zu dem Zeitpunkt, an dem es geschieht, genau das Richtige. Ändert man sich selbst, dann ändern sich auch die äußeren Umstände. Die Dinge, die damals das Beste gewesen sind, passen dann heute nicht mehr. Ich habe jahrelang ein Unternehmen für Brandschutz und Sicherheit betrieben. Dieses Projekt gehört nun der Vergangenheit an und hat Platz gemacht für Neues.

An vieles aus der Zeit erinnere ich mich gerne. Dazu gehört sicherlich auch die überaus gute Zusammenarbeit mit meinem Partnerunternehmen, Pipper Brandschutz Service. Im heutigen Interview kommt der Inhaber, Heinrich Pipper, zu Wort.

Heinrich Pipper (2.v.r.) mit seinen MonteurenEr ist ein guter Freund von mir und Patenonkel meines jüngsten Sohnes Tom Luca. Wir haben unsere Unternehmen im selben Jahr gegründet und arbeiten von Anfang an eng zusammen. Während meine Stärken mehr im Marketing und der Entwicklung neuer Konzepte liegen, ist Heinrich Pipper ein exzellenter Techniker, der sich mit Leib und Seele dem Brandschutz verschrieben hat. Meine Mitarbeiter und ich haben immer wieder von seinem umfangreichen Fachwissen profitiert. Neben dem Hauptsitz in Bad Wünnenberg und der Zweigstelle in Marsberg hat Pipper Brandschutz Service jetzt einen weiteren Stützpunkt in Bielefeld eröffnet.

Udo Michaelis: “Heinrich, beschreib doch bitte kurz Deine Unternehmensphilosophie und -ziele.”

Heinrich Pipper: “Qualität!”

“Das war wirklich sehr kurz. Ich hätte eher Begriffe erwartet, wie ‘Gewinne verdoppeln’, ‘die Nr. 1 in der Region werden’ oder ’Marktanteile erweitern’. Spiel das keine Rolle?”

“Ich hätte nichts dagegen, diese Dinge zu erreichen - ganz im Gegenteil. Sie kommen aber weder in meiner Unternehmensphilosophie, noch bei meiner Zielsetzung vor. Ich sehe sie eher als mögliche Folge dafür, dass ich konsequent den richtigen Weg gehe.”

“Und dieser Weg heißt “Qualität”?

“Genau. Ich habe mich dazu verpflichtet, meinen Kunden die höchstmögliche Qualität zu bieten. Ebenso erwarte ich von meinen Lieferanten und Partnerunternehmen eine hohe Qualität. Selbstverständlich gilt das auch für meine Mitarbeiter. In der Regel klappt das auch sehr gut.”

“Heißt ‘in der Regel’, dass es manchmal nicht funktioniert?”

“Wie heißt es so schön: ‘Du kannst den Leuten nur vor den Kopf sehen.’ Mitarbeiter zu finden, die zum Unternehmen und seinen Grundsätzen passen, ist mir sehr wichtig. Wenn anschließend die getroffenen Vereinbarungen nicht eingehalten werden, ziehe ich Konsequenzen. In einem Fall war die Abweichung so krass, dass ich mich von dem Mitarbeiter getrennt habe. Aber lass uns jetzt nicht so viel von den negativen Ausnahmen reden. Andere Mitarbeiter haben Spaß daran, Qualitätsarbeit zu verrichten, die auch Anerkennung findet. Diese wird von mir und von meinen Kunden entsprechend wertgeschätzt und das setzt weitere Motivation frei. Gerade neulich ist es wieder vorgekommen, dass sich ein Kunde über die Leistung eines meiner Mitarbeiter positiv geäußert hat. So etwas freut ihn und mich natürlich auch.”

“Wie stellst Du sicher, dass sich die Qualität nicht verschlechtert?”

“Es werden von Zeit zu Zeit Qualitätskontrollen durchgeführt. Die erbrachten Dienstleistungen werden stichprobenartig von anderen Mitarbeitern gecheckt. Abweichungen von unserem Qualitätsstandart müssen dann besprochen werden. Auch beim eingekauften Material verlasse ich mich nicht immer auf die Beschreibung. Bei internen Tests ermitteln wir zum Beispiel den Auslösezeitpunkt von Rauchmeldern. Anschließend weiß ich genau, was ich dem Kunden anbiete.”

“Hast du eine bestimmte Zielgruppe?”

“Unsere Kunden reichen von Privathaushalten über mittelständische Betriebe bis zu Großkonzernen. Wenn ich meine Zielgruppe bestimmen soll, mache ich das weniger an der Größe fest. Am Besten passen diejenigen zu uns, die eine ähnliche Einstellung zu Qualität und Sicherheit haben. Diese Kunden wissen einen guten Service zu schätzen, zahlen pünktlich ihre Rechnungen und freuen sich, wenn sie von meinem Wissen profitieren können und ihnen nicht gleich jede Beratung berechnet wird. Aus Kundenzufriedenheit entwickelt sich Kundentreue und führt zu einer langfristigen Zusammenarbeit, von der beide Seiten profitieren.”

“Ist es denn nicht schwierig, bei dem existierenden Preiskampf eine hohe Qualität zu halten?”

Sprinklerzentrale mit reichlich Rost“Ich strebe eine hohe Qualität an - ohne ‘wenn’ und ‘aber’. Auch werde ich von niemandem dazu gezwungen, mich an dem Preiskampf zu beteiligen. Es sollte jedem einleuchten, dass Qualität seinen Preis hat. Das heißt nicht unbedingt, dass es teuer sein muss. Wer aber nicht bereit ist, für hochwertige Leistungen einen angemessenen Preis zu zahlen, braucht sich nicht zu wundern, wenn er am Ende der Angeschmierte ist. Diejenigen, die sich ständig unter Preis verkaufen, sind zuletzt die Verlierer. In dem Zusammenhang fällt mir ein Witz ein: ‘Eine Hausfrau besucht den Marktstand einer Händlerin, die ihre Eier für 5 Cent anbietet. Sie fragt daraufhin, wieso sie diese für einen Preis anbietet, der noch unter ihren Einkaufskosten liegt. Die Eierfrau meinte darauf nur, dass die Kundin davon keine Ahnung hätte, denn die Masse macht’s.’ Ich habe auch schon Anfragen abgelehnt, weil man nur auf billige Weise irgendwelche Auflagen erfüllen wollte, ohne dabei Wert auf Qualität und Sicherheit zu legen. Den Leuten sollte klar sein, dass es beim Brandschutz um Menschenleben und den Schutz des Eigentums geht. Man sich daher keinen billigen Pfusch leisten. Rückschlagventil einer Brandschutzklappe - von innen verrostetManche machen auch den Fehler, ihre Sicherheitsanlagen nicht regelmäßig warten zu lassen, weil es angeblich zu teuer ist. Ich habe aus Rohren von defekten Sprinkleranlagen schon eimerweise Rost entfernt und viele andere katastrophale Zustände gesehen. Die Reparaturen haben hinterher das Doppelte bis Zehfache im Vergleich zu allen regelmäßigen Wartungen gekostet.”

“Was motiviert Dich?”

“Ein positives Feedback von Menschen, mit denen ich zu tun habe. Was mich besonders freut, sind neue Kunden, die durch Empfehlung meiner Stammkunden auf mich aufmerksam wurden. Wenn diese Stammkunden nicht überaus zufrieden mit uns wären, hätten sie diese Empfehlung nie ausgesprochen. Wenn die eigene Arbeit auf diese Weise gewürdigt wird, bekommt man Power, sich noch mehr für meine Kunden ins Zeug zu legen.”

<vorhergehender Beitrag nächster Beitrag>

<Zur Startseite

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de



Virales Marketing
Mittwoch, 1. Oktober 2008, 12:26 Uhr
Abgelegt unter: Allgemeines, Marketing | Tags: , , , ,

Selbst Darth Vader hat erkannt, dass Virales Marketing ein absolut machtvolles Werbeinstrument ist. Aber wusstet Ihr schon, dass Lord Vader auch schwäbisch spricht?

<vorhergehender Beitrag nächster Beitrag>



Seminare und Coaching

In vier Beiträgen standen Personen im Mittelpunkt, die Interessantes über Glück, Erfolg, Persönlichkeitsentwicklung oder Marketing zu sagen haben. Vielleicht möchtet Ihr jetzt auch mal wissen, wer ich bin und was ich überhaupt mache.

Dass ich Seminare leite und als Coach tätig bin, wissen sicherlich viele von Euch. Falls nicht, könnt Ihr mein Profil auf der Webseite von “Erfolg durch Glück” ansehen. Außerdem bin ich Geschäftsführer der Firma Michaelis Brandschutz & Sicherheit. Früher war meine Tätigkeit im Brandschutz mein Haupterwerb und die Leitung von Seminaren meine Nebenbeschäftigung. Inzwischen ist es umgekehrt. Um mir die nötigen zeitlichen Freiräume dafür zu schaffen, habe ich mein Brandschutzunternehmen umstrukturiert. Ein Teil unserer Leistungen führen wir jetzt nicht mehr selbst aus, sondern ein Partnerunternehmen.

Auf der Webseite von Michaelis Brandschutz & Sicherheit haben wir eine Rubrik, die sich “Partner des Monats” nennt. Dort wird jeden Monat ein Kunde, Lieferant, Dienstleister oder Kooperationspartner vorgestellt, mit dem ich jeweils ein Interview führe. Der Partner des Monats August war die Firma Pipper Brandschutz Service. Es handelt sich um das Unternehmen, welches unsere ausgegliederten Leistungen weiterführt. Das Gespräch mit dem Inhaber, Heinrich Pipper, hatte noch einen zweiten Teil, allerdings mit getauschten Rollen. Dieses Mal ist Heinrich Pipper der Interviewer und ich beantworte seine Fragen zu Erfolg durch Glück.

Heinrich Pipper: “Welche Leistungen bietest Du genau an?”

Udo MichaelisUdo Michaelis: “Seminare, Workshops und Coaching, auch Unterstützung beim Marketing und in der EDV. Ich veranstalte offene Seminare, zu denen sich Einzelpersonen anmelden können. Für Firmen biete ich außerdem spezielle Personaltrainings an, um die Mitarbeiter zu höherer Motivation, Effektivität und Leistungsfähigkeit zu führen.

“Wie sehen Deine bisherigen Erfahrungen im Leiten von Seminaren aus?”

“Seit den 80er Jahren halte ich Vorträge und leite Seminare. Am Anfang waren meine Themengebiete Arbeitsmethodik, Marketing und Verkauf. Mit Glück und Erfolg beschäftige ich mich seit Ende der 90er Jahre. Durch meine Ausbildung im Jahr 2005 bei Ella Kensington, dem größten Anbieter für Glückstraining im deutschsprachigen Raum, erhielt ich die Grundlage für meine spätere Arbeit. Sie beschreibt die Wechselwirkungen von Glück und Erfolg.”

“Wie bist Du eigentlich auf den Namen ‘Erfolg durch Glück’ gekommen?”

“Ich würde mich als sehr erfolgsorientierten Menschen bezeichnen. Lange Zeit empfand ich erfolgreich zu werden als sehr mühsam. Wenn ich meine Ziele erreichte, war ich erst einmal zufrieden. Leider verpuffte dieser Effekt sehr schnell. Ich brauchte wieder ein neues Ziel und noch eins und noch eins. Irgendwann war ich nur noch ein Getriebener. Dann passierte etwas, das mein bisheriges Leben auf den Kopf stellte. Ich entdeckte, wie ich unabhängig von äußeren Erfolgen glücklich sein konnte. Jetzt war der Druck weg, unbedingt bestimmte Ziele erreichen zu müssen. Auf einmal war es viel leichter, Erfolg zu haben. Ich bin davon überzeugt, dass nichts leichter und schneller zum Erfolg führt, als glücklich zu sein.”

“Wir sollten also nicht versuchen, erfolgreich zu sein, um hinterher glücklich zu werden, sondern genau umgekehrt?”

“Exakt! Seit den neunziger Jahren wird das Glück wissenschaftlich erforscht. Man hat Verhaltensmerkmale von überwiegend glücklichen Menschen mit denen verglichen, die eher unglücklich waren. Die Unglücklichen meinten, sie müssten erst dieses oder jenes haben, um glücklich sein zu können. Die Glücklichen dagegen besaßen die Fähigkeit, weitgehend unabhängig von äußeren Gegebenheiten glücklich zu sein. Als glücklicher Mensch ist Deine Leistungsfähigkeit um bis zu 200 % größer, Dein Gefühl von Fähigkeit nimmt zu und Du entwickelst Dich zu einer charismatischen Persönlichkeit.

Habe ich als glücklicher Mensch überhaupt noch genug Antrieb, Dinge anzupacken und zu verändern?”

“Auf jeden Fall! Glücklich zu sein heißt ja nicht, lethargisch in einer Hängematte zu dümpeln. Der Wunsch sich weiter zu entwickeln ist uns angeboren. Das sieht man schon bei kleinen Kindern. Wenn sie beim Versuch laufen zu lernen auf die Nase fallen, stehen sie wieder auf und probieren es so lange, bis sie es können. Glückliche Menschen haben sogar einen viel effektiveren Antrieb. Sie sind nicht mehr überwiegend fluchtmotiviert, sondern zielmotiviert. Fluchtmotivierte Menschen wollen von etwas weg. Wenn man zielmotiviert ist, will man zu etwas hin. Wenn es mir nur darum geht, etwas zu vermeiden, bringe ich nicht die Energie auf, um den unerwünschten Zustand auch wirklich verlassen zu können. Fluchtmotivierte Menschen wissen zwar, was sie nicht möchten, aber nicht was sie eigentlich wollen. Die Zielmotivation entfaltet da wesentlich mehr Power.”

“Was unterscheidet Deine Seminare von anderen?

“Bei den meisten Erfolgsseminaren geht es um Techniken und Methoden, welche die Effizienz steigern sollen: Wie optimiere ich meine Verkaufsgespräche, dass die Leute auch wirklich kaufen? Wie führe ich meine Mitarbeiter, dass sie meine Ziele zu ihren eigenen machen? Wie kriege ich in kürzerer Zeit mehr geschafft? Der Gedanke, der dahinter steht, ist immer der Gleiche: Drück’ auf diesen Knopf und Du wirst jenes Resultat erhalten. Die Praxis zeigt aber, dass es nicht so einfach funktioniert. Ich habe immer wieder erlebt, wie Menschen die besten Methoden und Tricks angewandt haben und trotzdem gescheitert sind. Ich bin überzeugt davon, dass die Persönlichkeit eines Menschen viel entscheidender ist, als reine Erfolgstechniken. Wenn ein Mensch innere Blockaden besitzt, dann nutzt ihm keine Erfolgsmethode, keine Suggestion und kein ‘Tschaka - du schaffst es!’ Es geht jetzt darum, diese Blockaden zu lösen und den Zugang zu den bisher nicht genutzten Ressourcen zu finden. Ich setzte hier aber keine klassische Therapie ein, sondern andere wirkungsvolle Instrumente. Wenn mir meine inneren Programme keinen Stress mehr machen, kann ich durch ein gezieltes Training meine Emotionen bewusst steuern. Meine Seminarteilnehmer werden in die Lage versetzt, sich innerhalb kurzer Zeit in den gewünschten ‘Emotionsmodus’ zu bringen, der für die jeweilige Situation am sinnvollsten ist.”

“Für wen sind Deine offenen Seminare?”

“Die Seminare sind für diejenigen konzipiert, die glücklich sein möchten, ihren Erfolg in mindestens einem Lebensbereich steigern wollen und bereit sind, etwas dafür zu unternehmen. Die größte Gruppe der Teilnehmer besteht aus Inhabern von Kleinbetrieben und Freiberuflern, also Unternehmern. Es gibt aber Selbstständige, die ich nicht als ‘Unternehmer’, sondern als ‘Unterlasser’ bezeichne. Die Jammerer, die in der Opferrolle bleiben wollen und immer nur anderen Leuten die Schuld für ihre Misere geben, sind auf meinen Seminaren falsch. Auf der anderen Seite gibt es auch viele Nichtselbstständige, die unternehmerisch denken und handeln. Sie sind bereit, ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen und positiv zu verändern. Viele von ihnen engagieren sich ehrenamtlich in kirchlichen oder sozialen Projekten und in Vereinen. Deshalb mache ich meine Zielgruppe nicht am beruflichen Status fest. Mich interessiert mehr die Einstellung der Teilnehmer.

“Was motiviert Dich?”

“Wenn ich erleben darf, dass Menschen alte Pfade verlassen, um entschlossen ihren Weg des Glücks und des Erfolges zu gehen. Natürlich freut es mich, wenn ich durch meine Impulse dazu beitragen kann. Neben meinen Seminaren und Coachings biete ich eine weitere Möglichkeit an - sogar kostenlos: Ich betreibe seit Mitte August 2008 einen eigenen Weblog. Neben eigenen Praxistipps veröffentliche ich auch Interviews, oder schreibe über kompetente Persönlichkeiten, die Hilfreiches über Glück, Erfolg, Persönlichkeitsentwicklung oder Marketing zu sagen haben. Ich selbst habe auf deren Webseiten und Plattformen so hervorragende Impulse bekommen, die ich gerne weitergeben möchte.

“Mir ist aufgefallen, dass Du Deine Leser im Blog mit ‘Du’ ansprichst, während Deine Webseite im förmlichen ‘Sie’ geschrieben ist. Gibt es dafür einen besonderen Grund?”

“Zu vielen, mit denen ich länger zu tun habe, entsteht ein sehr persönlicher Kontakt. Manchmal ergebenen sich daraus sogar freundschaftliche Beziehungen. Da der Blog zunächst für solche Menschen bestimmt war, nannte ich ihn auch ‘Blog für Freunde’. Natürlich lesen immer mehr meinen Blog, die mich kaum oder gar nicht kennen. Ich habe einfach entschieden, alle meine Leser wie Freunde zu behandeln und auch so mit ihnen zu kommunizieren. Deshalb wähle ich als Ansprache das persönliche ‘Du’. Bei der Webseite hielt ich das ‘Sie’ für sinnvoller, besonders wenn sich jemand über die Angebote für Firmen informieren möchte und über eine Suchmaschine auf die Seite kommt. Bei beruflichen Erstkontakten duze ich auch nicht gnadenlos drauf los. Wer mich duzen möchte, der darf das, aber keiner muss.”

“You can say you to me!”

“Kennst Du die Fortsetzung dieses Kohl-Witzes?”

“Nein.”

“Der amerikanische Präsident Bush hat erfahren, dass Altbundeskanzler Kohl der englischen Königin das ‘Du’ mit den Worten ‘you can say you to me’ angeboten hatte. Als mächtigster Mann der Welt musste er natürlich noch einen draufsetzen: er bot ihr das ‘double you’ an.”

“Der war gut. Hast Du noch einen auf Lager.”

“Über Bush gibt es lustige Sachen. Besonders gelacht habe ich über ein Video, das ich mal im Internet gefunden habe. Ich hänge den Clip an unser Interview und wünsche viel Spaß.

<vorhergehender Beitrag nächster Beitrag>



Warum Benchmarking Blödsinn ist
Freitag, 5. September 2008, 11:05 Uhr
Abgelegt unter: Marketing | Tags: , , , , , ,

“Wirtschaft ist bunt, aufregend, ansteckend, energiegeladen. Business ist Leidenschaft, Begeisterung, Wachstum. Management bedeutet: Erschließt neue Märkte! Handelt schnell! Brecht Regeln! Erfolgreich sein heißt träumen, mutig sein, handeln. Vergesst Hierarchien! Habt Ideen und unternehmt alles, diese umzusetzen.” (Förster & Kreuz)

Kennt Ihr als Unternehmer auch den täglichen Kampf um die eigene Existenz. Der eine Kunde verlangt noch einen Preisnachlass, obwohl Ihr ihm bereits einen Rabatt eingeräumt habt. Ein anderer möchte eine Zusatzleistung von Euch - ohne Bezahlung versteht sich. So langsam lauft Ihr Gefahr, nicht mehr rentabel zu sein. Aber vielleicht kann man ja etwas von einem Unternehmen abschauen, das größer und erfolgreicher ist als Ihr selbst. Was der Marktführer macht, wird doch wohl bei Euch genauso funktionieren.

Wer sagt eigentlich, dass ich überhaupt dieses ganze Theater mitmachen muss. Wieso soll ich dazu verdammt sein, mich gegen die Konkurrenten behaupten zu müssen? Unsinnigerweise sind wir viel zu viel auf den Wettbewerb fokussiert. Man beobachtet die Mitbewerber mit dem Ziel, besser zu werden als sie.

Der Gipfel dieser Strategie nennt sich “Benchmarking” oder “Best Practice“. Man greift sich den derzeitigen Branchenführer heraus, analysiert ihn gründlich und setzt sich das Ziel, in fünf Jahren so gut zu sein wie er. Selbst wenn mir das gelänge, ich bin doch dann höchstens so gut, wie derjenige es vor fünf Jahren einmal war. Der ist aber inzwischen schon viel weiter. Auf diese Weise renne ich ständig hinterher. Das ist doch total bescheuert. Was noch hinzukommt: Ich bringe keine eigenen Ideen ein, weil ich mich nur auf kopieren beschränke. So wird niemals in irgendeiner Form Innovation oder Kreativität entstehen. Ich schlage vor, diese Strategie in die Tonne zu treten. Die wirklich erfolgreichen Unternehmen interessieren sich nicht für den Wettbewerb. Sie machen ihr eigenes Ding für ihre selbst gewählte Zielgruppe.

Anja FörsterKein anderer bringt dieses Thema so auf den Punkt wie Anja Förster und ihr Ehemann Dr. Peter Kreuz. Sie bezeichnen sich selbst als “Die Business-Querdenker” und zeigen in leidenschaftlicher Art und Weise auf, wie man sich aus Denkschablonen befreien und ausgetretene Pfade verlassen kann. Auch als Autoren haben die beiden sich sich einen Namen gemacht. Sie erhielten für ihr Buch “Alles, außer gewöhnlich” den Wirtschaftbuch-Preis 2007. Es ist außerdem als Hörbuch erschienen. Ein weiteres Buch mit dem Titel “Different Thinking” ist ebenfalls ein Bestseller.

Peter Kreuz ist sympathisch frech. Sein Interview im Migros-Magazin trägt die provozierende Überschrift “Treten Sie Ying und Yang in den Hintern“. Mit Respektlosigkeit und Humor stellt er überholte Managementdogmen in Frage. Für Menschen, die erfolgreich neue Wege gehen wollen, hat er die passenden Impulse parat.

Dr. Peter KreuzAnja Förster und Peter Kreuz live zu erleben, ist ein inspirierendes Ereignis. Beide sind exzellente Rhetoriker und verstehen es, ihre Zuhörer zu begeistern, zum Umdenken zu bringen und zum Handeln anzuregen. Die folgenden Clips vermitteln Euch sicherlich einen Eindruck davon. Die Story mit dem Gurkenbauer finde ich herrlich - aber ich will noch nicht zuviel verraten. Klickt auf einen der blauen Titel und das entsprechende Video läuft in einem separaten Fenster. Durch einen Doppelklick auf das laufende Videobild könnt Ihr Euch das Ganze im Vollbildmodus ansehen. Viel Spaß dabei!

Anja Förster live

Dr. Peter Kreuz live

Fernsehinterview mit Dr. Peter Kreuz

<vorhergehender Beitrag nächster Beitrag>



Geld ist schön

“Jeder Mensch hat seine Berufung, die ihn aufwärts weist. Sein Talent ist der Ruf. Nach einer Richtung hin stehen ihm alle Wege offen. Seine Fähigkeiten sind eine schweigende Aufforderung, sich in deren Richtung immer wieder zu bewähren. Er kann sich ihnen nicht entziehen. Er gleicht einem Schiff auf einem Fluss. Er stößt auf beiden Seiten auf Hindernisse, nur auf einer einzigen nicht. Auf dieser ist jedes Hindernis hinweggeräumt und er gleitet ruhig über göttliche Tiefen hinaus ins Meer.”
(Ralph Waldo Emerson)

Das Jahr 2007 war bei mir von lebensverändernden Entscheidungen geprägt. In welche Richtung ich wollte, wusste ich ziemlich klar. Aber eine Fülle von Hindernissen bereiteten mir große Schwierigkeiten. Diese Worte von Ralph Waldo Emerson halfen mir zu erkennen, dass meine Schwierigkeiten nicht darauf hindeuteten, dass mein neuer Weg falsch wäre. Es ging eher darum, mich von einigen Dingen und Gewohnheiten aus meinem bisherigen Leben konsequent zu verabschieden.

Zum ersten Mal begegnete mir dieses Zitat Mitte der 90er Jahre. Ich fand es in dem Buch “Geld ist schön” von Hans-Peter Zimmermann. Dieses Buch gefiel mir recht gut, trotz seines provozierenden Titels - oder vielleicht sogar unter anderem gerade deshalb? Ich habe auch brav darin gearbeitet (es ist als Arbeitsbuch konzipiert mit vielen Seiten zum Ausfüllen) und einiges davon in meinem Leben umgesetzt. Ich muss zugeben, dass nicht alles so praktiziert habe, wie es in diesem Buch empfohlen wurde. Irgendwie bin ich nicht genug “dran geblieben”. Mit dem Autor hatte ich mich damals nicht weiter beschäftigt.

Ende 2006 suchte ich einige Informationen zum Thema “Hypnose” und stieß auf die Seite www.hpz.com bei Google. Neben den gewünschten Infos fand ich dort auch viele interessante Dinge über Erfolgs-Psychologie, Persönlichkeitsentwicklung und Marketing. In den folgenden Wochen habe ich immer wieder diese Seite besucht, weil sie wirklich gute praxisbezogene Inhalte lieferte. Später schrieb ich mich in den Verteiler für den Newsletter ein. Der gefiel mir dann so gut, dass ich mir auch die früheren Letter angeschaut habe. Ich fing bei dem ältesten an und arbeitete mich bis zu den gegenwärtigen durch. Dafür benötigte ich mehrere Wochen.

Lange Zeit bemerkte ich überhaupt nicht, dass der Schreiber des Newsletters der selbe Hans-Peter Zimmermann war, von dem ich bereits ein Buch gelesen hatte. Inzwischen konnte man sich seinen Bestseller “Geld ist schön” sogar kostenlos zum downloaden. Ihr möchtet das Ebook auch gerne geschenkt haben? Dann klickt einfach hier mit der rechten Maustaste und dann auf “Ziel speichern unter…”.

Dann las ich vom “HPZ Power-Podcast”. Für diejenigen, die nicht wissen, was ein “Podcast” ist: Es handelt sich um Tondokumente, die man sich im Internet herunterladen kann. Mittels RSS-Feed könnt Ihr Euch einen bestimmten Podcast abonnieren und bekommt so immer automatisch die neuesten Episoden. Am besten funktioniert es mit dem Programm iTunes von Apple (läuft auch unter Windows). Wie das genau funktioniert erklärt Euch Hans-Peter Zimmermann hier. Wenn Ihr sowieso schon auf seiner Seite seit, könnt Ihr Euch auch gleich seinen “Power-Letter” abonnieren. Empfehlenswert ist auch sein HPZ-Power-Blog.

Der HPZ Power-Podcast enthält so viele gute Folgen, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann. Ich beschränke mich auf die Episoden, die mich am meisten begeistert haben:

Hans-Peter hat einige Gespräche mit seinem damaligen Nachbarn Dr. Stephan Wehowsky geführt. Wehowsky ist promovierter Theologe, außerdem Philosoph, Publizist, Konfliktforscher und Kommunikator für Sicherheitsthemen. Zwei überaus kompetente Leute treffen aufeinander, unterhalten sich und das Ergebnis ist ein genialer Dreiteiler. Falls Ihr iTunes noch nicht herunter geladen habt, könnt Ihr diese Episoden auch direkt anhören. Klickt auf den blauen Titel und es geht sofort los.

#9 - Führung durch das Leben (Teil 1)

#11 - Führung durch das Leben (Teil 2)

#12 - Führung durch das Leben (Teil 3)

Zwei weitere Episoden mit Stephan Wehowsky drehen sich um das Thema “Geld”. Diese Folgen sind nicht weniger faszinierend, als “Führung durch das Leben”. Apropos Geld - das schon erwähnte Buch “Geld ist schön” gibt es auch als kostenloses Hörbuch. Wenn Ihr den HPZ Power-Podcast abonniert, findet Ihr in sechs Folgen das komplette Buch mit zusätzlichen akustischen Anmerkungen. Das verlinke ich Euch jetzt aber nicht, denn Ihr sollt auch selbst was für Euer Glück tun.

#17 - Geld (Teil 1)

#18 - Geld (Teil 2)

Die Gespächspartner der folgenden Episode, Prof. Dr. Robert Pucher, Informatik-Professor am Technikum Wien und Dr. Ullrich Glaser aus Peiting, sind ebenfalls genial. Folgende Fragen werden diskutiert: Kann ein Mensch mit seinen Gedanken den Zufall beeinflussen? Ist die Behauptung, dass der Glaube Berge versetzt, auch wissenschaftlich haltbar? Könnte man das Phänomen des Erfolgs physikalisch-mathematisch untersuchen?

#29 - Wird das Leben vom Zufall bestimmt

Wer dieser Dr. Hans-Peter Zimmermann ist, darüber habe ich bewusst nichts erzählt. Ich denke, dass kann er selbst viel besser. Im Gespräch mit Frank Obels erfahrt Ihr seinen Werdegang und viel über seine Denkweise. In der zweiten Hälfte gibt es außerdem einiges über effektives Marketing und Unternehmenserfolg zu lernen.

#33 - HPZs Werdegang

Zum Abschluss habe ich für Euch noch ein richtiges Schmankerl. Diese Folge ist im HPZ Power-Podcast als normale Audio-Episode #33 erschienen. Das gleiche gibt es noch einmal als Video bei You Tube, wo Hans-Peter Zimmermann einen eigenen Kanal hat. Gesprächspartner ist wieder einmal Prof. Dr. Robert Pucher. Wunschbücher wie “The Secret” von Rhonda Byrne oder “Bestellungen beim Universum” lösen gegenwärtig geradezu einen Hype aus. Halten die Theorien dieser Bücher einer wissenschaftlichen Prüfung stand, oder ist alles nur “Bullshit im Universum”, wie Hugo Egon Balder sich ausdrückt? Ich selbst habe eine Menge Literatur dieser Art gelesen und an vielen angeregten Diskussion teilgenommen, unter welchen Voraussetzungen dieses Wünschen funktioniert und wann nicht. So gute Statements wie die von Robert Pucher hatte ich bisher allerdings noch nie gehört. Viel Spaß bei einem aufschlussreichen Gespräch um ein spannendes Thema!

<vorhergehender Beitrag nächster Beitrag>



Wenn der Erfolg immer wieder verhindert wird
Donnerstag, 21. August 2008, 20:47 Uhr
Abgelegt unter: Glück und Erfolg, Marketing | Tags: , , ,

Habt Ihr schon mal den Spruch gehört, “wir leben in einer Leistungsgesellschaft”? Wahrscheinlich schon - aber entspricht diese Aussage denn überhaupt der Wahrheit? Meine Antwort: “eindeutig nein!” Wenn wir für unsere Leistung bezahlt würden, dann wäre jeder steinreich, der am Hochofen oder im Bergwerk schuftet. Alle Malocher mit einer 60-Stunden-Woche müssten längst Millionäre sein. Andererseits hätte so mancher Filmstar oder berühmter Musiker ein relativ geringes Einkommen. Wenn es nach Leistung ginge, dann hätte der Vorstandschef eines Multikonzerns vielleicht ein 20 % höheres Einkommen, im Vergleich zu einem Mitarbeiter der untersten Hierarchieebene. Er würde aber niemals das 200fache verdienen.

An unserer Leistung kann es also nicht liegen, ob wir viel oder wenig verdienen. Welche Faktoren spielen also dann eine entscheidende Rolle? Das Prinzip, durch welches unsere Einkünfte bestimmt werden, ist folgendes: Wir bekommen genau das Geld, was wir oder unsere Waren, bzw. Dienstleistungen auf dem Markt wert sind. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn ich will, kann ich für meine Leistung einen extrem hohen Preis verlangen. Gibt es jedoch keinen, der gewillt ist, diesen Preis zu zahlen, dann bleibe ich auf meiner angebotenen Ware oder Dienstleistung sitzen. Den potentiellen Käufer interessiert es nicht die Bohne, wie viele Stunden ich für diese Leistung geknechtet habe. Er kauft genau dann, wenn der Nutzen für ihn höher ist, als der zu zahlende Preis. Zumindest muss er das Gefühl haben, dass beides in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander steht. Bei Arbeitsverträgen ist das nichts anderes. Ein Angestellter verkauft einem Arbeitsgeber seine Arbeitskraft. Die zur Verfügung gestellte Zeit wird durch Zahlung eines Gehaltes “gekauft”. Ist der Chef davon überzeugt, dass der Nutzen des Mitarbeiter für das Unternehmen geringer ist, als dessen Tätigkeit kostet, wäre seine Entlassung die logische Konsequenz.

Diejenigen, die ihren Preis zu niedrig ansetzen, haben in der Regel ein Problem. Bewusst oder unbewusst glauben sie daran, dass ihre angebotenen Leistungen eher minderwertig sind. Wer jedoch davon überzeugt ist und wirkungsvoll rüberbringt, dass seine Produkte, Dienstleistungen oder der Arbeitseinsatz für die angestrebte Zielgruppe wertvoll sind, wird keine Schwierigkeiten haben, auch höhere Preise zu verlangen.

Einmal war ich unterwegs zu einem Kundentermin. Als ich nach einer kurzen Pause mein Auto starten wollte, ging nichts mehr. Also rief ich den Notdienst an. Der Mechaniker hatte bereits nach fünf Minuten den Fehler gefunden. Eine Leitung hatte sich gelöst. Nach weiteren fünf Minuten war der Schaden behoben und ich konnte weiterfahren. Hat der Mechaniker eine hohe Leistung erbracht? Ihr werdet mir wahrscheinlich zustimmen, dass man bei einer zehnminütigen Arbeitszeit, zuzüglich An- und Abfahrt, nicht gerade von einer umfangreichen Arbeitsleistung sprechen kann. Die Wirkung war allerdings ernorm. Durch das Know-how des Mechanikers lief meine Karre wieder und ich konnte pünktlich zu meinem Termin erscheinen. Noch einmal zusammengefasst: Um jemanden zu einem Kauf zu überzeugen ist also nicht die Leistung, sondern die Wirkung entscheidend.

Wenn Euch klar ist, dass Eure Wirkung für den Erfolg wichtiger ist als Eure Leistung, seid Ihr schon weiter als die meisten Menschen. Die Mehrheit versucht ihre Erfolglosigkeit durch härteres Arbeiten und größere Anstrengungen zu kompensieren oder fügt sich in ihr Schicksal. Kreativität, leidenschaftliches Engagement, selbstsicheres Auftreten und Spaß an der Arbeit fördern die positive Wirkung der eigenen Person auf andere Menschen. Mein Vorhaben entsprechend zu kommunizieren, ist natürlich ebenfalls wichtig. Was nutzt es, wenn ich gute Arbeit mache und niemand erfährt davon.

Aber selbst wenn ich all diese Dinge richtig mache, kann es sein, dass ich nach einigen Teilerfolgen immer wieder abrutsche. Ich kenne Situationen in meinem Leben, in denen ich mich für meinen Erfolg mächtig ins Zeug gelegt habe. Oft ging es erst ganz gut, aber nach einiger Zeit ist alles wieder den Bach runter gegangen. Nun gehöre ich zu denen, die nicht so schnell aufgeben. Also habe ich es erneut versucht und wieder und wieder. Irgendwann war ich ausgebrannt, müde und frustriert. Wenn Du Dich in einer solchen Lage befindest, nutzen Dir keine neuen Marketingstrategien, keine besseren Verkaufstechniken und keine manischen Erfolgsseminare mit “Tschaka” und verordneter Positivdenkerei. Falls Du trotz Einsatz und sogar Liebe für Deine Arbeit auf keinen grünen Zweig kommst, ist das ein Indiz für innere Blockaden.

Seelische Blockaden wirken aus dem Unterbewusstsein heraus. Sie sind manifestieren sich in Gehirn und Nervensystem. Von dort beeinflussen sie über das endokrine System das Immunsystem. Vereinfacht ausgedrückt: Der Körper wird geschwächt und der Hormonhaushalt gerät durcheinander. Das Resultat ist oft Energiemangel, Erschöpfung, Schlafprobleme und Krankheit.

Nun entstehen seelische Blockaden nicht irgendwie rein zufällig. Sie werden immer durch ein konkretes Ereignis ausgelöst. Während dieses Ereignisses wird eine Entscheidung getroffen, die danach fest in unserem Unterbewusstsein verankert ist. Treffen wir heute eine neue Entscheidung, die in eine andere Richtung läuft als die frühere, kommt es zu einem inneren Konflikt. Die alte Entscheidung boykottiert die neue und wir kommen nicht von der Stelle.

Ein Handwerker litt darunter, dass trotz ausreichender Kundschaft und vollen Auftragsbüchern nie genügend Geld vorhanden war. Immer, wenn es gut lief, machte er irgendeinen blöden Fehler und das Geld war wieder futsch. Während einer Systemaufstellung machte er eine erstaunliche Entdeckung. Er sah sich als kleiner Junge, der ein Gespräch seiner Eltern miterlebte. Sein inzwischen verstorbener Vater, dargestellt durch einen Stellvertreter, sagte etwas wie “die Reichen haben alle einen schlechten Charakter”. Es stellte sich heraus, dass er als Kleinkind die Entscheidung getroffen hatte, niemals reich zu werden, weil er ja einen guten Charakter haben wollte. Diese Entscheidung von damals hat ihn ständig bei seinem Vorhaben boykottiert, finanziell erfolgreich zu sein. Durch die Hilfe eines Coaches wurde die Erkenntnis in seinem Unterbewusstsein verankert, dass diese frühere Entscheidung für die Gegenwart keinen Sinn mehr macht. Seine Blockade löste sich und nun klappt es auch mit dem Erfolg.

Das genannte systemische Stellen ist nicht das einzige Verfahren, mit dem man seelische Blockaden zuverlässig lösen kann. In künftigen Blogbeiträgen werde ich auf einige weitere Methoden eingehen.

<vorhergehender Beitrag nächster Beitrag>